Warnecke: "Der gute Ruf sollte nicht kaputt gehen"

Aus für die "Kleine Nienburgerin"

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Aus für die "Kleine Nienburgerin": Diese Trophäen werden erstmal nicht mehr verteilt.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Im Sommer war die „Kleine Nienburgerin“ schon ausgefallen, nun steht fest: Deutschlands größtes Volleyball-Hallenturnier für Jugendliche, an dem Jahr für Jahr bis zu 1 500 Sportler in und um Nienburg teilgenommen haben, wird es nicht mehr geben.

„Schweren Herzens hat der Vorstand des VC Nienburg eine weitreichende Entscheidung getroffen“, teilte Vorsitzender Uwe Warnecke heute mit. „Es ist nicht mehr leistbar“, sagte Warnecke auf Nachfrage. Die Gründe für die Entscheidung seien vielschichtig. Nicht ein einziger Hauptgrund, sondern viele Punkte hätten zusammengenommen die Erkenntnis wachsen lassen, dass die offenen Fragen und Probleme die Leistungsfähigkeit der Organisatoren derzeit übersteigen.

Dabei reichten die Schwierigkeiten vom Mangel an Personal, über gestiegene Kosten bis zu unzureichender Infrastruktur. Alles in allem sei es nicht länger möglich gewesen, die Veranstaltung in ihrer bekannten – und erfolgreichen – Form weiter zu betreiben. „Der gute Ruf sollte nicht kaputt gehen“, betonte Warnecke. Soll heißen: Bevor das Turnier den Bach runter geht, haben die Veranstalter die Notbremse gezogen.

Das Turnier war fester Bestandteil im Veranstaltungskalender. Bürgermeister Henning Onkes sprach zur Siegerehrung, im Hintergrund Winfried Schmierer und Uwe Warnecke (r.)

Für das geringer gewordene Engagement „gibt es berufliche, familiäre und gesundheitliche Gründe“, beschreibt es Warnecke. Ehrenamtlich sei die Organisation in dieser Form nicht leistbar. Zwar habe sogar der Niedersächsische Volleyball-Verband angeboten, für das Turnier-Wochenende Helfer zu schicken. Damit allein sei die Problematik aber nicht behoben, meint der VC-Chef. Vielmehr gelte es, schon im Vorfeld zu arbeiten und am Wochenende selbst spontan agieren zu können. Zwar habe es durchaus Bedauern gegeben, zu wenige Signale jedoch, sich wirklich langfristig engagieren zu wollen.

Beim Personal liegt der "Casus knacksus" aber nicht allein. Warnecke: „Des Weiteren tauchen seit einigen Jahren zunehmend infrastrukturelle Probleme auf.“ Das beschere zusätzliche Schwierigkeiten. Beispielhaft sei nur die sanitäre Situation im Stadion genannt, führte Warnecke aus. Zwar hatte es seitens der Stadt und der politischen Gremien die Zusage gegeben, weiter ein Budget für das Turnier einzuplanen, gestiegene Kosten, hätten trotzdem zusätzliche Erschwernisse bereitet. An die besuchenden Vereine, die teilweise nicht gerade geringe vierstellige Beträge in die Hand nehmen, um die Teilnahme zu ermöglichen, seien die nicht weiterzugeben gewesen.

Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Die Zeltstadt zum Turnier-Wochenende hinterm Stadion.

„Uns ist bewusst, dass vielen Beteiligte, ob Aktive, Trainer oder eben Helfer, etwas fehlen wird, wenn die ‚Kleine Nienburgerin‘ nicht mehr stattfindet. Auch wir bedauern dies sehr. Die Stadt Nienburg verliert damit eine Veranstaltung, die den Bekanntheitsgrad der Stadt bundesweit deutlich gesteigert hat. Der Volleyballsport in Deutschland verliert das größte Hallenturnier für den Nachwuchs. Und wir als Organisatoren verlieren leider auch den Kontakt zu vielen Gästen, zu denen sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat“, heißt es in einem Schreiben der Ausrichter. Und: „Alles in allem mussten wir also wirklich eine sehr traurige Entscheidung treffen.“

Uwe und sein Bruder Rolf Warnecke hatten die „Kleine Nienburgerin“ 28 Jahre lang organisiert, unterstützt von einem Helferteam, der Stadt Nienburg, der Sparkasse und vielen anderen Sponsoren. Zu einer 29. Auflage war es im Sommer nicht gekommen. Nun steht fest: Es wird sie aller Voraussicht nach auch nicht geben.

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