Besser auf Kosmetika mit Triclosan verzichten

Triclosan ist vielen Kosmetikprodukten enthalten. Der Wirkstoff steht im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Foto: Monique Wüstenhagen
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Triclosan ist vielen Kosmetikprodukten enthalten. Der Wirkstoff steht im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Foto: Monique Wüstenhagen

Triclosan tötet Bakterien und wird in Kosmetika als Konservierungsmittel genutzt. Doch die Wirkung kann sich ins Gegenteil verkehren: Krankheitserreger werden resistent gegen den Wirkstoff und sogar gegen Antibiotika und vermehren sich umso besser.

Rostock (dpa) - Privathaushalte sollten auf Kosmetika und Waschmittel mit dem bakterienabtötenden Konservierungsstoff Triclosan verzichten. Das empfiehlt das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Direktor Frerk Feldhusen verwies auf die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, den Einsatz von Triclosan auf das unbedingt notwendige Maß im ärztlichen Bereich zu beschränken. Es steht im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Die Substanz ist Bestandteil von Desinfektionsmitteln und wird von Ärzten so dosiert, dass sie Bakterien abtötet.

In Kosmetika, Waschmitteln, Textilien und Lebensmittelverpackungen wird Triclosan für eine antimikrobielle oder desodorierende Wirkung niedrig dosiert. Das reicht häufig nicht aus, um Krankheitserreger abzutöten, kann aber dazu führen, dass diese gegen Triclosan resistent werden. Sie können sich dann stärker vermehren als nicht resistente Erreger und können gegen Antibiotika unempfindlich werden.

«Verbraucher müssen über Triclosan informiert sein, um dann am Verkaufsregal bewusst auf diese umstrittene Substanz verzichten zu können», sagte Feldhusen. Bei 15 Proben von Zahnpasten, Deodorantien, Waschlotion sowie einer Fußpflegecreme, die 2014 im Landesamt analysiert wurden, seien keine Überschreitungen der Höchstmengen festgestellt worden. «Allerdings wurden die erlaubten Höchstmengen oft maximal ausgeschöpft», sagte Feldhusen. Triclosan sei allgegenwärtig. Es sei im Blut, Urin und in der Muttermilch von Probanden sowie in hohen Dosen im Urin von Krankenhauspersonal festgestellt worden. Seit Oktober 2014 ist die Konzentration in der EU für viele Kosmetika auf 0,3 Prozent beschränkt worden, was von Experten jedoch als nicht sicher für die Verbraucher angesehen wird.

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