„Hände dafür blutig machen“

TV-Köchin Sarah Wiener: „Früher war es normal Hühner zu schlachten“  

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TV-Köchin Sarah Wiener (56) kritisiert die Haltung der Gesellschaft zum Thema Ernährung. 

TV-Köchin Sarah Wiener nimmt beim Thema Ernährung kein Blatt vor dem Mund. In einem Interview spricht die 56-Jähriger ein heikles Thema an: Schlachten.   

Augsburg - Die Starköchin Sarah Wiener hat die Tabuisierung des Schlachtens von Tieren beklagt und der Gesellschaft eine dekadente Haltung zur Ernährung vorgeworfen. 

"Wenn ich ein Tier essen will, sollte ich mir auch die Hände dafür blutig machen können", sagte die 56-Jährige der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag. Bis vor ein paar Jahrzehnten sei es zum Beispiel "ganz normal" gewesen, dass Menschen ihre Hühner selbst geschlachtet hätten.

Sarah Wiener: "Wir leben in einer dekadenten Luxusgesellschaft“

Heutzutage dürfe Fleisch jedoch nicht mehr als Tier erkennbar sein. "Wir können es nicht ertragen, wenn man ein Auge, eine Sehne oder eine Kralle sieht." Eigentlich sei aber erst am ganzen Tier dessen Frische und Qualität erkennbar. Stattdessen würden heute Produkte erfunden, "die meine Großmutter gar nicht als essbar erkannt hätte", sagte die Köchin. "Wir leben in einer dekadenten Luxusgesellschaft, die gar nicht wirklich weiß, was Hunger ist."

TV-Köchin Sarah Wiener kandidiert für EU-Parlament

Die deutsch-österreichische Unternehmerin kandidiert für die österreichischen Grünen für die Europawahl. Sollte sie ins Europaparlament gewählt werden, will sie das Thema Agrar- und Nahrungsmittelindustrie angehen. Dort laufe "vieles falsch", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Was heute auf den Tellern lande, werde von "wenigen global agierenden Monopolisten" produziert. "Diese Konzerne haben nicht unsere Gesundheit oder Nachhaltigkeit im Sinn, sondern es geht ihnen nur um Gewinnmaximierung."

Wiener fordert vor allem eine Änderung des Subventionssystems zugunsten einer dezentralen, nachhaltigen und regionalen Landwirtschaft. "Die Zukunft muss ökologisch sein, sonst werden wir keine haben", sagte sie.

AFP

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