US-Regisseur Arthur Penn gestorben

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Der amerikanische Regisseur Arthur Penn ist gestorben.

New York - Der US-Regisseur Arthur Penn, der mit Filmen wie “Bonnie und Clyde“ und “Little Big Man“ Welterfolge feierte, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Penn erlag am Dienstag, einen Tag nach seinem Geburtstag, in seiner Wohnung in Manhattan einem Herzversagen, wie seine Tochter Molly mitteilte. Penn war drei Mal für den Oscar nominiert, erhalten hat er die begehrte Statue aber nie.

Penn kommt nach Meinung von Kritikern das Verdienst zu, Hollywood verändert zu haben, indem er mit seinen Filmen zwischen Mitte der 60er und Mitte der 70er Jahre ganz neue Szenen und Töne auf die Leinwand brachte. Ruhm erlangte er 1967 mit dem Klassiker “Bonnie und Clyde“, der Faye Dunaway, Warren Beatty und Gene Hackman zu Weltstars machte. Weitere Höhepunkte seines Schaffens waren unter anderem der kritische Spätwestern “Little Big Man“ mit dem noch jungen Dustin Hoffman aus dem Jahr 1970 und die Pferdedieb-Geschichte “Missouri Breaks“ mit Marlon Brando und Jack Nicholson, die 1976 in die Kinos kam.

Penns Vorliebe für Außenseiter und die Infragestellung gesellschaftlicher Werte traf damals genau den Zeitgeist einer rebellischen Epoche. Der Filmemacher wurde am 27. September 1922 als Sohn eines Uhrmachers russischer Herkunft in Philadelphia geboren. Nach der Soldatenzeit im Zweiten Weltkrieg profilierte sich Penn als Fernsehregisseur und konnte auch bei Broadway-Produktionen Erfolge sammeln. 1958 drehte er seinen ersten Spielfilm “Left-handed Gun“, eine ambitionierte Auseinandersetzung mit dem Westernmythos um Billy the Kid. In den USA war er damit erfolglos, doch fand der Film viel Beachtung in Europa.

Brachte neuen Stil nach Hollywood

Der ganz große Wurf gelang Penn nach einigen weiteren Kinoarbeiten dann 1967 mit “Bonnie und Clyde“. Wie er das kurze, gewaltsam beendete Leben des berühmten Gangsterpärchens im Kino erzählte, war neu und anders, aber auch gewalttätiger als fast alles, was zuvor in Hollywood gemacht wurde.

Die unruhige Jugend der sechziger Jahre erkannte in den beiden kriminellen Hauptfiguren des Melodrams Rebellen gegen die Obrigkeit sowie die fragwürdigen Werte einer von Rassenunruhen und dem Vietnam-Krieg erschütterten US-Gesellschaft. Der Regisseur konnte nach 1976 nicht mehr an seine großen Erfolge anknüpfen, doch er hat deutliche Spuren in der Filmgeschichte, vor allem in jener des Hollywood-Kinos hinterlassen. Penns älterer Bruder Irving, einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, starb im Oktober vergangenen Jahres im Alter von 92 Jahren.

dapd

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