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Corona in Deutschland: Bundesregierung warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland überschreitet erneut die Schwelle von 1000. Ein Ärzteverband spricht sich gegen eine Maskenpflicht im Schulunterricht aus.

  • Die Ausbreitung des Coronavirus* nimmt in Deutschland wieder zu.
  • Drei Tage nacheinander liegt die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 1000.
  • Experten sehen noch keinen Grund zur Beunruhigung.

Während in vielen Bundesländern der Start ins neue Schuljahr bevorsteht, wurden in Deutschland drei Tage lang mehr als 1000 neue Corona-Infektionen verzeichnet. Jetzt gibt es neue Fallzahlen - die finden Sie in unserm neuen Ticker.

+++ 16.28 Uhr: Die Diskussion über die seit Samstag vorgeschriebenen kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer hält an. CDU-Politiker forderten, Touristen müssten für den Test selbst zahlen. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, nannte die Testpflicht „Aktionismus“. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland überschritt zum dritten Mal in Folge die Schwelle von 1000.

Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommt, muss sich seit Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist für die Betroffenen bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Kostenfreiheit zuletzt noch einmal verteidigt.

Corona: Bundesregierung warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte dem „Spiegel“, der Aufwand „für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden“. Vorübergehend sei die Regelung richtig, „um die sofortige Inanspruchnahme durch die Reisenden zu sichern“. Für eine dauerhafte Lösung müsse aber über Alternativen nachgedacht werden, „zum Beispiel, ob die Kosten für die Tests auf die entsprechenden Flugtickets umgelegt werden“.

Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, auch die USA oder Brasilien. In der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, am Freitagabend kamen Gebiete in Rumänien und Bulgarien dazu, unter anderem in einer Urlaubsregion an der Schwarzmeerküste. Auch die vier türkischen Küstenprovinzen, für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts mehr gilt, sind weiterhin als Risikogebiete eingestuft.

Corona in Deutschland: Hitze lockt viele an die Ostsee

+++ 12.10 Uhr:  Der übliche Bettenwechsel in den Ferienorten und die Aussicht auf ein traumhaftes Sommerwochenende haben am Samstagmorgen für dichten Verkehr Richtung Ostsee geführt. „Die Reisewelle rollt schon ganz gut an“, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei im vorpommerschen Grimmen. Reiseziele seien vor allem die Ferieninseln Rügen und Usedom. Das zeige sich insbesondere am Fahrzeugaufkommen auf der Ostsee-Autobahn A20, aber auch auf der Bundesstraße 96, die von Berlin direkt nach Rügen führt.

Die Badeorte an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns stellen sich auf einen Gästeansturm ein - obwohl Tagestouristen aus anderen Bundesländern, also Besucher ohne gebuchte Übernachtung, coronabedingt noch nicht einreisen dürfen. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder von mindestens 150 Euro. Flächendeckende Kontrollen wird es laut Polizei zwar nicht geben. Doch würden der Anreiseverkehr und die Belegung der Strände genau beobachtet und gegebenenfalls auch steuernd eingegriffen, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises Rostock.

Auch in Scharbeutz tummeln sich die Badegäste.

Corona in der Schule: Ärzteverband hält Masken im Unterricht für sinnlos

Update, 9.35 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund hat eine Maskenpflicht im Schulunterricht - wie von Nordrhein-Westfalen vorgesehen - als sinnlos kritisiert. „Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung“, sagte die Bundesvorsitzende Susanne Johna im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Sinnvoll ist die Maske dann, wenn es eng wird, etwa beim Verlassen der Klasse, vor dem Schulkiosk oder auf dem Pausenhof, wenn mehrere Klassen gleichzeitig Pause haben.“

Mehrere Länder haben eine Maskenpflicht an Schulen angekündigt - mit einer zumindest vorübergehenden Tragepflicht für weiterführende und berufsbildende Schulen steht NRW aber bislang alleine da. Der Vorstoß hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst.

In den Schulen in NRW gilt ab dem 12. August die Maskenpflicht.

Corona in Deutschland: Erneut mehr als 1000 Fälle

Berlin - Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag hintereinander über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Insgesamt verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) 1122 neue Infektionen*. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 8.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten 196.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Samstag etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Grundsätzlich werden im Wochenschnitt am Donnerstag und Freitag die meisten neuen Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet.

Die Corona-Pandemie in Deutschland hat in den letzten Tagen wieder zu mehr Infektionen geführt.

Der R-Wert - die Zahl, die angibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt - lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 7.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,16 (Vortag: 0,99). Auch das sogenannte Sieben-Tage-R, das sich auf einen längeren Zeitraum bezieht und daher weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt, lag bei 1,16 (Vortag: 1,06).

Seitdem er Mitte März seinen Höhepunkt mit rund 3,5 erreicht hatte, ist der R-Wert in Deutschland erst gesunken und dann stabil geblieben. Zwar übersteigt der R-Wert immer wieder kurzfristig die Grenze von 1, aber seit der Einführung des ersten „Lockdowns“ am 23. März hat er sich nicht signifikant erhöht. Die Entwicklung des R-Wertes gibt Auskunft darüber, wie schnell die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland vonstatten geht.

Gesundheitsminister Spahn bleibt bei Corona in Deutschland gelassen

In jedem Fall bilden die Zahlen des RKI das Infektionsgeschehen von vor eineinhalb bis zwei Wochen statt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht in der Entwicklung aber noch kein Problem. „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, sagte Spahn dem ZDF-„Heute Journal“ bezogen auf die Corona-Situation in Deutschland.

BundeslandBestätigte Infektionen
Baden-Württemberg37.749
Bayern51.794
Berlin9640
Brandenburg3622
Bremen1800
Hamburg5610
Hessen12.602
Mecklenburg-Vorpommern930
Niedersachsen14.911
Nordrhein-Westfalen51.330
Rheinland-Pfalz7748
Saarland2913
Sachsen5632
Sachsen-Anhalt2057
Schleswig-Holstein3578
Thüringen3420
Gesamt215.336

Wieder Schulschließungen in Deutschland wegen Corona

Allerdings ist unklar, wie sich die Lage in Deutschland den nächsten Tagen und Wochen entwickeln wird. In vielen Bundesländern sich noch Sommerferien, sodass es noch zu keinen größeren Ausbrüchen beispielsweise an Schulen und durch Urlaubsrückkehrer kam. In Meckelnburg-Vorpommern allerdings mussten bereits zwei Schulen wegen Corona-Fällen geschlossen werden. Dort waren die Schulen nach dem Ende der Sommerferien* vor einer Woche wieder geöffnet worden.

Während der Hochphase der ersten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland war das RKI davon ausgegangen, dass Lockerungen erst bei „wenigen hundert Fällen“ pro Tag sinnvoll wären. Das hatte der Vizepräsident des RKI, Lars Schaade, am 24. April auf einer Pressekonferenz zu Protokoll gegeben.

Wenig Sorgen um Corona-Infektionen in Deutschland aber mehr um die Wirtschaft

Trotz der steigenden Corona-Fallzahlen des RKI ist ein Großteil der Menschen in Deutschland gelassen, was die Pandemie angeht. Das hat eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD ergeben. Demnach machen sich 48 Prozent „weniger große“ Sorgen, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Allerdings machen sich auch 20 Prozent große, 8 Prozent sehr große Sorgen, an der Lungenkrankheit Covid-19 zu erkranken. Im März gaben noch 55 Prozent an, große oder sehr große Sorgen zu haben.

Immer mehr Menschen machen sich aber Gedanken um die wirtschaftliche Lage angesichts der Corona-Pandemie* in Deutschland. 45 Prozent beurteilen laut infratest dimap die Situation als „weniger gut“, 16 Prozent als schlecht. 66 Prozent der Menschen mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1500 Euro pro Monat sorgen sich darum, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Von Marcel Richters *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow / dpa / picture alliance

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