Hamburg Hammerbrook gecrasht

Coronaparty eskaliert total: Hundert Jugendliche, Flaschen auf Polizei, Hubschraubereinsatz, Bahn gesperrt

Über 120 Menschen versammeln sich im Hamburger Stadtteil Hammerbrook und blockieren Straßen. Sie wollen zu einer Facebook-Party. Doch die Türsteher lassen sie nicht rein – Situation eskaliert. Es kommt zum Großeinsatz der Polizei mit Hubschrauber-Einsatz und Sperrung der S-Bahn-Station.

  • Über 120 ungeladenen Partygäste machen Ärger vor Club in Hamburg Hammerbrook.
  • Anrückenden Einsatzfahrzeuge der Hamburger Polizei mit Flaschen beworfen.
  • Weil Menschen auf Gleise fliehen, muss S-Bahn-Verkehr eingestellt werden.

Hamburg, 23. August 2020 – Eigentlich sollte es eine kleine beschauliche Geburtstagsfeier werden. Zwei junge Männer wollen in einem Club in Hammerbrook ihren achtzehnten Geburtstag feiern. Sie posten Bilder ihrer Party in den sozialen Medien. Doch dann strömen über hundert ungeladene Gäste in der Nacht zum Sonntag, 23. August 2020, in Richtung des Hamburger Studenten-Stadtteils Hammerbrook.

Coronaparty eskaliert in Hamburg Hammerbrook – Hamburger Polizistinnen und Polizisten blockieren den Ausgang der S-Bahn-Station. (24hamburg.de-Collage)

Das gefällt den Gastgebern der privaten Corona Party gar nicht und sie lassen die Partywütigen einfach nicht in den Club. Von den Türstehern abgewiesen wird die Meute vor der Tür unruhig. Es bricht Streit aus und die Polizei muss anrücken. Einige ungebetene Gäste verhalten sich aggressiv.

Hammerbrook:Hamburger Stadtteil
Spitznamen:Hammerbrooklyn, klein Amsterdam, Hammberbrook
Bezirk:Hamburg-Mitte
Bevölkerung:4.067 (31. Dez. 2016)
Fläche:250 ha
Postleitzahl:20097, 20537
Vorwahl:040
Geschichte:Erst Marschniederung, dann dichtbesiedeltes Arbeiterviertel, 1943 durch Lufangriffe zerstört, heute Studenten und Büro-Viertel

Coronaparty: Flaschen werfen und Pöbeleien – Polizei Hamburg sperrt S-Bahn-Station

Als die Einsatzfahrzeuge in die Hammerbrookstraße einbiegen bietet sich Ihnen ein erstes Bild vom Ausmaß der Lage. Die Fahrbahn ist komplett blockiert. Es ist die reinste Menschenmasse. Die Stimmung ist aufgeheizt. Dann schmeißen einige aus der Menge Flaschen auf die Poleizeiwagen. Ohne lange zu zögern, fordern die Einsatzkräfte Verstärkung an.

Hamburger Polizistinnen und Polizisten bereiten sich auf den Einsatz gegen das Partyvolk in Hammerbrook vor.

Der feierlustige Menschenpulk flüchtet in Richtung der S-Bahn-Haltestelle „Hammerbrook“. Unter der Befürchtung einige alkoholisierte Jugendliche seien auf die Gleise geflohen, lässt die Polizei die Strecke kurzerhand stilllegen. Sie fordern den Einsatz-Hubschrauber an, der die Gleise auf unbefugte Personen überprüft. Die S-Bahn Hamburg gibt gegen 00:23 Uhr über Twitter bekannt, dass die Strecke wegen eines Polizei-Einsatzes gesperrt sei. Die Sperrung betraf nicht allzu viele Züge, da der S-Bahn-City-Tunnel das Wochenende ohnehin gesperrt war.

Die nun Festgesetzten stehen unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs. Aus diesem Grund müssen Identitäten der Anwesenden geklärt werden. Mühselig machen sich die Beamten daran, nach Ausweisen zu fragen und die Personalien der ungebetenen Gäste aufzunehmen. Die Menge ist alles andere als friedlich. Es fliegen weiter Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte. Um 2:52 Uhr vermeldet die S-Bahn Hamburg via Twitter unter @SBahnHamburg und auf Facebook unter @hvvstoerungsmeldugen, dass die Züge wieder normal verkehren.

Der Grund für die ungewollte Gäste-Anzahl war wohl die typische Facebook-Party-Falle. Über die sozialen Medien verbreitete sich die Kunde der Feierei wie ein Lauffeuer.

Einsatz-Hubschreiber kreist nachts über Hamburg

Die Polizei Hamburg rückte zum Großeinsatz aus mit insgesamt neunzehn Polizeiwagen und einem Hubschrauber. Siebzig Beamte der Polizei Hamburg und mehr als zwei Dutzend Kräfte der Bundespolizei waren im Einsatz. Sie nahmen die Personalien von 121 Personen auf und entließen alle mit Platzverweisen. Dass am Ende niemand verletzt wurde ist bei einem solchen Einsatz nicht selbstverständlich. Erst kürzlich starben in Peru dreizehn Menschen bei einer Massenpanik als eine unerlaubte Corona-Party von den dortigen Behörden aufgelöst wurde.

Großeinsatz der Polizei Hamburg nach dem Facebook-Party-Fail in Hammerbrook.

Aktuell sind in Hamburg private Feier mit bis zu 100 Personen im Freien und mit bis zu 50 Personen in Räumen erlaubt. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindert, gilt in einigen Teilen Hamburgs außerdem eine Alkohol-Verkaufsverbot zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr. Zuletzt wurden sogar Bußgelder in Bus und Bahn für Masken-Verweiger beschlossen. Mehr zu aktuelle Fallzahlen in Deutschland* und den Maßnahmen des Hamburger Senats zum Coronavirus.

Zuletzt war bereits eine Corona-Party im Jenischpark an der Elbchaussee von der Hamburger Polizei aufgelöst worden. Zudem kommt es aktuell an Nordsee und Ostsee zu Menschenmassen und gefährlichen Touristen-Mengen. Die Behörden arbeiten auf Hochtouren an Maßnahmen zur Einschränkung des Infektionsrisikos. *24hamburg.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Leben

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest
Reisen

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer
Genuss

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg
Leben

So geht Brot auf Europäisch

So geht Brot auf Europäisch

Meistgelesene Artikel

Bayern überschreitet Corona-Grenzwert: Söder-Erklärung JETZT live - Kommen neue Regeln?

Bayern überschreitet Corona-Grenzwert: Söder-Erklärung JETZT live - Kommen neue Regeln?

Maskenpflicht-Schwachsinn: Hamburger genervt von komplizierten Coronavirus-Regeln

Maskenpflicht-Schwachsinn: Hamburger genervt von komplizierten Coronavirus-Regeln

Corona-Rekord in NRW: Zahlen steigen massiv - Kleiner Ort knackt Inzidenzwert von 321 - und ist nun Hotspot

Corona-Rekord in NRW: Zahlen steigen massiv - Kleiner Ort knackt Inzidenzwert von 321 - und ist nun Hotspot

Corona-Risikogebiete in Niedersachsen: Zwei Regionen mit dunkelroter Warnstufe

Corona-Risikogebiete in Niedersachsen: Zwei Regionen mit dunkelroter Warnstufe

Kommentare