News-Ticker für den Freistaat

„Nicht wirkungsvoll“: Bayern watschen Corona-Maßnahmen in Umfrage ab - FDP-Chef fordert Ende der Ausgangssperre

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind gestartet. Bayerns Ministerpräsident Söder wirbt vehement für eine Lockdown-Verlängerung.

  • Deutschland befindet sich im Corona*-Lockdown.
  • Die große Mehrheit der Bayern hält die Corona-Maßnahmen für wenig wirkungsvoll (siehe Update vom 5. Januar, 6.37 Uhr)
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen in Bayern.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle Informationen zum Coronavirus in Bayern lesen Sie in unserem neuen Ticker. +++

Update vom 5. Januar, 6.37 Uhr: Die große Mehrheit der Bayern bewertet die derzeitigen Corona-Maßnahmen als wenig wirkungsvoll. Mit dem noch vor Weihnachten beschlossenen harten Lockdown werde man „die Lage weiterhin nicht in den Griff bekommen“, sagten 72 Prozent der vom GMS-Institut für den Fernsehsender Sat.1 Bayern Befragten. Nur 24 Prozent erwarten einen Erfolg. Für den „17:30 SAT.1 Bayern Wählercheck“ hatte GMS vom 29. Dezember bis 4. Januar telefonisch 1005 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger befragt

Corona in Bayern: Maßnahmen nicht wirksam - zwei Drittel der Einwohner haben Überblick verloren

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Politiker rund um Ministerpräsident Markus Söder blieb mit 72 Prozent Zustimmung sehr hoch. Dennoch gaben zwei Drittel der Befragten an, den Überblick über die aktuellen Corona-Maßnahmen bereits verloren zu haben. Dazu gehört auch die bayernweit gültige Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr. Der bayerische FDP-Vorsitzende Daniel Föst hält die strengen Ausgangsbeschränkungen im Freistaat für unverhältnismäßig und wenig wirksam. „Bayerns Sieben-Tage-Inzidenz ist schlechter als in vielen anderen Bundesländern, wo die Maßnahmen weniger streng sind“, sagte Föst der „Augsburger Allgemeinen“

Corona in Bayern: FDP-Vorsitzender hält Ausgangssperre für unverhältnismäßig

Die Staatsregierung versage in zentralen Bereichen der Corona-Bekämpfung, beim Schutz „der Bewohner in Pflege- und
Seniorenheimen, ebenso wie beim Schulunterricht und der Kinderbetreuung“, sagte Föst. „Auch der Impfstart war eine Katastrophe.“ Die Schließung der Gastronomie habe nichts gebracht. „Wir können nicht immer die gesamte Gesellschaft lahmlegen. Wir müssen gezielt die Infektionsquellen ausschalten“, forderte er.

Am heutigen Dienstag (5. Januar) beraten die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel über die Verlängerung des aktuell gültigen Lockdowns. Dass dieser bis mindestens 31. Januar andauern soll, darüber waren sich die Verantwortlichen bereits im Vorfeld einig. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es, vor allem bei den Themen Schulen und Ausgangsbeschränkungen, wieder einige Unterschiede zwischen den Bundesländern geben wird. In Bayern dauern die Schulferien noch bis zum 11. Januar. Doch es zeichnet sich schon ab, dass auch dann nicht alle Schüler wieder in die Schule gehen werden.

Update vom 4. Januar, 16.07 Uhr: Schlechte Nachrichten für Bayerns Schüler: Nach den Beratungen der Kultusminister der Bundesländer gibt es im Freistaat wenig Hoffnung auf eine schnelle Öffnung der Schulen. Der Präsenzunterricht rückt damit erst einmal in weite Ferne. Bei der Konferenz am Montag wurde beschlossen, die Schul-Schließungen von den jeweiligen Corona-Zahlen in den einzelnen Bundesländern abhängig zu machen. Im Freistaat ist der Inzidenzwert von rund 160 vergleichsweise hoch. Von der Zielmarke - eine Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 50 - ist Bayern derzeit noch weit entfernt.

Corona in Bayern: Wenige Hoffnung für schnelle Öffnung der Schulen - und Präsenzunterricht

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) verteidigte den Beschluss der Konferenz. Die Corona-Inzidenzwerte in einigen Gegenden seien vier Mal so hoch wie in anderen. Piazolo: „Daher ist es weiter sinnvoll und richtig, dass die Länder bei unterschiedlichen Ausgangslagen auch teilweise unterschiedlich agieren. Wir tun dies aber innerhalb eines gemeinsamen Rahmens, den wir in der Kultusministerkonferenz gemeinsam abstimmen.“ Am Mittwoch soll im bayerischen Ministerrat eine endgültige Entscheidung fallen.

Update vom 4. Januar, 6.48 Uhr: Zahlreiche Menschen haben in Nürnberg gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Auf Twitter gab es dafür kein Verständnis, sondern viel Kritik. Auch die Polizei bekam viel davon ab.

Update vom 3. Januar, 21.57 Uhr: Im Bild-Live-Talk hat sich CSU-Chef Markus Söder erneut zur schwelenden Debatte, in der sich unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn heftiger Kritik ausgesetzt sieht, geäußert. „Die Hälfte der Impfstoffdosen muss zurückgehalten werden, weil man nicht weiß, ob die Impfstoffdosen für die Auffrischungsdosis (der bereits Geimpften, d. Red.) ausreichen“, erklärte Bayerns Ministerpräsident. Seine Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte dies zuvor bereits angedeutet (Update vom 2. Januar, 16.00 Uhr).

„Fakt ist“, monierte Söder am Sonntagabend, „es ist zu wenig bestellt worden, auch von den falschen Herstellern“. Mann wisse aktuell nicht genau, ob in zwei Wochen genügend Impfstoff geliefert wird, erklärte der CSU-Chef.

Update vom 3. Januar, 21.21 Uhr: Kurz vor dem nächsten Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneut für eine Verlängerung des Lockdowns plädiert. „Die Zahlen sind nach wie vor einfach zu hoch. Wir haben keinen Überblick, was wirklich an Weihnachten und Silvester passiert ist“, erklärte Bayerns Ministerpräsident dem Fernsehsender RTL.

Corona-Lockdown: Söder will Verlängerung, „weil nicht genügend Impfstoff da ist“

Weitere Lockerungen schloss der CSU-Chef zunächst aus. „Wir sollten konsequent bleiben und keine halben Sachen machen. Das heißt, wir müssen den Lockdown verlängern, um die Zahlen weiter herunter zu bekommen.“

Söder begründete seine Ansicht im RTL-Gespräch mit dem seiner Meinung nach schleppenden Impfgeschehen: „Wir müssen jetzt leider den Lockdown verlängern, weil nicht genügend Impfstoff da ist“. Und weiter: „Zum Glück gibt es einen, aber leider zu wenig“.

Update vom 3. Januar, 12.43 Uhr: Seit Beginn des Impfstarts gegen das Coronavirus sind in Bayern bis Sonntag (3. Januar) mehr als 61.000 Dosen des Biontech-Impfstoffs verabreicht worden. Das teilte der Staatssekretär und Leiter der Corona-Taskforce im bayerischen Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek (CSU), der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag mit. In Bayern wird, wie auch im Rest Deutschlands, seit dem 27. Dezember gegen das Virus geimpft.

Corona in Bayern: Bereits 61.000 Impfungen gegen das Virus - doch Kritik bleibt

Zuerst sind Bewohner von Altenheimen und Bedienstete aus dem Gesundheits- und Pflegebereich an der Reihe. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte noch am Samstag von mehr als 43.000 Geimpften in Bayern gesprochen. Dennoch bleibt die Kritik laut, dass das Impfen zu langsam gehe und von der Bundesregierung schlecht geplant worden sei. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer Fehleinschätzung der EU beim Beschaffen des Impfstoffs. In Deutschland steht vor allem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) scharf in der Kritik.

„Zu wenig bestellt und auf die falschen Hersteller gesetzt“: Söder hat Corona-Schelte für die EU - und für Spezl Kurz

Update vom 3. Januar, 7.03 Uhr: Das Impfen in Deutschland geht langsamer als erhofft. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) übt erneut Kritik. „Offenkundig war das europäische Ankaufverfahren unzureichend. Es ist schwer zu erklären, dass ein sehr guter Impfstoff in Deutschland entwickelt, aber woanders schneller verimpft wird“, sagte er der Bild. Der CSU-Chef wies darauf hin, der Impfstoff-Hersteller Biontech habe selbst erklärt, „dass Europa das wohl nicht so ernst genommen habe.“ Söder urteilte klar: „Die EU hat zu wenig bestellt und auf die falschen Hersteller gesetzt.“ Großbritannien dagegen habe schon über eine Million Menschen geimpft.

Jens Spahn habe daher im Dezember noch eine große Last-Minute-Bestellung für Deutschland gemacht. Die Zahl der bestellten Impfdosen könnte nun reichen. Aber: „Entscheidend ist, wann sie ausgeliefert werden“, so Söder. Er forderte eine massive Beschleunigung aller Verfahren, also sowohl bei der Bestellung als auch bei der Produktion von Impfstoff. Man brauche Planungssicherheit. Als Kritik an Gesundheitsminister Spahn will er seine Aussagen aber nicht verstanden wissen, der Grund der Probleme liege eindeutig an anderer Stelle: „Man hat bei der EU-Kommission wohl zu bürokratisch geplant: zu wenig von den richtigen bestellt und zu lange Preisdebatten geführt“, erklärte er im Bild-Interview.

Söder forderte außerdem, dass der Lockdown bis Ende Januar verlängert werden müsse, eine vorschnelle Lockerung würde „uns wieder weit zurückwerfen.“ Am Beispiel Österreichs habe man gesehen, dass das „Auf-zu-auf-zu“-Modell nicht funktioniere, kann sich der Ministerpräsident einen Seitenhieb auf seinen Vertrauter Sebastian Kurz nicht verkneifen. „Wir brauchen in Deutschland eine klare Linie“, erklärte er. Die Zahlen seien nach wie vor zu hoch und „die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar.“ Urlauber aus Risikogebieten sowie Familienheimkehrer bereiten dem CSU-Chef Sorge. „Daher haben wir in Bayern eine Testpflicht eingeführt. Wer einreist, muss sofort oder spätestens innerhalb von 72 Stunden einen negativen Test vorlegen und unabhängig davon mindestens fünf Tage in Quarantäne“, so Söder im Interview mit der Bild.

Corona in Bayern - Söder will kein überstürzte Öffnung der Schulen: „Verantwortungslos“

Eine überstürzte Öffnung der Schulen darf es laut Söder nicht geben. „Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken“, findet er. Denn auch in Schulen* würden Ansteckungen stattfinden. Verschärfungen der Regeln müsse es nicht geben: „Wir sollten das jetzige Konzept konsequent fortsetzen“, erklärte Söder gegenüber der Bild.

Corona in Bayern: Wird der Lockdown verlängert?

Update vom 2. Januar, 20.31 Uhr: Offenbar steht fest, dass der Corona-Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird. Das hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von Teilnehmern erfahren. Uneinigkeit herrsche demnach aber noch darüber, wie lange die Maßnahmen weiter gelten sollen. Bayern gehöre zu den Bundesländern, die sich für eine Verlängerung bis 31. Januar aussprechen (siehe Link).

Update vom 2. Januar, 16.00 Uhr: Rund 43.000 Menschen konnten bis zum Jahresende in Bayern geimpft werden, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml im Bayerischen Rundfunk. Noch nicht enthalten seien dabei die Zahlen vom 1. Januar, weshalb sie nun von einem etwas höherem Wert ausgeht. „Der Impfstart ist in meinen Augen gut gelaufen. Es war klar, dass am Anfang es vielleicht da und da noch etwas ruckelt.“ Damit zieht Huml eine positive Bilanz. Es gebe 99 Impfzentren im Freistaat und viele mobile Impf-Teams: „Das war schon ein ganz großer logistischer Aufwand gewesen“, sagte Huml. Für den 8. Januar sei nun die nächste Impfstoff-Lieferung geplant. „Es ist enorm wichtig, dass wir noch mehr bekommen und vor allem regelmäßig.“ Denn die Impfzentren stünden bereit. Und: „Im Moment ist eine große Impfbereitschaft da und die müssen wir wirklich nutzen.“

Huml erklärte auch, dass für die zweite Impfung, die jeder nach rund drei Wochen bekommen soll, bereits Impfstoff zurückgelegt werde. Unterdessen machte sich die Münchner Virologin Ulrike Protzer ebenfalls im Bayerischen Rundfunk dafür stark, den vorhandenen Impfstoff besser zu nutzen: „Was man vielleicht noch machen könnte: Man kann aus einer Ampulle dieses Impfstoffes nicht nur fünf, sondern sechs Dosen gewinnen. Das wären schon mal 20 Prozent mehr.“

Der Impfstoff des Herstellers Biontech wird als Konzentrat geliefert. Aus einer Konzentrat-Ampulle sollen fünf Impfstoff-Dosen gewonnen werden können, sie enthalten aber nach ersten Erfahrungen etwas mehr, was die Entnahme einer sechsten Dosis ermöglicht. Darüber wird aktuell bundesweit diskutiert, es braucht für ein solches Vorgehen jedoch eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema.

Corona in Bayern: Weiter hohe Infektionszahlen

Update vom 2. Januar, 12.51 Uhr: In vielen Regionen Bayerns ist die Zahl der Corona-Infektionen nach wie vor alarmierend hoch. Doch nun gibt es einen ersten Lichtblick: Am Samstag liegt der erste Landkreis im Freistaat unter dem wichtigen Grenzwert von 50. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt in Landsberg am Lech auf 42,4. Nachmeldungen könnten diesen Wert theoretisch noch verändern. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz in Bayern bei 160,8.

Update vom 1. Januar, 21.39 Uhr: Bayern liefert weiter erschütternde Corona-Zahlen. So beispielsweise der Landkreis Passau: Dort ist der Inzidenzwert der letzten sieben Tage laut den Daten von DBVIS mittlerweile auf 436,36 gestiegen. In den letzten sieben Tagen sind dort 26 Menschen an Corona gestorben und 838 Menschen neu am Virus erkrankt. Allein in den letzten 24 Stunden wurden dort 194 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Die Zahlen steigen rasant an.

Update vom 1. Januar, 15.05 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen in Bayern ist am Neujahrstag um 3743 Neuinfektionen gestiegen. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit. Am Freitag vergangener Woche, ebenfalls ein Feiertag, waren 2758 Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle stieg innerhalb von 24 Stunden um 52 auf 6766.

Corona in Bayern: Trotz Feiertagen und weniger Tests steigende Zahlen bei den Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner liegt nach LGL-Angaben in Bayern bei 166,21. Das LGL zählte seit Beginn der Pandemie 328.755 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Bayern (Stand: 01.01., 8.00 Uhr). Das Robert Koch-Institut wies allerdings erneut darauf hin, dass während der Feiertage und um den Jahreswechsel weniger Menschen getestet und weniger Daten übermittelt würden. Darum sei eine genaue Analyse aktueller Zahlen schwierig.

Corona in Bayern: Söder mahnt zu Geduld - und verweist auf aussichtsreichen Impfstoff

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief derweil alle Bewohner des Freistaats zu Geduld, Rücksicht und Disziplin auf. „Corona ist die Bewährungsprobe unserer Generation“, sagte der CSU-Chef in seiner Neujahrsansprache. Doch er sei sich sicher, dass es gelingen werde, die Corona-Pandemie zu überwinden. Die Zulassung des in Mainz entwickelten Biontech-Impfstoffs gebe Hoffnung auf Normalität. Dieser sei vertrauenswürdig und sicher, versprach Söder und bat die Bevölkerung „nicht den Fake-News glauben, die ständig durchs Netz geistern“.

Update vom 1. Januar 2021, 9.00 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur den Hoffnungen vieler Menschen auf ein baldiges Ende des Lockdowns einen Dämpfer verpasst. Er sei sehr skeptisch, schon ab 10. Januar wieder Öffnungen in Aussicht zu stellen, sagte Bayerns Ministerpräsident in Hinblick auf rasche Lockerungen der derzeitigen Corona-Maßnahmen. „Wir müssen jetzt einfach die Zahlen nachhaltig senken“, so Söder.

Baldiges Ende des Corona-Lockdown: Ministerpräsident Söder (CSU) erteilt Hoffnungen einen Dämpfer

Am 5. Januar (Dienstag) wollen die Ministerpräsidenten aller Länder gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut über den derzeit geltenden harten Lockdown beraten. Söder fordert weiterhin Entschlossenheit und Einigkeit der Länder-Chefs im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie. „Wenn wir aus Ängstlichkeit nicht entscheiden würden, dann hätten wir unseren Auftrag verfehlt. Es kommt jetzt nicht darauf an, die bequemste Lösung zu finden, sondern die wirkungsvollste.“

Söder appelliert an Durchhaltevermögen im Kampf gegen Corona: „Viele suchen nach Schlupflöchern“

Das vereinbarte Ziel des derzeit herrschenden Lockdowns ist es, die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf unter 50 zu drücken. Von diesem Ziel ist Deutschland allerdings noch weit entfernt. Insgesamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei durchschnittlich 140, in Bayern sogar bei 163 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2020, 00.00 Uhr). Söder appellierte erneut an die Bevölkerung, die Maßnahmen noch eine Weile mitzutragen. Die große Mehrheit gehe gut mit, doch auch „viele suchen nach Schlupflöchern, anstatt gemeinsam zu schützen“, so der Ministerpräsident. Diese Uneinsichtigkeit führte auch in der Silvesternacht zu einigen Einsätzen der Polizei, um illegale Neujahrsfeiern aufzulösen.

Coronavirus in Bayern: Zahl der Impfungen fast verdoppelt

Update vom 31. Dezember, 14.06 Uhr: Circa 32.000 Menschen in Bayern haben sich bislang gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit habe sich innerhalb kürzester Zeit die Zahl der Impfungen beinahe verdoppelt, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit. Bis Mittwochnachmittag seien an Bayern rund 102.000 Impfdosen ausgeliefert worden. Damit könnten nun mehr als 50.000 Menschen geimpft werden. Für einen vollen Impfschutz muss sich jeder zweimal impfen lassen.

Update vom 31. Dezember, 11.44 Uhr: Das Corona-Jahr 2020 geht zuende, doch Markus Söder stimmt Bayern auf ein schweres 2021 ein. In seiner Neujahrsansprache macht der CSU-Chef aber auch Hoffnung.*

Update vom 31. Dezember, 7.54 Uhr: Coburg zieht die Reißleine. Wegen der weiter steigenden Corona-Zahlen ist die Stadt „gezwungen, die Corona-Regelungen weiter zu verschärfen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese gelten schon ab Donnerstag (31. Dezember). „Der Landkreis bleibt bei den alten, lockereren Regeln, da dort die Inzidenzzahlen deutlich niedriger sind“, heißt es weiter.

Den neuen Regeln zufolge, dürfen Haushalte in der Stadt Coburg „künftig nur noch Besuch von einem konkreten anderen Hausstand empfangen. Man muss sich also im Geltungs-Zeitraum bis zum 10. Januar 2021 auf einen anderen Haushalt festlegen, mit dem man sich trifft. Weitere Haushalte dürfen nicht getroffen werden“, heißt es. Dabei gilt weiterhin die Beschränkung auf maximal fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Coburg verschärft Corona-Regeln: Stadt rät von „Tourismus“ in andere Landkreise ab

Die Stadt Coburg rät von einem „Tourismus“ in andere Landkreise in denen die Regelungen weniger streng sind dringend ab „Coburg belegt bei den Inzidenzzahlen weiterhin einen der unrühmlichen Spitzenplätze und das Infektionsgeschehen in der Stadt ist diffus. Wir können also zumeist nicht genau klären, wo die Ansteckung entsteht“, erklärte der Pressesprecher der Stadt, Louay Yassin. „Daher müssen wir die Regelungen leider weiter verschärfen. Wir müssen von diesen hohen Zahlen runterkommen. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, die strikten Regelungen mit einer Fahrt anderswohin zu umgehen.“

  • Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäusern werden auf maximal 30 Minuten pro Patient und Tag beschränkt. Jeder Besucher muss eine FFP2-Maske tragen.
  • Versammlungen in geschlossenen Räumen bleiben untersagt.
  • Versammlungen unter freiem Himmel sind auf maximal 25 Personen und eine Dauer von 60 Minuten begrenzt. Es muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.
  • Gottesdienste in Gebäuden sind nun grundsätzlich untersagt. Bei Gottesdiensten im Freien beträgt die Höchstteilnehmerzahl 50 Personen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist zwingend erforderlich.

„Bitte halten Sie sich an die Regeln, noch immer steigen die Infektionszahlen in Coburg“, bat Yassin erneut. „Da auch die Mitarbeiter in unserem Krankenhaus und das Klinikum selbst schon am Rande der Belastbarkeitsgrenze ist, müssen wir die Infektionen dringend verringern.“

Corona in Bayern: Mit Luftdruckwaffe auf Landratsamt geschossen?

Update vom 30. Dezember, 20.47 Uhr: In Niederbayern hat sich laut des dortigen Polizeipräsidiums ein mysteriöser Vorfall ereignet. Offenbar hat ein Unbekannter mit einer Luftdruckwaffe auf ein Fenster des Alten Landratsamtes geschossen. Die Polizeiinspektion Kelheim sei am Dienstag über das Einschussloch informiert worden.

In dem Gebäude, dass seit 2016 leer ist, befindet sich im Erdgeschoss aktuell das Impfzentrum. Das berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Der Leiter des Impfzentrums teilte der Polizei mit, dass bei einem Rundgang ein Einschussloch in der Außenverglasung eines Fensters im Obergeschoss festgestellt wurde. Dort wurde im Zwischenraum der Doppelverglasung ein entsprechendes Projektil einer Luftdruckwaffe festgestellt.

Konkrete Hinweise zum Täter und Motiv gebe es derzeit nicht. „Ein direkter Bezug der Tat zur derzeitigen Nutzung des Gebäudes kann aktuell nicht hergestellt werden. Es wird in alle Richtungen ermittelt“, erklärte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Maximilian Bohms. Die Kripo Landshut bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Corona in Bayern: Kommt nun also doch der Impfstoff? Die Verwirrung ist komplett

Update vom 30. Dezember, 18.25 Uhr: Bayern soll nun doch die ursprünglich zugesagte Impfstoff-Lieferung erhalten. Am Nachmittag hieß es noch, die Ration für Anfang Januar sei gestrichen. Jetzt folgte die Kehrtwende. Nach Kritik aus mehreren Ländern, auch aus Bayern, teilte das Bundesgesundheitsministerium dann mit, dass es am 8. Januar doch eine Lieferung geben soll - dafür dann aber erst wieder am 18. Januar.

Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek kritisierte den Bund dennoch: „Die Informationspolitik des Bundes ist hier stark verbesserungswürdig*, denn bislang erreichen uns die benötigten Informationen leider nur sehr zögerlich und meist kurzfristig. Der Bund muss endlich für eine angemessene Versorgung mit Impfstoff sorgen.“ Es sei den Bürgern nicht vermittelbar, „dass sie trotz hoher Impfbereitschaft auf ihren Schutz gegen diese heimtückische Krankheit warten sollen“, sagte Holetschek.

Bis Mittwochmittag wurden laut dem Gesundheitsministerium bereits rund 17.000 Menschen im Freistaat geimpft, insbesondere in Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Nach einer Übersicht des Robert-Koch-Instituts lag Bayern zuvor - in absoluten Zahlen - im Ländervergleich vorne.

Zudem trafen nach Angaben von Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch weitere 107.500 Impfdosen in Bayern ein. Künftig sollen jeweils 107.250 Impfdosen pro Woche vom Bund kommen.

Innenminister Joachim Herrmann kündigt verstärkte Kontrollen an Silvester an

Update vom 30. Dezember, 17.58 Uhr: Bayern steht vor einem sehr stillen Silvester. Das Zünden von Böllern und Feuerwerk ist wegen der Corona-Krise auf öffentlichen Plätzen und in vielen Kommunen auch auf Privatgrundstücken verboten. Auch mit den Nachbarn auf der Straße auf 2021 anzustoßen, ist wegen der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr im Freistaat nicht möglich. Eine fragwürdige Idee brachten drei saarländische Politiker ins Spiel. Sie plädieren dafür, das Feuerwerk im neuen Jahr nachzuholen.

Die Polizei wird in der Silvesternacht verstärkt kontrollieren, ob sich die Feiernden an diese Vorgaben halten. Innenminister Joachim Herrmann kündigte an, dass 800 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei die örtlichen Polizeiinspektionen unterstützen werden. Schwerpunkt soll dabei die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen und der Ausgangssperre ab 21.00 Uhr sein, wie das Ministerium mitteilte.

Nach Berlin: Lieferung gestrichen! Auch Bayern bekommt keinen neuen Impfstoff - Für Huml „unverständlich“

Update vom 30. Dezember, 14.50 Uhr: Nach Berlin nun auch die Hiobsbotschaft für Bayern. „Wie wir heute vom Bund erfahren haben, wird Bayern in der ersten Januarwoche – entgegen der bisherigen Zusage – voraussichtlich keine Impfstofflieferung erhalten“, teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gegenüber focus.de am Mittwoch mit. „Unverständlich“ sei das, wie so eine Lieferung einfach entfallen könne.

Bayern fordert mehr Klarheit und Verlässlichkeit bei Corona-Impfstofflieferung

Update vom 30. Dezember, 11.27 Uhr: Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) hofft auf mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit vom Bund, was die Lieferung von Corona-Impfstoffen angeht. Wenn man in den Impfzentren Termine vergeben wolle, müsse man wissen, wann welcher Impfstoff in welcher Menge zur Verfügung stehe, sagte Holetschek am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Da würde ich mir vom Bund eine höhere Verlässlichkeit wünschen.“ Ansonsten sei es sehr schwierig, den Menschen, die bei den Hotlines anrufen und fragen, Auskünfte zu geben. Für die Impfzentren in Bayern gibt es nach Worten Holetscheks schon mehr als 8000 Terminvormerkungen.

Holetschek zeigte sich mit dem Impfstart in Bayern insgesamt zufrieden - trotz kleinerer Probleme. Rund 10.000 Menschen vor allem in den Alten- und Pflegeheimen seien schon geimpft. „Wir haben eigentlich keinen schlechten Start hingelegt.“ Holetschek warf aber auch die Frage auf, wie weitere Produktionssteigerungen erreicht werden könnten. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, die Produktion anzukurbeln.

Corona-Impfung in Bayern gestartet: Betrüger nutzen fiese Masche - Gesundheitsministerin Huml reagiert

Update vom 30. Dezember, 10.07 Uhr: Erst seit Sonntag wird in Bayern gegen Corona geimpft, schon sind Betrüger auf den Zug aufgesprungen. Anrufer behaupten demnach, dass sich die Angerufenen ab sofort - gegen die Zahlung eines Geldbetrages - impfen lassen können (siehe Update vom 29. Dezember, 14.21 Uhr). Die Stadtverwaltung Garching warnte, auf das Angebot nicht einzugehen. Auch Gesundheitsministerin Melanie Huml stellt klar: „Angesichts solcher dubiosen Telefonanrufe möchte ich nochmals betonen: Das Impfangebot ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Niemand muss dafür in finanzielle Vorleistung. Die Kosten werden vollständig von den Krankenkassen beziehungsweise dem Freistaat Bayern übernommen.“  

Impfung gegen das Coronavirus gestartet: Sonderrechte für Geimpfte?

Update vom 29. Dezember, 21.11 Uhr: Wird es Sonderregelungen für Corona-Geimpfte geben? Jens Spahn lehnt diese Idee klar ab, doch die Debatte ist voll entbrannt. Doch ist das von Regierungsseite überhaupt so einfach zu regeln?

„Für den Staat gilt schon heute ein allgemeines Diskriminierungsverbot. Es verbietet sich deswegen von vorneherein, zum Beispiel im ÖPNV nach Geimpften und Nicht-Geimpften zu unterscheiden. Im privaten Bereich gibt es hingegen eine Regelungslücke, die wir adressieren müssen“, sagt Volker Ullrich, rechtspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe der Welt.

Natürlich gebe es ein offizielles Diskriminierungsverbot in Deutschland. Impfungen schließt der Text aber nicht ein. „Das Gesetz formuliert sechs konkrete Diskriminierungsgründe, in denen Ungleichbehandlungen verboten sind - dazu zählen beispielsweise Behinderungen. Wenn der Gesetzgeber dafür Vorsorge treffen wollte, dass Nicht-Geimpften keine Nachteile entstehen, müsste er das konkret regeln“, erläutert der Sprecher der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Sebastian Bickerich.

Private Betriebe wie Restaurants, Hotels oder Gaststätten besitzen ihr Hausrecht und können Personen von ihrem Grundstück verweisen, wenn sie wollen. Nur, wenn dabei tatsächlich Diskriminierung besteht, handeln sie gesetzwidrig. Eine etwaige Menschengruppe der „Nicht-Geimpften“ findet sich im betreffenden Gesetzt nicht.

Neuer Corona-Schnelltest aus Bayern: Aiwanger bestellt eine Million Tests von Martinsrieder Firma

Update vom 29. Dezember, 17.20 Uhr: Die bayerische Landesregierung setzt ab Januar auf einen neuen Corona-Schnelltest. Das revolutionäre PCR-Testverfahren wurde in Martinsried nahe München entwickelt. Es soll innerhalb von weniger als einer Stunde zuverlässige Ergebnisse liefern.

Hubert Aiwanger schwärmt von der Methode. „Der weltbeste Schnelltest“, ist der stellvertretende Ministerpräsident euphorisch. Ab März könnten die bayerischen Schnelltests europaweit verfügbar sein.

Corona-Impfung gestartet: Betrüger nutzen fiese Masche - bayerische Stadt warnt

Update vom 29. Dezember, 14.21 Uhr: Erst seit Sonntag wird in Bayern gegen das Coronavirus geimpft, doch schon sind Betrüger auf den Zug aufgesprungen. Laut der Stadtverwaltung Garching haben Bürger in den vergangenen Tagen Anrufe wegen einer angeblichen Corona-Impfung bekommen, die auf einen Betrug hindeuten.* Demnach behaupten die Anrufer, dass die Angerufenen sich ab sofort - gegen die Zahlung eines gewissen Geldbetrages - impfen lassen könnten. „Hierbei handelt es sich um eine Betrugsmasche, auf die keinesfalls eingegangen werden sollte“, warnt die Stadt.

Grundsätzlich sei die Corona-Impfung kostenfrei. Alle Informationen hierzu und den zu vergebenden Terminen werden ausschließlich per Post vom Landratsamt München versandt, heißt es weiter. Solange jedoch die mobilen Impfteams in den Alten- und Pflegeheimen unterwegs sind, versendet das Landratsamt noch keine Informationsschreiben.

Im Impfzentrum in der Bamberger Brose Arena wurden bereits Anfang Dezember Probeabläufe für die Corona-Impfungen durchgeführt.

Gastronomie schlägt Alarm: „Die Not ist brutal“ - Kommen doch Sonderrechte für Corona-Geimpfte?

Update vom 29. Dezember, 12.53 Uhr: Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband kann sich gelockerte Corona-Regeln für Geimpfte gut vorstellen. Auch Kindergärten würden Impfungen verlangen. Und wenn 50 Menschen zusammen im Gasthaus feiern wollen „und alle geimpft sind, warum nicht?“, sagte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer am Dienstag in München. „Ich würde da relativ pragmatisch vorgehen.“

Die Wirte vertrauten weiter voll auf die Zusage der Bundesregierung, mit den November- und Dezemberhilfen 75 Prozent des entgangenen Umsatzes ersetzt zu bekommen - auch wenn sie bislang noch „keine wesentlichen Zahlungen erhalten“ hätten. Viele Wirte hätten schon ihre gesamten Ersparnisse samt Altersvorsorge eingesetzt und sich verschuldet. „57 Prozent der Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet“ sagte Inselkammer. „Die Not ist brutal.“

Viele Menschen hätten gemerkt, dass das Leben ohne die Wirtshäuser ärmer sei: „Wenn wir wieder aufsperren, wird die Nachfrage sehr groß sein“, sagte Inselkammer. Aus der Not heraus hätten auch viele Wirte mit dem Außer-Haus-Verkauf Geld verdient oder andere neue Konzepte ausprobiert. Davon werde manches bleiben, auch wenn es immer nur ein Zusatzgeschäft sein könne.

Söder mahnt bei Corona-Impfstoff zur Geduld - Krankenhäuser schlagen Alarm: „Belastung höher als im Frühjahr“

Erstmeldung vom 29. Dezember, 8.30 Uhr: München - Seit Sonntag (27. Dezember) wird auch in Bayern gegen das Coronavirus* geimpft. Zum Start kam es aber direkt zu einer Panne in der Kühlung. Entgegen erster Meldungen werden die betroffenen Dosen nun doch nicht verimpft. Das teilte ein Sprecher des Landratsamts Lichtenfels der Deutschen Presse-Agentur mit.

Corona-Impfstart in Bayern: „Das macht Hoffnung“ - aber weiter Geduld gefragt

Viele blicken hoffnungsvoll auf die kommenden Impfungen, so auch Ministerpräsident Markus Söder*. Weil die bestellten Mengen* aber „erst nach und nach kommen, wird es länger dauern. Daher braucht es weiter Geduld“, wie der CSU-Chef am zweiten Weihnachtsfeiertag auf Twitter schrieb.

Corona in Bayern: Pfleger und Ärzte in Krankenhäusern stoßen an ihre Grenzen

Pflegekräfte und Ärzte in Krankenhäusern stoßen derweil an ihre Grenzen. Der Arbeitsdruck ist hoch, Patienten sterben und es besteht die Angst, sich anzustecken. „Die Belastung ist höher als im Frühjahr, als wir noch frisch waren“, sagte Psychologin Eva Katharina Krauß-Köstler vom Nürnberger Klinikum. Die erste Corona*-Welle habe bereits Spuren hinterlassen, nun müssen alle trotzdem weiter durchhalten.

In dieser Situation soll ein psychosoziales Kriseninterventionsteam die Beschäftigten am Klinikum Nürnberg* unterstützen. Die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich von morgens bis in die Nacht an einem Krisentelefon erreichbar.

Corona in Bayern: Ärzte und Pfleger in Sorge, die eigene Familie anzustecken

„Es ist ganz unterschiedlich, was die Menschen bewegt“, sagte Krauß-Köstler, die das Kriseninterventionsteam betreut. Einige litten unter der großen Arbeitsbelastung, andere machten sich Sorgen, zu wenig Zeit für die Familie zu haben oder diese möglicherweise sogar mit Corona* zu infizieren. „Wir haben gemerkt, dass man uns vermehrt kontaktiert, wenn ein junger Mensch an Covid-19* stirbt.“

Das Team geht aber auch regelmäßig auf die besonders betroffenen Stationen, um sich selbst ein Bild zu machen - und vor allem Vertrauen aufzubauen. „Es ist schon eine hohe Schwelle für die Mitarbeitenden sich an ein Kriseninterventionsteam zu wenden“, sagte die Leitende Psychologin Barbara Stein von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Oft helfe es, über Sorgen und Unsicherheiten im Team zu sprechen. Im Alltag gehe das aber gerade unter. „Die Luft zum Durchatmen fehlt zurzeit“, sagte Stein. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Alle Corona-Regeln, die in Bayern an Silvester gelten, finden Sie in unserer Übersicht.*

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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