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Hochwasser-Katastrophe: Mediziner warnt vor Keim - immer mehr Flutopfer und Helfer könnten erkranken

Über 150 Personen werden nach der Hochwasser-Katastrophe noch immer vermisst, ein Mediziner warnt nun jedoch vor Erkrankungen in den betroffenen Flut-Gebieten.

Berlin - Die Hochwasser-Katastrophe hat Deutschland buchstäblich überrollt, die Wassermassen sorgten für viele Todesopfer, noch immer Vermisste, unzählige zerstörte Häuser und Dörfer. Viele Menschen stehen vor dem Nichts, die Hoffnung, die noch vermissten Personen lebend zu finden, schwindet. Nun warnt ein Arzt jedoch auch Helfer, welche seit Tagen unermüdlich in den Regionen aufräumen. Immer mehr von ihnen könnten erkranken.

Hochwasser-Katastrophe in Deutschland: Viele Personen noch immer vermisst

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht aktuell kaum Chancen, noch Überlebende zu finden. „Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten.“

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer war innerhalb knapp einer Woche bis zum Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote bestätigt. Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst - allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz.

Hochwasser-Katastrophe in Deutschland: Mediziner warnt vor Erkrankungen vor Ort

Auch Tage nach der Katastrophe zeigt sich in vielen Ortschaften ein Bild der Verwüstung, Helfer und Einsatzkräfte schuften, um die Folgen der Flut so schnell wie möglich beseitigen zu können. Doch genau diese Helfer und auch Flutopfer erkranken aktuell immer häufiger, denn die hygienischen Bedingungen vor Ort sind ein idealer Nährboden für Keime. Wie Mediziner Dr. Specht gegenüber RTL erklärt, kommen viele der Helfer mit kontaminiertem Wasser in Berührung. Die Folge: Wundinfektionen und oftmals Darmerkrankungen.

Wie der Experte gegenüber dem TV-Sender erklärt, schwimmen aktuell viel Darmkeime in den betroffenen Gebieten. Die vielerorts aktuell warmen Temperaturen würden die Verbreitung der Keime noch begünstigen. Der Grund für die Kontamination seien beispielsweise überschwemmte Kläranlagen oder Toiletten-Spülungen, welche nicht in die Kanalisation abgeleitet werden könnten. Diese Keime könnten, so schildert es der Experte, zum einen zu Darmerkrankungen führen. Oder bereits bei minimal kleinen Wunden zu Wundinfektionen.

Wie Dr. Specht gegenüber RTL weiter erklärt, sei es aus diesem Grund ratsam, Handschuhe bei den Aufräumarbeiten zu tragen. „Auch barfuß herumlaufen ist keine gute Idee“, so der Experte weiter. Häufiges Hände waschen oder desinfizieren sei wichtig, um die gefährlichen Keime nicht mit den Schleimhäuten in Berührung zu bringen.

Hochwasser-Katastrophe in Deutschland: Einige Praxen aktuell nicht mehr arbeitsfähig

Sorgen bereitet der Ärztegewerkschaft Marburger Bund zudem die Versorgung von Patienten in den Katastrophengebieten. Manche Arztpraxen in Rheinland-Pfalz seien nicht mehr arbeitsfähig, hieß es am Dienstag - nicht von Hochwasser betroffene Praxen müssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen. Es sei zudem sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische „Not-Praxen“ sowie „Not-Apotheken“ aufgebaut würden.

Der Staudamm der Steinbachtalsperre in NRW drohte wegen der Fluten zu brechen. Bis ein 68-jähriger Bauunternehmer einschritt und die Situation entschärfte. Hochwasser überraschte nun auch vielerorts in China tausende Menschen. Hunderte wurden in der U-Bahn von den Wassermassen eingeschlossen.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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