Richter findet klare Worte

„Das mag in Ihrer Kultur anders sein“: 15-Jährige in Wohnung eingesperrt und misshandelt

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Vater Mohamed, Bruder Mohamad und Mutter Rana standen am Dienstag vor Gericht.

Eine 15-Jährige verliebte sich in der Schule in einen Jungen - und wurde deswegen von ihrer Familie misshandelt. Der Fall landete nun vor Gericht.

München - Drei Tage lang wurde Lela von ihrer syrischen Familie in die Wohnung ihrer Eltern gesperrt. Die 15-Jährige bekam nichts zu essen oder zu trinken berichtet Merkur.de*. Zudem trat Mohamed S. (66) seiner Tochter gegen den Kopf und ins Gesicht. Er drohte der 15-Jährigen, ihr die Kehle durchzuschneiden. Und: Bruder Mohamad und Mutter Rana halfen mit, dass Lela nicht entkommen konnte.

Familie der 15-jährigen Lela vor Gericht

Der Grund: Lela hatte sich in der Schule in einen Jungen verliebt. Die Familie der 15-Jährigen erfuhr, dass Lela einen Afghanen als Freund hatte - und das missfiel ihr. Damit die Schülerin keinen weiteren Kontakt zu dem Jungen hat, griff die Familie zu den drastischen Maßnahmen.

Der Richter fand klare Worte: „Wir leben hier in einer Kultur, in der sich jeder verlieben darf. Es gibt in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Das mag in Ihrer Kultur anders sein!“ Weiter schimpfte er: „Das war Psycho-Folter. Sie haben Ihre Tochter wie einen Hund behandelt. Sie wurde entehrt. Diesen Teilaspekt Ihrer Kultur lehne ich komplett ab. Das ist verachtenswert. Sie sollten sich schämen.“

Vor Gericht legten Vater, Mutter und Bruder der Schülerin ein Geständnis ab. Das misshandelte Mädchen bat in einem Brief an den Richter um ein mildes Urteil. Das Urteil gegen die Eltern und den Bruder lesen Sie hier auf Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerkes der Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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