Unwetter-Drama

Ostsee: Sturmflut! Orkan und Riesen-Wellen zerrütten Küste

Für die deutsche Ostseeküste gilt am Mittwoch, 14. Oktober 2020, eine Sturmflut-Warnung. Die Küstenregionen werden von Monster-Wellen bedroht.

  • Sturmflut-Warnung an der Ostsee.
  • Höhe Wasserstände, starke Sturmböen und Mega-Wellen angekündigt.
  • Höhepunkt wird gegen Abend erwartet.

Lübeck – Der Herbst ist da und beschenkt den Norden direkt mit einem ungemütlichen Wetter-Phänomen. Am Mittwoch, 14. Oktober 2020 müssen sich die Ostsee-Anwohner und Touristen einmal umso mehr mit Regenjacken und -schirmen ausstatten – vielleicht sogar gar nicht erst vor die Tür gehen. Denn: „Es wird heftig“, kündigte NDR-Meterologe Stefan Kreibohm die Ostsee-Sturmflut an. Unrecht hatte er nicht: Sturmtief Giesela“ fegte mit Rekordgeschwindigkeiten über die Küstenregionen und sorgte jede Menge Chaos. Besonders hart traf es die Regionen an der Lübecker Bucht, der Wismar-Bucht und dem Greifswalder Bodden.

MeerOstsee
Mittlere Tiefe55 m
Fläche377.000 km²
Einzugsgebiet1.642.000 km²
Maximale Tiefe459 m
Angeschlossene Meerevia Kattegat an den Atlantik
InselnRügen, Usedom, Gotland, Öland, Hiiumaa, Saaremaa, Wolin,

Ostsee: Sturmflut trifft Stralsund,Greifswald und Wismar – Deutscher Wetterdienst (DWD) warnt

Auch der (Deutsche Wetterdienst DWD) warnte vorab vor starken Sturmböen. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR*) berichtet, kündigte sich das Sturmtief bereits gegen Mittag mit hohen Wasserpegeln an: In Greifswald war der Wasserstand fast 1,3 Meter über dem Normalpegel, er könnte gegen Abend sogar noch auf 1,4 Meter klettern, kündigte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) an. Auch gigantische Böen mit einer Windstärke von bis zu 10 oder 11 werden erwartet.

Die deutsche Ostseeküste hatte am Mittwoch, 14. Okotber 2020 mit einer großen Sturmflut zu kämpfen. (24hamburg.de-Montage)

Ähnlich stark betroffen sind auch die Regionen Stralsund und Wismar: bereits gegen Mittag war der Wasserstand 1,05 Meter höher als sonst. Rekordverdächtig starker Wind ist in Karlshagen und auf Usedom zu beobachten: Dort wurden orkanartige Böen mit einem Tempo von 122 km/h festgestellt. „Wir haben jetzt Wellenhöhen auf der Ostsee von um die fünf Meter. Die Kite-Surfer in Mukran haben richtig Spaß“, meinte Kreibohm. Schwerwiegende Schäden blieben bislang aus.

An der deutschen Ostsee werden die Sturmfluten in vier Klassen aufgeteilt: So wird bei einem Wasserstand von einem bis 1,25 Metern über dem mittleren Pegel von einer „Sturmflut“ gesprochen. Als „mittlere Sturmflut“  gilt ein erhöhter Wasserstand von 1,25-1,50 Meter und als „schwere Sturmflut“ ein Anstieg von 1,50-2,00 Metern. Eine „sehr schwere Sturmflut“ tritt bei mehr als zwei Metern über dem mittleren Wasserstand ein.

Sturmflut an der Ostsee: Fähren fallen aus, Bäume kippen um, Straßen werden gesperrt

Ganz ohne Folgen blieb die Sturmflut an der Ostsee dann aber doch nicht: Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sollen etwa 60 Bäume gestürzt sein. Etliche Straßen wurden daher gesperrt, die Feuerwehr in Wismar war im Dauereinsatz und stellte Sandsäcke bereit. Auch zu Stromausfällen kam es in mehreren Gebieten in Vorpommern, darunter Ducherow oder Bugewitz.

Auch in anderen Gegenden wurden bereits vorab Maßnahmen getroffen, um die Schäden durch die Sturmflut so minimal wie möglich zu halten: Fähren fielen aus, der Tierpark Wolgast blieb vorsorglich geschlossen. In Stralsund mussten Autobesitzer ihre Wagen umparken und aus der Küstennähe entfernen.

Viele Touristen und Herbsturlauber ließen sich das beeindruckende Wellen-Spektakel allerdings nicht entgehen und knipsten an den Stränden fleißig Fotos, beispielsweise vor dem Ozeanum in Stralsund. Dort wurde der Hafen teilweise stark überflutet „Der Pegel steigt etwa alle zehn Minuten um einen Zentimeter an“, zitiert das Hamburger Abendblatt einen Sprecher der Stadt.

Herbst-Wetter in Deutschland: Hamburg und Norddeutschland sind Schietwetter bereits gewohnt

Auch Hamburg* bleibt vor Stürmen und Unwettern nicht verschont: Immer wieder sorgt das berüchtigte norddeutsche Schietwetter in der Hansestadt für Chaos, 24hamburg.de berichtete über das wechselhafte Wetter in der Elb-Metropole*. Und auch kreiszeitung.de schreibt über die heftigsten Unwetter und Stürme*, die es in Deutschland bisher gab. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Krumm/Stefan Sauer/dpa/picture alliance

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