Viele Teile sollen erhalten bleiben

Bund will „Seute Deern“ retten - Sanierung dauert wohl sieben Jahre

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Die 100 Jahre alte „Seute Deern“ in Bremerhaven sollte eigentlich abgewrackt werden. Nun wurde Geld für einen „Neubau“ bewilligt.

Das Wahrzeichen Bremerhavens, die „Seute Deern“, soll wiederaufgebaut werden. Das Original aus dem Jahr 1919 ist marode und sollte verschrottet werden - nun sollen viele Teile für den Neubau übernommen werden. Die Kosten dafür will der Bund übernehmen.

  • „Seute Deern“ soll wiederaufgebaut werden
  • Bund stellt Millionenbetrag zur Verfügung
  • Schifffahrtsmuseum berät im Dezember über weiteres Vorgehen

Bremerhaven/Berlin - Mit finanzieller Unterstützung des Bundes soll das marode Museumsschiff „Seute Deern“ aus Bremerhaven neu gebaut werden. Viele alte Schiffsteile müssten ersetzt werden, sagte der Sprecher des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Thomas Joppig, am Freitag. Denn die hohe Summe ändere nichts am Zustand der Bark. 

Dass das Schiff erhalten werden kann, sei eine freudige Überraschung. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am Vortag beschlossen, 46 Millionen Euro für das Schiff zu geben. Die Summe lasse Spielraum für die Sanierung weiterer Exponate im Museumshafen, sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Schmidt.

„Seute Deern“: Rettung kommt überraschend

Für viele Beobachter kommt die Finanzspritze für das „Süße Mädchen" überraschend. Im Oktober hieß es aus Bremerhaven noch, das Museumsschiff sei nicht mehr zu retten. Nach dem Willen des Stiftungsrats des Schifffahrtsmuseums sollte es abgewrackt werden, berichtet kreiszeitung.de*. 

Die geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Prof. Sunhild Kleingärtner, verwies darauf, dass der Museumshafen eine nachhaltige Perspektive brauche: „Das ist die Lehre, die aus Jahrzehnten der Unterfinanzierung und des Sanierungsstaus gezogen werden muss.“ Nötig seien Mittel, um die Instandhaltung der Schiffe und maritimen Objekte sicherzustellen. Der Stiftungsrat soll Mitte Dezember zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

„Seute Deern“-Sanierung dauert wohl sieben Jahre

Der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen kritisierte die Entscheidung des Bundestags als „völlig rückwärts orientiert“. Bremerhaven habe ganz andere Probleme als die „Seute Deern“. „Es gäbe jede Menge zukunftsgerichtete Projekte, die sich über das Geld freuen würden“, betonte Vorstand Carl Kau.

Die nun geplante Sanierung kommt einem Neubau gleich. Ein Gutachten hatte dargelegt, dass 75 Prozent des Schiffes Schrott sind. Uwe Schmidt sagte, die Rekonstruierung werde nach dem vorliegenden Konzept sieben Jahre in Anspruch nehmen. Sinnvoll sei es, das Projekt auch als touristischen Mehrwert für Bremerhaven zu nutzen.

Havarie und Brand setzten „Seute Deern“ schwer zu

Der 1919 in den USA gebaute Dreimaster, der auch als Restaurant genutzt wurde, liegt seit 1966 im Hafenbecken von Bremerhaven. Ende August sank die „Seute Deern“ nach einem Wassereinbruch in Bremerhaven auf den Grund. Es wurde gehoben und schwimmt nur mit Hilfe leistungsstarker Pumpen. bereits Anfang des Jahres hatte es auf dem Schiff gebrannt, heißt es auf kreiszeitung.de.

Anno 1919 lief das aus Nadelholz gebaute Schiff im US-Bundesstaat Mississippi als Gaffelschoner „Elisabeth Bandi“ vom Stapel. Gedacht war das Schiff für den Transport von Holz. In den 30er-Jahren wurde es an einen finnischen Reeder verkauft und hieß nur noch „Bandi“. 1938 übernahm ein Hamburger Reeder das Schiff und ließ es umbauen. Auffällige Neuerung: eine große Galionsfigur am Vordersteven, die „Seute Deern“, die dem Schiff fortan den Namen gab.

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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