Er wirft Feuerwehr-Mann „Mord“ vor

Feuerwehr erschießt Zirkus-Zebra - Dompteur völlig am Boden zerstört

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Angelo Madel, Zirkus-Dompteur, kniet neben dem toten Zebra Pumba.

Große Aufregung in Liepen, einem kleinen Dorf in Mecklenburg. Ein Zebra liegt erschossen am Straßenrand. Tränen fließen. Über die Umstände wird gestritten. 

18.19 Uhr: Nachdem am Mittwoch das Zirkus-Zebra „Pumba“ erschossen wurde, soll nun ein neues Zebra an dessen Platz rücken. Das sagte die Tierlehrerin Carla Jenkins gegenüber der BILD. Der Zirkus brauche für die Show einen Ersatz. Außerdem sagte sie: „Safari soll nicht allein bleiben, es braucht jemanden zum Kuscheln.“

Nun soll erst einmal das Zebra eines Bekannten als Ersatz dienen, dann wolle man sich um den Kauf eines neuen Tieres kümmern. Dafür müsse man sich laut Jenkins „viel Zeit nehmen, hinfahren, das Tier genau anschauen, sehen wie es sich verhält“. Ein eingerittenes Pferd zu kaufen, sei um einiges leichter. Die Suche kann einige Wochen dauern. Der Zirkus suche im In- und Ausland.

Zebra erschossen: Zirkus-Dompteur ist am Boden zerstört

15.57 Uhr: Die Polizei Rostock erklärte, es seien keine strafrechtlichen Ermittlungen, insbesondere keine Todesfallermittlungen, aufgenommen worden, da es sich um ein Tier handele. Die Beamten versuchten aber, die Umstände aufzuklären. Auch die Feuerwehr bemühe sich um Aufklärung, teilte eine Sprecherin der Hansestadt Rostock mit.

12.11 Uhr: Der Besitzer von Pumba, Zirkus-Dompteur Angelo Madel, ist am Boden zerstört. „Ich sitze hier im Wohnwagen und bin nur am Heulen. Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen“, zitiert ihn „Bild“.  „Ich war ständig in Kontakt mit der Polizei. Die haben alles richtig gemacht. Die haben mir gesagt, dass das Tier betäubt werden soll, gingen ja selbst davon aus. „Aber wieso der Mann von der Feuerwehr das Tier erschießen musste, verstehe ich nicht. Das war Mord! Mein Herz ist gebrochen.“

„Sie hatten keine andere Wahl“: Zirkus-Zebra in Liepen erschossen 

Update 11.10 Uhr: Während das Entsetzen groß ist über das erschossene Tier, verteidigt sich die Feuerwehr.  „Die entsprechenden Kollegen der Tierrettung besitzen einen Jagdschein und waren deshalb bereits des Öfteren zu Einsätzen im Rahmen der Amtshilfe von der Polizei hinzugezogen worden. Sie hatten keine andere Wahl und entschieden sich deshalb zum Gebrauch der scharfen Munition“, zitiert „Bild“ den Sprecher der Berufsfeuerwehr Rostock. 

Video: Zebra büxt aus und wird erschossen

Ursprungsartikel: Feuerwehr erschießt Zirkus-Zebra auf offener Straße - Anwohner entsetzt

Liepen - Pumba liegt erschossen im Straßengraben in der kleinen Ortschaft Liepen, rund 40 Kilometer östlich von Rostock. Daneben stehen fünf Mitarbeiter des Circus Barlay. Die Tränen fließen, sie können es nicht fassen, dass ihr fünfjähriges Zebra tot ist. Neben der Trauer kommt auch Wut auf. Denn nach Darstellung von Augenzeugen sei die Tötung des Tieres, das sich zuvor auf die Autobahn 20 verirrt hatte, nicht notwendig gewesen.

Das Drama hatte in der Nacht zu Mittwoch angefangen, als der Zirkus in Tessin ankam. Das Problem sei gewesen, dass Sie mit ihren vier Schwertransportern und den Tieren nicht aufs Gelände fahren konnten, wie Zirkuschef Jonny Ortmann berichtet. Sonst wären die Tiere einfach ins Gehege gelaufen. Beim Ausladen seien die zwei Zebras abgehauen.

Zirkus-Zebra Pumba: Tier demoliert einen Streifenwagen

Laut Polizei ließ sich eines eingefangen und wurde zurückgebracht. Pumba ließ sich aber weder mit Futter noch mit anderen Methoden dazu bewegen zurückzukommen. Er lief am Mittwochmorgen auf die Autobahn 20 und verursachte dort einen Unfall. Beim Versuch, einen Zusammenstoß mit dem Zebra zu vermeiden, berührten sich zwei Autos. Verletzt wurde niemand. Die Autobahn wurde gesperrt.

Auf der weiteren Flucht überlief Pumba die Motorhaube eines Wagens und beschädigte einen Streifenwagen. Neben der Polizei wurde noch die Tierrettung der Rostocker Feuerwehr verständigt. Die Flucht des Zirkus-Zebras wurde schließlich in Liepen von einem Mitarbeiter der Tierrettung mit zwei Schüssen beendet.

Über den Ablauf in dem rund 60-Einwohner-Ort Liepen gibt es zwei Versionen. Wie der Rostocker Stadtsprecher Ulrich Kunze berichtete, war der Einsatz eines Betäubungsgewehrs nicht möglich, da eine Gefährdung anderer nicht ausgeschlossen werden konnte. „Das Tier war nach Einschätzung der Mitarbeiter nicht zu bändigen.“ Aus einer Distanz von rund 60 Metern sei nur der Schuss mit der scharfen Munition möglich gewesen.

Totes Zirkus-Zebra Pumba: Anwohnerin entsetzt

„Es ging doch gar keine Gefahr aus“, sagt dagegen Anwohnerin Petra Melchin über Pumba. „Der war kaputt, der Kopf war unten.“ Ihrer Meinung nach hätte direkt neben dem Tier nur ein fünf Meter entferntes Tor zu einem umzäunten Feld geöffnet werden müssen. „Er wäre reingelaufen und gut wäre es gewesen.“ Es habe keinen Grund gegeben, das Tier zu töten. „Definitiv nicht.“ Und dann habe der Schütze seine Schüsse aus naher Entfernung abgegeben: „Das waren keine zehn Meter.“ Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auch Zirkuschefin Adriane Ortmann ist entsetzt. Die Polizei habe zugesichert, dass Pumba nur betäubt werde. „Er hat ganz brav hier gestanden“, sagt sie dem Sender „Antenne Mecklenburg-Vorpommern“. Sein Ausflug wäre hier zu Ende gewesen. Alle seien geschockt.

Zirkus-Mitarbeiter kündigten an, Anzeige gegen den Schützen zu erstatten. Jonny Ortmann sagt, dass am Freitag die Premiere in Tessin trotzdem stattfinden werde. „Es muss ja weitergehen.“ Das sei eben das Zirkusleben. Und es werde in der Manege auch wieder gelacht.

Zirkus-Zebra Pumba: Peta fordert Wildtierverbot in Zirkussen

Die Tierschutzorganisation Peta forderte unterdessen ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkussen. Der Ausbruch der beiden Zebras sei ein weiterer Beleg dafür, dass Zirkusbetriebe solche Tiere weder sicher noch artgerecht unterbringen können, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

In Norwegen sorgte ein Reiterin für Aufregung, weil sie ihr eigenes Pferd gegessen hat. Sie erhielt daraufhin sogar Morddrohungen. Zu einer erschreckenden Tat ist es auch in Österreich gekommen: Die Polizei ermittelt in einem Fünffachmord in Kitzbühel.

dpa/es

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