Kulturdeputation verabschiedet Haushaltsentwurf

Alle für mehr Geld

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz Foto: Pressestelle

Bremen – „Ich setze voraus, dass es im Interesse aller ist, die Kultur zu stärken.“ Wahre Worte, die Bremens Kultursenator Andreas Bovenschulte vergangene Woche im Gespräch mit unserer Zeitung fand – zumindest, wenn man nach den Ergebnissen der jüngsten Sitzung der Deputation für Kultur gehen kann. Denn dort entschied man am Mittwoch: Die Kultur soll in den kommenden beiden Jahren jeweils rund zehn Millionen Euro mehr bekommen.

Bevor das Geld verteilt werden kann, muss natürlich noch die Bürgerschaft zustimmen, angesichts der dortigen Mehrheiten scheint dies aber sicher. Doch wohin geht das Geld genau? Zunächst einmal sind es nicht zehn Millionen, die sich über die Kulturszene ergießen: Abzüglich fest eingeplanter Ausgaben wie beispielsweise Tarifgehälter bleiben aber immer noch 5,2 Millionen Euro für 2020 und 5,4 Millionen für 2021 übrig. Und so wie es die Planungen vorsehen, sind vor allem die Bereiche Stadtkultur, Museen und Theater/Tanz Nutznießer des Geldregens. So wird die Shakespeare Company mit 200 000 Euro mehr planen können, außerdem erhält die Schwankhalle 50 000 Euro mehr. Überdies gibt es in Zukunft mehr variable Projektmittel: für die Theater 120 000 Euro, für den Tanz 30 000 Euro.

Im musealen Bereich bekommt die Kunsthalle 400 000 Euro mehr. Auch die Weserburg (200 000 Euro), die Sammlungen Böttcherstraße (70 000 Euro), die Gerhard-Marcks-Stiftung (ebenfalls 70 000 Euro) und die Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung (25 000 Euro) können mit mehr Geld planen. Aber nicht nur die großen Museen, sondern auch die Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) erhält mehr Geld. Hier beträgt das Plus 20 000 Euro, bei der Städtischen Galerie sind es 25 000 Euro.

Für die City of Literature stellt Bremen 50 000 Euro bereit, während Junge Szene und Subkultur ebenfalls mit jeweils 50 000 Euro unterstützt werden. Zumindest im Jahr 2020, 2021 werden es dann sogar doppelt so viel, also 100 000 Euro sein. Also ist die Kulturdeputation ein Ort der reinen Harmonie? Nicht ganz, die CDU stimmte dem Haushalt der Kulturdeputation nicht zu, sondern enthielt sich. Vor allem weil es offenbar Akteure in der Kulturszene gibt, die mit der Verteilung unzufrieden sind. Ein Umstand, der auch anderen Parteien berichtet wurde und den Kulturstaatsrätin nach den Osterferien in Gesprächen ausräumen möchte. Danach dürfte dann der Weg für das Votum in der Bürgerschaft frei sein. Deren Sitzungen sind vom 7. bis 9. Juli geplant.  ban

Quelle: kreiszeitung.de

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