„TANZ Bremen“ verkündet Programm der 21. Ausgabe

Beträchtliche Impulse

Mit Fantasie potenziert: Nordkoreanische Tänze von Eun-Me Ahn. Foto: JM Chabot

Bremen - Von Rolf Stein. Nicht ohne eine Prise schwarzen Humor verkündet Ulrike Steffel, die Pressesprecherin von „TANZ Bremen“, der Vorverkauf beginne an diesem Freitag – dem 13. März. Aberglaube hin oder her, so ganz sicher, ob das Programm, an dem das Team in den vergangenen Monaten gearbeitet hat, auch über die Bühne geht, ist sich bei der gestrigen Pressekonferenz niemand. Würde das Festival, das 1989 ins Leben gerufen wurde und in seiner durchaus bewegten Geschichte immerhin schon 20 Ausgaben hatte, wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden müssen, wäre das bitter. Erst recht, weil das eigentlich als Biennale gedachte Tanzereignis schon für das vergangene Jahr geplant war.

Dabei sind Events wie „TANZ Bremen“ nicht einfach nur kulturelle Leuchttürme, wie man das gern im Stadtmarketing nennt, sondern wichtige Impulsgeber auch für die Region. Gregor Runge, Vertreter des Mitveranstalters Theater Bremen, erinnert daran, dass die ungarische Choreogafin Adrienn Hód zuerst als Festivalteilnehmerin nach Bremen kam. Dabei wurde die Tanzdramaturgie auf sie aufmerksam und verabredete eine auch künstlerisch erfolgreiche Zusammenarbeit, die sich zuletzt in dem Stück „Coexist“ manifestierte.

Die ästhetischen Impulse, die „TANZ Bremen“ in diesem Jahr liefert, könnten, wenn alles gut geht, beträchtlich sein. 19 Produktionen stehen auf dem Programm, 16 tragen die Handschrift von Frauen.

Eine Quote, sagt Sabine Gehm auf Nachfrage, habe es nicht gegeben. Die Qualität zählt. Und Geschlecht ist auch nicht das bestimmende Thema. Es geht – versteht sich beinahe von selbst – um den menschlichen Körper, um Identitäten, aber eben nicht so sehr um geschlechtliche. Besonders reizvoll ganz gewiss das Stück „North Korea Dance“ von Eun-Me Ahn und ihrer Company. Die südkoreanische Choreografin hat dafür im Internet und in Bibliotheken nach Formen des Tanzes im abgeschotteten Nachbarland gesucht und die Funde „kopiert, verfremdet und mit ihrer eigenen Fantasie potenziert“, wie Gehm beschreibt.

Dass der zeitgenössische Tanz sich schon seit einer Weile kritisch mit dem Hochleistungsgedanken auseinandersetzt, zeigt „Go!“ von der israelischen Choreografin Galit Liss, die mit ihrer Arbeit ein „Yes Manifesto for the Elderly Body“ formuliert, also ein positives Manifest für den älteren Körper. 17 Tänzerinnen zwischen 64 und 84 Jahren erzählen tänzerisch ihre Geschichten.

Während der burkinische Choreograf Serge Aimé Coulibaly mit der malischen Sängferin Rokia Traore und großem Ensemble, zu dem auch 30 Bremer Statisten gehören sollen, eine antikoloniale Geschichtsschreibung unternimmt: „Kirina“ erzählt die Geschichte einer bedeutenden Schlacht des Mandinka-Volks im 12. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, die den Beginn einer neuen, besseren Herrschaft markieren sollte.

Mehr im Internet:

tanz-bremen.com

Quelle: kreiszeitung.de

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