Exzellente Arbeitsplätze

Tanzpakt Stadt-Land-Bund fördert „TanzRAUM Nord“

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Gemeinsam sind sie „of curious nature“.

Bremen - Das englische Wörtchen „curious“ ist mehrdeutiger als sein deutsches Pendant „kurios“. Es steht im Englischen vor allem für „neugierig“. Der Name „of curious nature“, den das zehnköpfige Tanzensemble trägt, dass sich gestern erstmals der Presse präsentierte, meint dann auch vor allem die „neugierige Natur“.

„Curious“ bedeutet allerdings auch „ausgefallen“ oder „sonderbar“. Und das trifft es auf seine Weise auch. Denn „of curious nature“ ist als Tanzcompagnie durchaus etwas Besonderes: Es zählt als Formation zur freien Szene, seine Angehörigen sind also nicht fest an ein staatliches oder städtisches Theater gebunden. Dennoch sind die zehn Tänzer und ein choreografischer Assistent nun für drei Jahre sozialversicherungspflichtig angestellt – was keine Selbstverständlichkeit ist. Denn in der freien Szene handelt man sich in aller Regel von Projektförderung zu Projektförderung. Dass eine Gruppe Künstler unter diesen Bedingungen etwas gemeinsames Neues entwickeln kann, ist zumindest unwahrscheinlich.

Helge Letonja, einer der beiden künstlerischen Leiter der neuen Truppe, die sich Ende Februar mit ihrer ersten Produktion am Theater Bremen präsentiert, kennt das Problem aus eigener Anschauung. Mit dem Steptext Dance Project ist er seit Jahren in der Welt der Projektanträge unterwegs.

Dass er und sein Kollege Felix Landerer aus Hannover nun drei Jahre lang mit einer festen Compagnie zusammenarbeiten können, soll einerseits natürlich die künstlerische Qualität befördern. Durch die Zusammenarbeit mit den Theatern in Bremen und Hannover, dem Kulturzentrum Faust in Hannover und der Schwankhalle in Bremen als Produktionsstätten sowie der Vernetzung mit weiteren Theatern in Norddeutschland, aber auch in Italien und den Niederlanden soll es allerdings auch darum gehen, den Tanz als Ensemblekunst sichtbarer zu machen. Dazu gehört auch die Vermittlung unter dem Motto „Tanz erfahren“. Offene Proben, Masterclasses, also Trainingsstunden bei Profis, und Gesprächsrunden sollen dem Publikum die Möglichkeit geben, tiefere Einblicke in die Welt des Tanztheaters zu erhalten.

Das umfangreiche Programm wird ermöglicht durch eine vergleichsweise komplexe Förderstruktur: Als eines von sieben geförderten Projekten des Tanzpakts Stadt-Land-Bund verfügt „TanzRAUM Nord“ über einen Gesamtetat von knapp 1,1 Millionen Euro, der zu gleichen Teilen von den Ländern Bremen und Niedersachsen einerseits sowie vom Bund andererseits kommt. Das Kulturressort, das Theater Bremen und die Karin und Uwe Hollweg Stiftung teilen sich wiederum den Bremer Anteil.

Für Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz ist vor allem die überregionale Vernetzung der freien Szene von Bedeutung. Das Tanztheater eigne sich dafür ganz besonders, weil es weitgehend ohne Sprache auskommt.

Für Michael Börgerding, den Intendentanten des Theaters Bremen, ist die Zusammenarbeit vor allem attraktiv, weil die Tanzsparte an seinem Haus eine weitere Farbe erhalte, die auch ein Publikum anspricht, dass mit den Unusual Symptoms, der festen Compagnie am Theater Bremen, mitunter fremdle.

Bevor mit „On the shoulders of giants“ die erste Produktion der neuen Compagnie am Theater Bremen zu sehen ist, gibt das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen am 10. Februar, 20 Uhr, bei einem Tanzsalon Gelegenheit, Helge Letonja, Felix Landerer und Tänzer des Ensembles kennenzulernen.

Sehen

Die Compagnie „of curious nature“ präsentiert am 27. Februar, 20 Uhr, die Uraufführung von „On the shoulders of giants“ am Theater Bremen, Kleines Haus.

Quelle: kreiszeitung.de

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