Landesregierung wirbt für den „Kultursommer Summarum“

Macht Urlaub in Bremen!

So sieht das aus: Shakespeares „Sommernachtstraum“ unter Corona-Bedingungen.
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So sieht das aus: Shakespeares „Sommernachtstraum“ unter Corona-Bedingungen.

Bremen – Nun läuft er schon seit beinahe vier Wochen – und läuft und läuft und läuft. Noch bis Ende August feiert Bremen den „Kultursommer Summarum“, unter Corona-Bedingungen und an der aktuell leider sehr frischen Luft. Bei einer Pressekonferenz gestern in der Halle 7 des Bremer Messecentrums hatten Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz und die kulturpolitischen Sprecher und Sprecherinnen der rot-rot-grünen Koalition, Elombo Bolayela (SPD), Kai Wargalla (Grüne) und Miriam Strunge (Linke) Presse und Kulturakteure geladen, um für den Rest des Sommers zu trommeln.

Der erfreut sich nicht nur guten Zuspruchs, was die Michael Börgerding, Intendant des Theaters Bremen, und Initiatorin Renate Heitmann von der Bremer Shakespeare Company bestätigen konnten. Sondern er ist auch seit seinem Beginn noch gewachsen. Der Gesamtetat beträgt mittlerweile rund 110 000 Euro – Anfang Juni waren 80 000 anvisiert worden. 140 Veranstaltungen an 20 Orten umfasst der Kultursommer nun. Für die Kulturszene ein erfreuliches Zeichen, denn auch sie hatte an den Folgen des Lockdowns zu leiden.

Der „Kultursommer Summarum“ beweise, sagte Carmen Emigholz, dass Bremen trotz Corona sehr viel zu bieten habe. Und tatsächlich äußert sich in diesem in kurzer Zeit aus dem Boden gestampften Langzeitfestival ein bislang wohl beispielloser Schulterschluss der Einrichtungen und Kreativen der verschiedenen Sparten, von Musik über zeitgenössischen Tanz bis hin zu Akrobatik und Theater. Alles freilich unter den besonderen Bedingungen unserer Zeit.

„Wir müssen mit der Krankheit leben“, betonte Bolayela, da müsse man sich auch an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Um das Beste daraus zu machen, rät Renate Heitmann, Urlaub in Bremen zu machen und neue Orte zu entdecken, an denen noch mehr als sechs Wochen lang Kultur zu erleben ist. Dazu gehört unter anderem der Park Gut Hodenberg in Bremen-Oberneuland, in dem am Samstag die Gruppe Stückwerk Bremen mit „Herzstücke“ zu sehen ist, oder das Gelände des ATS Buntentor, wo morgen das Tanzkollektiv Bremen seine „2D-Real Dimensions“ zeigt.

Malte Prieser, Geschäftsführer des Kulturbüros Bremen-Nord, schloss sich Heitmann an und empfahl einen Vegesack-Ausflug, wo im Museumshafen derzeit mehr alte Schiffe liegen als sonst je – „dank Corona“, merkte Prieser an. Und vielleicht gibt es am 11. und 12. September in Blumenthal mit dem Metal-Event „Hellseatic“ doch noch ein „waschechtes Festival“ in Bremen, hofft er.

Die Zukunft aber ist bekanntlich ungewiss. „Wir wissen alle nicht, was in einem Jahr ist“, sagte Heitmann. Immerhin brachte die Kulturstaatsrätin gute Nachrichten mit. Der Haushaltsentwurf werde in seiner jetzigen Form beschlossen, die darin festgelegten Mittel für die Kultur nicht auf die Folgen der Pandemie angerechnet. Bei Bedarf werde mit Sonderprogrammen nachgesteuert. Die Bedeutung von Kultur, die die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher betont hatten, drückt sich in mehr Geld aus. Eine gute Nachricht für die Kreativen.

Kultursommer

sommer-summarum.de

Von Rolf Stein

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