Viel Unsicherheit

Wie verhalte ich mich bei einer Autobahn-Baustelle richtig?

Auf dem mittlerweile über 13.000 Kilometer langen Autobahnnetz in Deutschland gehören Baustellen zum Alltag.
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Auf dem mittlerweile über 13.000 Kilometer langen Autobahnnetz in Deutschland gehören Baustellen zum Alltag.

Baustellen haben es in sich: enge Fahrspuren, breite Lkw und ängstliche Fahrer. Wissen Sie, wie Sie sich an Baustellen richtig verhalten müssen? Hier eine Übersicht.

  • Es wird zurzeit viel gebaut auf deutschen Autobahnen.
  • Auf dem mittlerweile über 13.000 Kilometer langen Autobahnnetz gehören Baustellen zum Alltag.
  • Viele Fahrzeuglenker beschleicht jedoch ein mulmiges Gefühl, wenn sie sich einer Baustelle nähern.

Die Angst vor Stau sowie vor gesperrten und verengten Fahrspuren macht viele Autofahrer nervös. Doch wie fährt man am besten durch eine Baustelle?

Autobahn: So verhalten Sie sich vor der Baustelle

Schilder weisen rechtzeitig auf eine Baustelle hin. Autofahrer sollten daher ihre Geschwindigkeit so reduzieren, dass sie nicht kurz vor Baustellenbeginn abrupt auf die in der Baustelle vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit abbremsen müssen. Gleichmäßiges Fahren vor und in der Baustelle erhöht den Verkehrsdurchfluss.

Kommt es vor der Baustelle zu einer Verringerung der Fahrstreifen, greift das Reißverschluss-Prinzip. Paragraf 7, Absatz 4 der StVO besagt: "Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, dass sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können (Reißverschlussverfahren)."

Im Idealfall bleiben also die Autofahrer auf ihrer Spur. Vor Beginn der Verengung sollte dann wie bei einem Schließen eines Reißverschlusses die Verzahnung zu einer Spur beginnen. Der Autofahrer vor der Verengung wechselt die Spur, der Autofahrer auf der freien Spur lässt ihn rein und fährt weiter. Mit dieser Regelung soll gewährleistet werden, dass möglichst lang der vorhandene Verkehrsraum genutzt werden kann. Ordnen sich alle Autofahrer bereits schon bei dem ersten Hinweis auf die kommende Fahrbahnverengung auf die frei bleibende Spur ein, wird der Wegfall der Spur früher umgesetzt als nötig und die Staugefahr wird größer.

Bildet sich vor der Erreichung der Baustelle etwa aufgrund eines Fahrbahnwegfalls oder wegen eines Unfalls ein Stau, sollte natürlich eine Rettungsgasse gebildet werden und zwar ab dem Zeitpunkt, wo der Verkehr stockt. So wird gewährleistet, dass Rettungs- und Einsatzfahrzeuge schnell zum Unfallort gelangen können.

Auch interessant: So geht die Polizei gegen Rettungsgassen-Muffel vor.

Wie Sie sich in der Autobahn-Baustelle verhalten müssen

Während der Einfahrt in die Baustelle oder aber auch in Verschwenkungsabschnitten sollten Autofahrer besonders konzentriert sein. In vielen Baustellen sind die Fahrspuren verengt. Statt der üblichen Breite von 3,75 Metern sind es oft nur 2,20 oder 2,10 Meter, manchmal beträgt die Breite auch nur 2 Meter. Betroffen von diesen Einschränkungen sind davon die linke, zum Teil – sofern vorhanden – auch die mittlere Spur. Nur die ganz rechte Spur muss breiter bleiben, damit Lkw sie befahren können. Was bedeutet dies für Autofahrer? Wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist, das von Außenspiegel zu Außenspiegel mehr als die Baustellenspur breit ist, muss sich auf der rechten Spur einordnen. Wer trotz Überbreite etwa die linke Spur wählt, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen.

Viele Autofahrer trauen sich in einer Baustelle nicht, einen Lkw zu überholen, da sie den Abstand zwischen dem eigenen Fahrzeug und dem Brummi nicht richtig einschätzen können. Im ungünstigsten Falle verharren sie in Schockstarre neben dem Lkw, ohne an ihm vorbeizuziehen und halten den Verkehr auf. Besser ist es dann, den Überholvorgang abzubrechen, um sich ebenfalls rechts einzuordnen.

Eigentlich selbstverständlich: Während der Fahrt durch eine Baustelle sollten Autofahrer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten und auch genügend Abstand zum Vordermann halten. Kommen noch Regen und schlechte Sicht wie etwa bei Nachtfahrten hinzu, gilt es besonders umsichtig zu sein. Sind noch Bauarbeiter im Bereich der Fahrbahnen tätig, sollten Autofahrer – egal zu welcher Tageszeit - besonders vorsichtig und rücksichtsvoll agieren.

Erfahren Sie hier, was hinter den blauen Säulen am Straßenrand steckt.

Nach der Baustelle: So geht die Reise weiter

Endlich! Es ist geschafft. Wer jetzt das Gaspedal durchdrückt, wird meist schnell ausgebremst. Denn viele Autofahrer benötigen nach dem Passieren einer Baustelle noch einige Zeit, bis sie sich wieder an die freie Autobahn gewöhnt haben und beschleunigen. Hier hilft nur, Geduld zu bewahren und mit heiterer Gelassenheit die Fahrt fortzusetzen.

Lesen Sie auch: Das ändert sich für Autofahrer im Jahr 2020.

Elfriede Munsch/SP-X

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

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