Tipps für den Radkauf

Gebrauchtes Fahrrad kaufen: Diese fünf Tipps sollten Sie beachten

Gebrauchtes Fahrrad kaufen: Diese 5 Tipps sollten Sie beachten
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Viele Menschen suchen derzeit online nach einem gebrauchten Fahrrad.

Die Nachfrage nach gebrauchten Fahrrädern ist zu Zeiten der Coronavirus-Krise gestiegen. Was Sie beim Kauf beachten sollten, erfahren Sie hier.

  • Die Nachfrage nach gebrauchten Fahrrädern ist bei Online-Portalen wie eBay-Kleinanzeigen stark gestiegen.
  • Grund dafür ist auch die Corona-Krise, wegen der viele Menschen eine Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden möchten.
  • Vor dem Kauf eines gebrauchten Fahrrads sollten Sie einige Dinge beachten.

Der Frühling ist da und das Wetter eignet sich bestens fürs Fahrrad fahren. Das und die Tatsache, dass viele Menschen aufgrund der Corona-Krise auf den Transport in Öffentlichen Verkehrsmitteln verzichten, führt dazu, dass momentan die Nachfrage nach gebrauchten Fahrrädern besonders hoch ist.

In einer Pressemitteilung von eBay Kleinanzeigen heißt es, dass die Suchanfragen im Vergleich zu dieser Zeit im Vorjahr um fast die Hälfte höher ist. Demnach werden dort rund 300.000 gebrauchte Räder angeboten. Doch vor dem Kauf sollten einige Dinge beachtet werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sowie das Landeskriminalamt Berlin haben fünf hilfreiche Tipps für den Kauf eines gebrauchten Fahrrads.

1. Gebrauchtes Fahrrad kaufen: Fährt das Rad noch sicher?

Zunächst sollten Interessenten sicherstellen, dass das Fahrrad überhaupt noch fahrtüchtig und sicher ist. Wer hier Mängel übersieht, könnte sich im Nachhinein über das vermeintliche Schnäppchen ärgern. Sie sollten daher definitiv eine Probefahrt machen. So erkennen Sie nicht nur ob es fahrtüchtig ist, sondern ob es sich generell für Sie eignet.

René Filippek vom AFDC erklärt gegenüber eBay Kleinanzeigen, dass vor dem Kauf auch die Einzelteile näher betrachtet werden müssen. "Werden schadhafte oder verschlissene Teile nicht erkannt, kann eine Reparatur ganz schnell den Kaufpreis übersteigen", so Filippek. Daher sollten Interessenten besonders die Bremsen, Fahrradkette, Rahmen sowie den Lenker auf Risse, Rost oder sonstigen Verschleiß überprüft werden. Ein näherer Blick auf die Reifen empfiehlt sich ebenfalls.

Typische Schwachstellen seien laut Filippek auch Naben und Innenlager: "Beim Fahrradcheck sollten Käufer die Kurbeln und die Laufräder jeweils quer zum Fahrrad drücken und so prüfen, ob Spiel im Lager ist. Wenn es hier deutlich ruckelt, ist eine Reparatur fällig – und diese ist nicht günstig,"

2. Überprüfen Sie die Rahmennummer vor dem Kauf

Beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads* ist es außerdem sehr wichtig, die Rahmennummer zu überprüfen. Diese befindet sich normalerweise an der Rahmenstange oder unter dem Tretlager. Sollte sie nicht vorhanden sein, deute dies laut Michael Lisowski vom Landeskriminalamt Berlin daraufhin, dass sie möglicherweise absichtlich entfernt wurde. Das wäre ein Anzeichen dafür, dass es gestohlen wurde und man sollte von einem Kauf besser absehen.

Die Polizei darum zu bitten, die Rahmennummer zu prüfen, würde sich zudem nicht lohnen. Selbst wenn es noch nicht als gestohlen gemeldet wurde, wäre man als Käufer im Nachhinein haftbar. Dass man die Polizei um eine Überprüfung gebeten hat, reiche nicht als Absicherung.

Beim Verdacht, dass es sich bei dem angebotenen Fahrrad um ein gestohlenes handelt, sollte dieses auf keinen Fall gekauft werden. Ansonsten macht man sich der Hehlerei mitschuldig. Darüber hinaus sollte die Polizei verständigt werden.

3. Wie teuer darf ein gebrauchtes Fahrrad sein?

Viele Menschen kaufen sich lieber ein gebrauchtes Fahrrad, weil diese deutlich günstiger sind als ein brandneues. Die Frage lautet aber: Was ist denn ein angemessener Preis für ein gebrauchtes Rad? Laut ADFC könne ein Fahrrad während der ersten zwei Jahre nach dem Kauf bereits die Hälfte seines ursprünglichen Werts verlieren. Weitere Faktoren seien unter anderem die Marke, der Zustand und wie groß das derzeitige Angebot sei. Vor dem Kauf könne natürlich noch verhandelt werden.

Lesen Sie auch: Tipps zum Einkauf in Fahrradläden in Corona-Zeiten.

4. Forden Sie einen Kaufbeleg ein

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Interessenten den Kaufbeleg des Fahrrads verlangen. Falls der Verkäufer diesen nicht mehr besitzt, reichen auch Reperaturbelege, sollte die Rahmennummer darauf vermerkt sein. Wenn keinerlei Belege vorhanden sind, sollte man kritisch nachhaken: Wann und wo wurde das Fahrrad gekauft? Wie oft ist der Besitzer damit gefahren? Warum verkauft er das Fahrrad?

Falls der Verkäufer hierbei allzu schnell mit dem Preis runtergeht oder widersprüchliche Aussagen tätigt, ist das ebenfalls ein Indiz dafür, dass es sich möglicherweise um ein gestohlenes Rad handelt.

5. Schließen Sie einen Kaufvertrag ab

Falls Sie vom Fahrrad überzeugt sind und der Verkäufer sich als vertrauenswürdig erweist, sollten Sie vor dem Kauf nichtsdestotrotz auf einen Kaufvertrag bestehen. Vorlagen dafür bietet der ADFC kostenlos online zum Download an. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie sichergehen, dass der Verkäufer wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Lassen Sie sich daher einen Personalausweis oder ein sonstiges Dokument zeigen. Lisowski vom Landeskriminalamt Berlin warnt, dass hier Ausreden wie "Habe ich gerade nicht dabei" auch auf mögliche Betrugsversuche hinweisen könnten.

Auch interessant: StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind ab heute neu im Verkehr.

ök

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital Redaktionsnetzwerkes

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