Im Vorjahresvergleich

Mehr Verkehrstote: Deutsche fahren zu aggressiv

Wiesbaden - Nach dem historischen Tief im Jahr 2013 deutet sich Trendwende an: Die Zahl der Verkehrstoten steigt wieder. Die Hauptursachen sind alte Bekannte: Rowdytum am Steuer und Alkohol.

Auf Deutschlands Straßen sind bis zum Frühjahr wieder deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres starben 941 Menschen bei Unfällen und damit 10,2 Prozent mehr als von Januar bis April 2013, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Als ein Hauptproblem für die Sicherheit will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aggressives Verhalten am Steuer genauer in den Blick nehmen. Bei ertappten Alkoholsündern sollen Zündsperren eingesetzt werden können, die an Alkoholtester gekoppelt sind. Im vergangenen Jahr war die Verkehrstotenzahl auf den Tiefstand von 3340 gesunken.

Ziel müsse sein, Hektik im Verkehr zu reduzieren, sagte Dobrindt bei einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats in Berlin. Es gebe inzwischen mehr Zeitdruck, viel dichteren Verkehr und eine wachsende Informationsflut für viele Fahrer. „Zeiten der Rushhour gibt es mehrmals am Tag, nicht mehr nur zweimal.“ Das Ministerium hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, die Ursachen und Gegenmaßnahmen klären soll. Um aggressive Fahrer ausfindig zu machen, könnten etwa mehr Videokontrollen auf Autobahnen sinnvoll sein, sagte Dobrindt.

Der Präsident des Verkehrssicherheitsrats, Walter Eichendorf, sagte, neben Informationen und Motivation für die Autofahrer sei Überwachung unverzichtbar. „Sie muss flächendeckend und nicht kalkulierbar sein.“ Dobrindt begrüßte, dass Standorte von Radarkontrollen in Radio und Internet bekanntgegeben werden. Dies sei ein wirkungsvolles Mittel, um Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, dass man sich an die Regeln halten müsse. Beim Tag der Verkehrssicherheit an diesem Samstag soll wieder mit Aktionen für das Thema geworben werden.

Insgesamt setzte sich der seit Jahresbeginn zu beobachtende Trend zu steigenden Unfallzahlen fort. Im April kamen laut Bundesamt 301 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, das waren 25,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung der Statistiker hat vermutlich das sonnige und trockene Wetter zu dem starken Anstieg beigetragen. Dann sind erfahrungsgemäß mehr Radler und Motorradfahrer unterwegs und es wird schneller gefahren als bei schlechtem Wetter. Die Zahl der Verletzten stieg im April um 12 Prozent auf 31 500.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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