Bußgelder

Strafzettel aus dem Ausland können teuer werden – darauf sollten Sie achten

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Auch Strafzettel aus dem Ausland müssen bezahlt werden.

Auch Knöllchen aus dem Ausland müssen Sie zahlen. Aber oft sind die Inkasso-Gebühren überzogen. Der ADAC gibt Tipps, was Sie beachten sollten.

In Kroatien ohne Ticket geparkt, in Italien in verkehrsberuhigte Innenstädte gefahren: Ein Strafzettel im Ausland ist schnell ausgestellt. Um das Bußgeld kommen Sie in der Regel nicht herum. Wir verraten Ihnen worauf Sie achten müssen, damit Sie nicht zu viel bezahlen.

Eine halbe Millionen Deutsche erhält Strafzettel im Ausland

Oft treiben Inkasso-Firmen, Anwälte oder Notare ausländische Bußgelder ein. "Wer sich im Ausland nicht an die Regeln hält, muss zahlen", erklärt ADAC-Jurist Michael Nissen, "aber die Gebühren sollten verhältnismäßig sein." Mehr als eine halbe Millionen Deutsche mussten 2017 dem ADAC zufolge nachträglich Bußgelder zahlen.

Neben vielen seriösen Inkasso-Firmen würde es auch einige schwarze Schafe geben, die nur Geld machen wollen. So kann aus einem kroatischen Strafzettel fürs Falschparken über 13 Euro eine Forderung über 407 Euro werden, berichtet der ADAC.

Achtung bei Mautstellen in Italien

Auch in Italien kann unbewusst Ärger drohen – und zwar wegen nicht bezahlter Maut auf Autobahnen. Der ADAC führt als Beispiel an, dass sich die Schranke öffnet, obwohl die Kreditkarte nicht belastet wurde. So erhalte man in diesem Fall eine Quittung mit dem Hinweis auf Italienisch "mancato pagamento": "keine Zahlung". Dies würden viele übersehen.

Zurück in Deutschland kommt oft ein Schreiben des Florentiner Inkasso-Unternehmens NiviCredit – mit einem geringen Bearbeitungszuschlag. Während das noch vertretbar ist, gehen andere mit härteren Methoden vor. So würden große Zuschläge über deutsche Anwälte und Inkasso-Büros verlangt und Mahnverfahren eingeleitet, erklärt der ADAC.

Lesen Sie hier, was Sie bei Unfällen im Ausland beachten sollten.

Bußgelder können europaweit vollstreckt werden

Innerhalb der EU können Bußgelder seit 2010 nachträglich eingetrieben werden. Zahlt ein deutscher Autofahrer seinen Strafzettel nicht, wird das Bundesamt für Justiz aktiv. Dieses erhält die Angelegenheit von den ausländischen Behörden. Dem ADAC zufolge machen vor allem die Niederlande davon Gebrauch.

Vollstreckt werden Bußgelder ab 70 Euro (inklusive Gebühren); nur bei Österreich ist das schon ab 25 Euro möglich – hier laufen die Verfahren in Deutschland über die Finanzbehörden der Bundesländer.

Was Punkte in Flensburg angeht, können deutsche Autofahrer allerdings beruhigt sein: Verstöße im Ausland werden im Fahreignungsregister nicht eingetragen.

Strafzettel im Ausland: Darauf sollten Sie achten

"Autofahrer dürfen im Ausland nicht mehr für Verstöße zahlen als Einheimische", fordert ADAC Jurist Michael Nissen. Also: ortsübliche Bußgelder für Falschparker, faire Zahlungsmodalitäten und bei Inkasso angemessene Bearbeitungsgebühren.

Auch interessant: So schnell dürfen Sie mit Ihrem Wohnwagen in Europa fahren.

Kroatien: Versichern Sie sich, ob das Parken wirklich erlaubt ist. Erhaltene Strafzettel sollten Sie auf jeden Fall vor Ort bezahlen. Wichtig: Bewahren Sie alle Belege auf.

Italien: Achten Sie auf Schilder mit der Aufschrift "zona traffico limitato". Dort dürfen Sie nicht mit Ihrem Auto reinfahren. Ausnahme: Sie haben eine Genehmigung Ihres Hotels in dieser Zone.

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihre Zahlung an einer Autobahn-Mautstation funktioniert hat oder steht auf der Quittung "mancato pagamento", sollten Sie schnellstmöglich einen "Punto blu" aufsuchen. Das sind Servicestationen der Autobahnbetreiber.

London: Bevor Sie in die englische Hauptstadt einfahren müssen Sie sich kostenlos für die Niedrig-Emissionszone (LEZ) registrieren. Dies sollten Sie weit vor Ihrem London-Besuch machen. Denn es kann bis zu 14 Tage dauern, bis Ihr Antrag bearbeitet wurde. Die Anmeldung ist erforderlich für Dieselfahrzeuge über 1,2 Tonnen. Autos mit schlechterer Schadstoffemissionsklasse sind gebührenpflichtig.

Inkasso-Forderungen: Zahlen Sie bei moderaten Aufschlägen lieber. Briefe von Inkasso-Büros sollten Sie nie ignorieren. Sind Sie mit der Forderung nicht einverstanden, legen Sie Widerspruch ein und holen Sie sich rechtzeitig juristischen Rat.

Erfahren Sie hier, welche Straßen in Europa mautpflichtig sind.

anb

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen.
Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen. © Kreispolizeibehörde Viersen
Die Raser-Taube hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können.
Die "Raser-Taube" hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können. © Stadt Bocholt
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen.
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen. © Polizei Essen
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden.
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden. © Polizei Dortmund
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen.
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen. © Polizei Dortmund
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur. © Polizei Dortmund
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Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei Aachen
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Raser auf Schienen. © mm
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Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen. © mm
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Ist der Weihnachtsmann am 28. Dezember wirklich noch im Stress? Und woher hat er den diesen neuen Schlitten? Fragen über Fragen - doch auf alle Fälle war hier ein hier ein Strafzettel für zu schnelles Fahren fällig.  © Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Auch der Weihnachtsmann ist mit seiner Kutsche schon in einen Blitzer gerauscht (Archivfoto 2006). Allerdings hatte sich das Pferdegespann vorbildlich an das vorgeschriebene Tempolimit gehalten. Ein anderes Fahrzeug auf der Überholspur hatte die Radarfalle ausgelöst. Auf dem Foto ist der Raser vom Gespann jedoch vollkommen verdeckt.    © dpa
Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei

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