Pick-Up-Studie

VW Atlas Tanoak im Autotest: Pritsche mit Perspektive

Der VW-Pick-up Tanoak ist ein Einzelstück. Er wurde auf Basis des Atlas entwickelt und mit allen Vorzügen aus dem Modularen Querbaukasten (MQB) ausgestattet. Foto: Volkswagen AG
1 von 6
Der VW-Pick-up Tanoak ist ein Einzelstück. Er wurde auf Basis des Atlas entwickelt und mit allen Vorzügen aus dem Modularen Querbaukasten (MQB) ausgestattet. Foto: Volkswagen AG
Der Tanoak hat 3,26 Metern Radstand und eine Länge von 5,44 Metern. Damit überragt er den ohnehin schon großen Atlas deutlich. Foto: Volkswagen AG
2 von 6
Der Tanoak hat 3,26 Metern Radstand und eine Länge von 5,44 Metern. Damit überragt er den ohnehin schon großen Atlas deutlich. Foto: Volkswagen AG
Auf der großen Pritsche ist viel Platz. Allerdings ist der Tanoak trotz Allradantrieb lange nicht so hart im Nehmen wie der Amarok mit seiner Starrachse und den Blattfedern unter der Pritsche. Foto: Volkswagen AG
3 von 6
Auf der großen Pritsche ist viel Platz. Allerdings ist der Tanoak trotz Allradantrieb lange nicht so hart im Nehmen wie der Amarok mit seiner Starrachse und den Blattfedern unter der Pritsche. Foto: Volkswagen AG
Die Studie bietet im Innenraum digitale Instrumente, eine Online-Navigation auf dem großen Touchscreen und jede Menge Lack und Leder. Foto: Volkswagen AG
4 von 6
Die Studie bietet im Innenraum digitale Instrumente, eine Online-Navigation auf dem großen Touchscreen und jede Menge Lack und Leder. Foto: Volkswagen AG
Hinten ist der Pritschenwagen durch ein breites Leuchtband gekennzeichnet. Foto: Volkswagen AG
5 von 6
Hinten ist der Pritschenwagen durch ein breites Leuchtband gekennzeichnet. Foto: Volkswagen AG
Mit seinem riesigen Chromgrill fällt der Tanoak auf jeder Straße auf. Foto: Volkswagen AG
6 von 6
Mit seinem riesigen Chromgrill fällt der Tanoak auf jeder Straße auf. Foto: Volkswagen AG

Noch ist der VW Atlas Tanoak nur ein Einzelstück. Doch als praktischer sowie prestigeträchtiger Pick-up hätte der Pritschenwagen durchaus Perspektiven - nicht nur in den USA. Besser als der mittlerweile altbackene Amarok wäre er allemal.

Berlin (dpa-infocom) - Sie waren am Boden und haben sich so ganz langsam wieder aufgerappelt: Drei Jahre, nachdem der Dieselskandal in Amerika aufgedeckt wurde, ist VW in der Gunst der Amerikaner wieder deutlich gestiegen. Zu verdanken ist das vor allem dem VW Atlas.

Als ebenso großer wie günstiger Geländewagen trifft er den Geschmack eines Joe Average viel besser als Touareg und Tiguan. Aber damit wollen es die Niedersachsen nicht belassen. Um ihre Comeback-Story zu krönen, experimentieren sie mit einem Karosserie-Konzept, das amerikanischer kaum sein könnte: Einem Pick-up.

Auf Basis des Atlas entwickelt und mit allen Vorzügen aus dem Modularen Querbaukasten (MQB) gesegnet, dreht er als Designstudie Atlas Tanoak seit einem Jahr seine Runden. Aber mit ein bisschen Glück könnte er schon in zwei Jahren in den Handel kommen. Und weil bis dahin der von der Nutzfahrzeugfraktion verantwortete Amarok vollends veraltet ist, hätte er vielleicht nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa eine Chance.

Mehr Lifestyle als Laster

Wie immer bei solchen Showcars hat VW dabei ziemlich dick aufgetragen. Der Tanoak ist nicht mehr als zwei Meter breit, aber überragt mit seiner Doppelkabine bei 3,26 Metern Radstand und 5,44 Metern Länge den ohnehin schon großen Atlas noch einmal deutlich. Außerdem funkelt er mit seinem riesigen Chromgrill zwischen den LED-Scheinwerfern und fällt hinten mit einem breiten Leuchtband auf.

Auch innen gibt der Tanoak den luxuriösen Lifestyle-Laster und lässt den braven Amarok buchstäblich alt aussehen. Schließlich bietet die Studie nicht nur mehr Platz als das Serienmodell, sondern sieht auch um Längen schicker aus: Digitale Instrumente, eine Online-Navigation auf dem großen Touchscreen und jede Menge Lack und Leder.

Komfort-Offensive aus dem MQB

Noch größer sind die Unterschiede beim Fahren - selbst wenn der rote Riese noch ein handgeschnitztes Einzelstück ist: Weil der Tanoak als MQB-Ableger ein etwas groß geratener Verwandter des Golfs ist, hat er eine konventionelle Einzelradaufhängung und eine selbsttragende Karosse. Damit ist er viel entspannter unterwegs, macht auf Bodenwellen keine Bocksprünge und bügelt selbst den vernarbten Asphalt der schlechten US-Straßen glatt wie ein Tischtuch.

Unter der Haube regieren Vernunft und Vergnügen

In Fahrt bringen ihn dabei 206 kW/280 PS, die er aus einem 3,6 Liter großen V6-Benziner schöpft. Der sollte für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in deutlich unter zehn Sekunden reichen und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h schaffen.

Und wenn es politisch halbwegs korrekt sein soll, dann wäre auch Plug-In-Hybrid möglich, wie es bereits beim Atlas Cross Sport demonstriert wurde. Dann gäbe es zum 3,6 Liter großen Sechszylinder gleich zwei E-Maschinen - eine mit 40 kW an der Vorder- und eine weitere mit 85 kW an der Hinterachse. Zusammen mit einem 18 kWh großen Akku für 70 Kilometer elektrische Reichweite könnte der Normverbrauch so unter fünf Liter sinken und den Kritikern an Format und Gewicht des Pritschenwagens den Wind aus den Segeln nehmen.

Probleme in der Pflicht-Wertung

Die Nähe zum MQB und das komfortable Fahrverhalten hat allerdings auch einen Nachteil: Allradantrieb hin und eine sicher vier Quadratmeter große Pritsche her, der Tanoak ist lange nicht so hart im Nehmen wie es der Amarok mit seiner Starrachse und den Blattfedern unter der Pritsche ist. Nicht umsonst hat die Pritsche für Profis bis zu 1,5 Tonnen Nutzlast und wühlt sich selbst durch Wüsten und Dschungel. So gut der Tanoak in der Kür sein könnte, so schwer würde er sich deshalb mit der Pflicht tun.

Fazit: Imageträger mit hohem Nutzwert

Zwar taugt der Tanoak sicher nicht zum Volumenmodell, zumindest nicht in Europa. Doch erstens würde er die Absatzzahlen in den gebeutelten USA steigern und zweitens würde er weltweit das Image polieren. Erst recht, weil er der Nähe zum MQB sei Dank nicht teurer werden müsste als der Amarok und keinesfalls mehr kosten dürfte als die großen Geländewagen der Konkurrenz. Allerdings müsste die Entscheidung für den Lifestyle-Laster schnell fallen. Denn schon jetzt passt er nicht so recht in die Zeit, und wenn bald alles nur noch nach Elektroautos ruft, wird es noch schwerer mit der Serienfreigabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Karriere

Wie werde ich Forstwirt/in?

Der Wald ist für viele ein Ort, um zu wandern oder sich zu erholen. Forstwirte verbringen dort die meiste Zeit ihres Arbeitstages. Der beginnt mit …
Wie werde ich Forstwirt/in?
Auto

Wenn Autos miteinander sprechen

Moderne Autos bieten viel Elektronik. Für mehr Komfort und Sicherheit sollen sie aber auch miteinander kommunizieren können. Über die beste Technik …
Wenn Autos miteinander sprechen
Wohnen

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Hortensien galten lange Zeit als spießig, jetzt findet man sie in jedem Blumenladen - zu nicht gerade günstigen Preisen pro Einzelblüte. Dabei …
Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt
Nienburg

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Meistgelesene Artikel

BMW M3/M4: Eine Veränderung am neuen Sportler gefällt einigen Fans gar nicht!

BMW M3/M4: Eine Veränderung am neuen Sportler gefällt einigen Fans gar nicht!

Elektrisch im Alltag: Erfahrungen mit dem Renault Zoe

Elektrisch im Alltag: Erfahrungen mit dem Renault Zoe

Japan-Kollaboration: Dieser Suzuki hat ordentlich Zunder!

Japan-Kollaboration: Dieser Suzuki hat ordentlich Zunder!

Gut gebrüllt Porsche: Der neue Cayenne GTS hat mehr Zylinder, mehr PS & besseren Sound

Gut gebrüllt Porsche: Der neue Cayenne GTS hat mehr Zylinder, mehr PS & besseren Sound