Fit vor dem Bildschirm?

Spielkonsolen sind kein echter Sportersatz

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Das Vergnügen vor dem Bildschirm: In fast jedem dritten Haushalt gibt es eine Spielekonsole.

Spielkonsolen stehen bei Jugendlichen ganz oben auf der Wunschliste zu Weihnachten. Hersteller werben sogar mit Fitness-Programmen vor dem Bildschirm. Sportmediziner warnen jetzt davor. 

Sie können nach Ansicht des Sportmediziners Klaus Völker echten Sport aber nicht ersetzen. "Virtuelle Spiele wie Tennis, Tischtennis oder auch Boxen kommen an die realen Belastungen und Trainingseffekte nicht heran", sagte der Experte vom Universitätsklinikum Münster. Bei der Anschaffung von Spielkonsolen, die bei vielen Jugendlichen ganz oben auf der Wunschliste stehen, sei der Sportfaktor kein ausschlaggebendes Argument. "Das ist allenfalls ein bisschen Bewegung, aber kein echtes Training."

Völker hat in den vergangenen Jahren die Effektivität von Spielkonsolen für die Fitness untersucht. "Lediglich das Boxen führt zu einer moderaten Belastung, reicht aber auch nicht an den Effekt des echten Trainings heran", sagte der Sportmediziner. So werde mit der Spielkonsole eine Herzfrequenz von 130 Schlägen pro Minute erreicht. Im realen Training liege diese noch 30 bis 40 Schläge pro Minute höher. Auch zum Abnehmen seien die Spiele in der Regel nicht geeignet.

Herzfrequenz von 130 pro Minute

Einen durchaus positiven Effekt haben laut Völker hingegen spezielle Fitness-Programme. In Sachen Beweglichkeit, Kraft und Koordination seien die Effekte vergleichbar mit angeleiteten Gymnastikkursen im Fitnessstudio. Zudem hätten Studien gezeigt, dass gerade ältere Menschen durch Spielkonsolen ihr Gleichgewicht trainieren können, um etwa die Sturzgefahr zu mindern.

Einen großen Nachteil haben die Konsolen laut Völker aber. So fehlen dem Spieler die sozialen Kontakte zum Beispiel in der Sportgruppe, oder auch Anweisungen und Hilfen des Trainers, die zusätzlich zur Motivation beitragen könnten. "Wenn einmal der Reiz des Neuen weg ist, dann muss man seinen inneren Schweinehund schon sehr überwinden, um sich allein vor dem Bildschirm zu bewegen", sagte der Sportmediziner. Nicht zuletzt hielten Spielkonsolen und andere Medien vor allem Jugendliche davon ab, raus an die frische Luft zu gehen.

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

Sportverletzung Hautaufschürung Platzwunde
Radfahrer ziehen sich bei einem Sturz oft schlimme Schürf- oder Platzwunden zu. Reinigen und desinfizieren Sie die Hautabschürfung umgehend. Ist die Verletzung tiefer als zwei Zentimeter, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eventuell muss die Wunde genäht werden. © AFP
Sportverletzung
Wenn Bänder überspannt werden, können sie reißen. Dabei ist ein kurzer, stechender Schmerz spürbar. Besonders schmerzhaft ist ein Kreuzbandriss. Die Kreuzbänder verbinden das Knie mit dem Oberschenkelknochen. Reißen sie, ist eine Operation nicht zu vermeiden. Suchen Sie deshalb umgehend einen Arzt auf. © AFP
Sportverletzung Prellung
Donnert ein Ball gegen Ihren Körper oder stoßen Sie mit einem anderen Spieler zusammen, können Sie sich eine Prellung zuziehen. Die entsprechende Körperstelle schwillt an. Oft bleibt ein blauer Fleck zurück. Kühlen Sie den Bluterguss und schonen Sie sich, bis er abgeklungen ist. © AFP
Sportler sind besonders anfällig für Fußpilz.
Sportler sind besonders anfällig für Fußpilz. Die Pilze lauern im Schwimmbad oder unter den Duschen. Haben Sie sich infiziert, juckt es zwischen den Zehen, die Haut schuppt sich und teilweise bilden sich Bläschen. Das feuchtwarme Klima im Sportschuh begünstigt außerdem Fußschweiß und Fußgeruch.   © obs-Reckitt-Benckiser-Scholl
Sportverletzung Tennisarm
Ein Tennisarm tritt meist durch eine Fehlbelastung ein, zum Beispiel wenn Sie den Ball aus dem Handgelenk schlagen. Durch die einseitige Belastung wird die Streckmuskulatur des Unterarms überfordert. Dadurch schmerzt die Außenseite des Ellenbogens. Hier setzen die Sehnen des Muskels an. Schonen Sie Ihren Arm. Zudem kann eine Ellenbogenbandage die gereizten Sehnenansätze entlasten. © AFP
Sportverletzung: Gehirnerschütterung
Ein heftiger Schlag gegen den Kopf kann eine Gehirnerschütterung verursachen. Erste Anzeichen sind Gleichgewichtsstörungen, Benommenheit und Übelkeit. Durch den Zusammenprall funktionieren die Nervenzellen zeitweise nicht mehr oder werden irreversible zerstört. Das Gehirn kann die Schäden normalerweise schnell wieder beheben. Trotzdem ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. © AFP
Blasen
Tragen Sie beim Sport die falschen Socken oder reibt der Turnschuh, entstehen schnell unangenehme Blasen. Ein Blasenpflaster lindert den Schmerz. © obs-hansaplast
Vorbeugen können Sie Blasen, indem Sie ein Blasen-Gel auftragen. Es verringert die Reibung. © obs-hansaplast
Sonnenbrand
Gehen Sie im Sommer nie ohne Sonnenschutz joggen. Sonst drohen fiese Verbrennungen. © dpa
Radfahrer
Radfahrer scheuern sich häufig den Po wund, zum Beispiel, wenn der Sattel nicht passt oder sie die falsche Kleidung tragen. Vor allem bei Männern entzünden sich die Härchen am Po leicht. Dagegen hilft eine Rasur und Sitzcreme. © dpa

AFP

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