Flohsamen und Co.

Das hilft bei chronischer Verstopfung

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Wenn es auf dem Klo mal wieder länger dauert, sollten in der Ernährung mehr Ballaststoffe vorkommen.

Manchmal kommt der Darm aus dem Gleichgewicht: Verstopfung kann die Folge sein. Wer bei der Ernährung aber einige Tipps beherzigt, kann das Problem häufig auch ohne Medikamente lösen.

Wer unter chronischer Verstopfung leidet, sollte zunächst seinen Lebensstil anpassen: Dazu gehört eine ballaststoffreiche Ernährung, viel zu trinken und sich ausreichend zu bewegen. Zeigt das innerhalb von vier Wochen keine Besserung, können zusätzlich Ballaststoffpräparate zum Einsatz kommen - etwa Flohsamenschalen oder Weizenkleie. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihrem neuen Ratgeber "Essen und Trinken bei chronischer Verstopfung" hin. Zeigt auch das keine Wirkung, muss zunächst ein Arzt andere Ursachen für die Verstopfung ausschließen - beispielsweise eine Beckenbodensenkung. Erst danach sollten Abführmittel zum Einsatz kommen.

Was ist eine chronische Verstopfung?

Von einer chronischen Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn mindestens zwei der folgenden Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten vorkommen: seltener Stuhlgang, also weniger als alle drei Tage, mühsamer Stuhlgang oder Völlegefühl, Unwohlsein, Blähungen und Bauchkrämpfe. In Deutschland leiden etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen unter einer chronischen Verstopfung, so die DGE.

Tipps für eine gute Verdauung

Für eine ballaststoffreiche Ernährung sollte man zunächst mehr Gemüse essen, etwa drei Portionen pro Tag (400 Gramm). Eine Portion wäre zum Beispiel eine Paprika oder eine Handvoll getrockneter Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen. Gut ist auch, zwei Portionen Obst zu essen, zum Beispiel einen Apfel und zwei Hände voll Erdbeeren. Auf Weißbrot verzichten Betroffene, besser ist Vollkornbrot. Auch bei Nudeln und Reis ist es gut, auf Vollkornvarianten zurückzugreifen.

Als Frühstück empfiehlt sich auch, ein Müsli aus Haferflocken oder anderen Vollkornflocken selbst zu machen: Anreichern lässt es sich dann zum Beispiel mit frischem Obst, Leinsamen, Trockenfrüchten und Nüssen. Trinken sollte man mindestens 1,5 Liter am Tag. Betroffene können ausprobieren, ob Wasser mit Kohlensäure eine anregende Wirkung auf den Darm hat. Außerdem haben Sauermilchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Dickmilch einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit.

Bewegung in Form eines flotten Spaziergangs, Gymnastik und Übungen, die die Bauchmuskulatur stärken, können den Stuhlgang möglicherweise erleichtern. Manchmal helfen auch Bauchmassagen mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.

Darm: Von Zotten und Bakterien

Bauweh Darm
Das wichtigste zum Thema Darm: Er verrichtet seinen Dienst im Verborgenen, macht nur selten auf sich aufmerksam. Dabei braucht sich der Darm nicht zu verstecken. Immerhin holt er auch noch das Letzte aus dem Essen raus. Ohne den Darm würden uns schnell die Kräfte verlassen: Ein kleiner Einblick in seine Arbeit, natürlich in leicht verdaulichen Portionen. © dpa
Der Darm ist nicht nur bis zu acht Meter lang. Ausstülpungen der Schleimhaut ins Darminnere, sogenannte Zotten, vergrößern seine Oberfläche um ein Vielfaches. Dazu tragen auch Fortsätze auf den Darmzellen bei. So bringt es der Darm auf eine Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmeter. Das erlaubt es ihm, seh viele Nährstoffe aufzunehmen. © dpa
Fünf Liter Verdauungssekret bildet der Körper an nur einem Tag. Einen Teil kommt aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die vor allem wichtige Verdauungsenzyme liefert. Sie spalten den Speisebrei in seine Bestandteile. Die Leber liefert Galle, die in der Gallenblase gespeichert und nach dem Essen in den Dünndarm abgegeben wird. Die zähe Flüssigkeit hilft bei der Fettverdauung. © dpa
Der Darm ist das Zuhause unzähliger Mikroorganismen. Sie helfen bei der Verdauung und verhindern, dass sich krankmachende Keime ansiedeln. Besonders eng ist es dabei im Dickdarm. Dort findet man bis zu zehn Billionen... © dpa
...Bakterien pro Gramm Darminhalt. Auch der Stuhl besteht zu mehr als 50 Prozent aus Bakterien. Ist der Darm chronisch entzündet, reagiert er nicht nur mit Durchfall. Er kann auch seine Funktionen nicht mehr voll erfüllen. So vertragen manche Patienten plötzlich Milch nicht mehr gut. Enzyme, die den enthaltenen Milchzucker (Lactose) spalten, werden nämlich in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet. © dpa
Das funktioniert bei einer Entzündung oft nicht mehr richtig. Auch die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen funktioniert deutlich schlechter, was zu einem Mangel führen kann. © dapd
Sie haben weitere Fragen zum Darm und chronischen Entzündungen? Verlässliche Informationen im Internet finden Sie zum Beispiel beim Kompetenznetz Darmerkrankungen unter www.kompetenznetz- ced.de, die Gastroliga bietet Broschüren zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unter www.gastro-liga.de zum Download. © dpa
Sogar einen eigenen Tag zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es: Am 28. September findet der Crohn-Colitis-Tag statt. Veranstaltungen findet man unter www.crohncolitis- tag.de. © dapd

dpa/tmn

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