Masern: Warum sie gefährlich sein können

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Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der BZgA 1607 Masernfälle in Deutschland.

Berlin - Wer glaubt, Masern wären eine Kinderkrankheit der irrt. Jeder kann sich mit den hochansteckenden Viren infizieren. Die Folgen sind Mittelohr-, Lungen-, oder Gehirnhautentzündung. 

Masern sind eine sehr ansteckende Krankheit und zählen in Deutschland zu den meldepflichtigen Infektionen. Die Viren werden nur von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen. Fast jeder Kontakt führt zu einer Ansteckung, wenn ein Mensch nicht gegen Masern geimpft ist - sogar auf mehrere Meter Entfernung. Einige Fakten:

Symptome

Bereits fünf Tage vor Auftreten des typischen roten Hautausschlags sind Infizierte ansteckend. Masern beginnen mit grippeähnlichen Anzeichen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Erst einige Tage später folgt der Ausschlag und das Fieber steigt erneut. Nach rund vier Tagen verschwindet der Hautausschlag.

Komplikationen

Da Masern vorübergehend das Immunsystem schwächen, können zusätzliche Erreger Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder Lungenentzündungen verursachen. Bei rund einem von 1000 Erkrankten kommt es zu einer Gehirnentzündung. Etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran, das entspricht etwa einem Toten auf 10 000 Patienten. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten bleiben schwere Folgeschäden wie eine geistige Behinderung und Lähmungen zurück.

Therapie

Eine Therapie gegen Masern gibt es nicht. Möglich ist nur eine Behandlung der Krankheitszeichen wie Fieber. Antibiotika sind gegen Viren-Erkrankungen wirkungslos. Sie kommen in der Regel erst zum Einsatz, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten.

Masern, Mumps und Röteln

Zu wenig junge Menschen in Deutschland lassen sich nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegen Masern impfen. Unter dem Motto „Deutschland sucht den Impfpass“ startet die BZgA deshalb eine nationale Kampagne für Masernimpfungen.

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der BZgA 1607 Masernfälle in Deutschland. Das sind zu viele, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation zu unterstützen: die Masern weltweit auszurotten. Rund die Hälfte der Ansteckungsfälle in Deutschland betreffen Jugendliche und junge Erwachsene, die keinen Impfschutz haben.

Impfung

Für Kinder werden zwei Impfungen gegen Masern in Kombination mit Röteln und Mumps (MMR-Impfung) empfohlen: die erste MMR-Impfung zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat und die zweite vor dem zweiten Geburtstag. Größeren Kindern sowie Jugendlichen, die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln versäumt haben, wird geraten, diese möglichst schnell nachzuholen.

Da es bei Masern aber Impflücken gibt, empfiehlt die Ständige Impfkommission seit 2010 auch allen Erwachsenen, die nach 1970 auf die Welt kamen und in der Kindheit nicht oder nur einmal gepikst wurden, eine Immunisierung. Besonders angeraten wird sie, wenn Menschen im Gesundheitsbereich oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten. Auch bei der Betreuung von Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine Impfung verantwortungsvoll.

dpa

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