Impfbereitschaft

Medizinisches Personal will sich nicht gegen Corona impfen lassen? Neue Erhebung kommt zu eindeutigem Ergebnis

Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen möchte, muss es nicht. Wie es um die Impfbereitschaft von medizinischem Personal steht, hat eine neue Erhebung untersucht.
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Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen möchte, muss es nicht. Wie es um die Impfbereitschaft von medizinischem Personal steht, hat eine neue Erhebung untersucht.

Eine Studie am Universitätsklinikum rechts der Isar hat untersucht, wie viele Mediziner und Pflegekräfte sich gegen Covid impfen lassen möchten.

Mehr als 90 Prozent der medizinischen Angestellten in Deutschland wollen sich gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen* oder haben es sogar schon getan: Das ist das erfreuliche Ergebnis einer Online-Befragung, die Experten des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München durchgeführt haben. Die Studie wurde als Preprint auf dem Portal MedRxiv online vorab veröffentlicht und zwischenzeitlich auch beim Fachjournal Vaccines zur Begutachtung eingereicht.

An der Studie im Rahmen des CEOsys-Projekts (Covid-19-Evidenz-Oekosystem) des Netzwerkes Universitätsmedizin unter Leitung des Universitätsklinikums rechts der Isar in München waren insgesamt 13 Wissenschaftler beteiligt. Basis der Analyse ist eine anonymisierte Online-Befragung, die im Zeitraum von 2. bis 28. Februar 2021 an Gesundheitspersonal in ganz Deutschland durchgeführt worden ist. Auswertbar waren Datensätze von 4.500 Teilnehmern, heißt es in der Pressemitteilung des Klinikums rechts der Isar.

Video: Impfdrängler bedrängen medizinisches Personal

Am überraschendsten war ganz klar die hohe Impfbereitschaft in Deutschland, die viel höher war als vorherige Studien hatten erwarten lassen“, sagt Professor Dr. med. Christoph Schmaderer, Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Nephrologie am Universitätsklinikum rechts der Isar, der zusammen mit Dr. med. Christopher Holzmann-Littig (Abteilung für Nephrologie) und Privatdozent Dr. rer. nat. Bernhard Haller (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie) einer der Hauptautoren der Studie ist. 91,7 Prozent der Teilnehmer hatten in der Befragung angegeben, bereits geimpft zu sein oder eine Impfung zu beabsichtigen. Damit sei nicht nur „von einer Herdenimmunität im Bereich des Gesundheitswesens auszugehen“. Auch mit größeren durch Covid-19-bedingten Ausfällen beim medizinischen Personal mitten in der Pandemie sei damit wahrscheinlich nicht mehr zu rechnen – eine beruhigende Entwicklung.

Corona-Immunisierung: Neue Daten sprechen gegen Impfverweigerung

Noch vor kurzem hatten viele Medien darüber berichtet, ein relativ hoher Anteil des medizinischen Personals lehne eine Corona-Impfung ab oder stehe ihr skeptisch gegenüber. Die aktuelle Studie zeichnet ein anderes Bild. „Von einer Impfverweigerung in der Gesundheitsversorgung kann unseren Daten nach keine Rede sein“, sagt Schmaderer. 

Doch wie erklären sich diese Unterschiede? Die meisten dieser Medienberichte basierten auf zwei in Deutschland durchgeführten Studien, darunter die „Cosmo-Studie“ der Universität Erfurt. Darin war die Impfbereitschaft einer mit nur 127 Teilnehmern sehr kleinen Untergruppe mit einer „Tätigkeit im Gesundheitswesen“ ausgewertet worden. Diese lag mit rund 60 Prozent ähnlich niedrig wie in der Allgemeinbevölkerung. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und fehlender Untergruppen erlaube diese Arbeit jedoch keine Aussage zur Impfbereitschaft einzelner Berufsgruppen. Hinzu kommt: Diese wurde mit einer anderen, siebenstufigen Skala gemessen – anders als in der aktuellen Studie: „Bei uns waren es – wie meist in Impfstudien – nur drei Kategorien“, sagt Schmaderer. Im Einzelnen waren das: „willig oder bereits geimpft“, „unentschlossen“ und „nicht bereit“.

Diese Skala wurde auch in einer anderen Auswertung verwendet, auf die sich ebenfalls viele Medienberichte zu impfkritischem Gesundheitspersonal bezogen. Diese Analyse beruhte auf Daten der „Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI), die für Dezember 2020 eine mit nur 65 Prozent ähnlich niedrige Impfbereitschaft ergeben hatte. Allerdings waren dafür nur Mediziner und Pflegekräfte auf Intensivstationen befragt worden. Und: „Zu diesem Zeitpunkt war noch kein Impfstoff verfügbar“, sagt Schmaderer - anders als im Februar 2021, als die Befragung wiederholt wurde: Nun war die Impfbereitschaft auf 75 Prozent gestiegen. „Wir gehen spekulativ davon aus, dass die höhere Impfbereitschaft auch daher kommen könnte, dass viele medizinische Angestellte bei Kollegen gesehen haben, dass die Impfung sicher und verträglich ist“, sagt Schmaderer. Er hofft darauf, dass das Ergebnis der neuen Studie noch viele Unentschlossene im Gesundheitswesen in einer Entscheidung für eine Corona-Impfung bestärkt – und auch in der Allgemeinbevölkerung. Mitarbeiter im medizinischen Bereich könnten hier einmal mehr wichtige Botschafter werden.

Impfbereitschaft bei unter 20-Jährigen am geringsten

Zumal die aktuelle Studie auch Hinweise darauf liefert, was Menschen von einer Impfung abhält: Ein Faktor war demnach das Alter. So war die Impfbereitschaft bei Teilnehmern unter 20 Jahren am geringsten. Dies könne damit zusammenhängen, dass sie sich am wenigsten von Covid-19 bedroht fühlen, so Schmaderer. Auch Misstrauen in Regierungsbehörden und in die Pharmaindustrie waren der Studie zufolge Einflussfaktoren für eine Impfablehnung. Teilnehmer, die Impfungen ablehnten, nutzten außerdem häufiger Messenger-Dienste und Videostreaming-Plattformen. Fehlendes Wissen zu den Impfstoffen oder das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein, ging ebenfalls öfter mit einer Ablehnung oder Zurückhaltung bezüglich einer Corona-Impfung einher – eine Erkenntnis, die man auch für die Konzeption von Impfkampagnen nutzen könnte. So sollte Wissen zur Impfung möglichst auf den Kanälen verbreitet werden, die Menschen auch üblicherweise nutzen, um sich mit Informationen zu versorgen, empfiehlt Schmaderer.

Zur Studie

Weiterlesen: Sehr selten erhöhtes Blutungsrisiko nach Biontech-Impfung: Mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe im Überblick*

(jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Anstatt abends vor dem Fernseher schwach zu werden und alle guten Diätvorsätze über Bord zu werfen, sollten Sie besser zu einem leckeren Hüttenkäse- oder Kräuterquarkdip mit Gemüsesticks greifen. Das hat weniger Kalorien - und schmeckt trotzdem lecker.
Anstatt abends vor dem Fernseher schwach zu werden und alle guten Diätvorsätze über Bord zu werfen, sollten Sie besser zu einem fettarmen Hüttenkäse- oder Kräuterquarkdip mit Gemüsesticks greifen. Das hat weniger Kalorien - und schmeckt trotzdem lecker. © pixabay
Nüsse sind zwar Kalorien-Schwergewichte, aber in Maßen gegessen, vertreiben Sie den kleinen Hunger zwischendurch. Zudem sind die darin enthaltenen Fettsäuren sehr gesund für Hirn und Nerven. Tipp: Essen Sie am besten ungesalzene und ungeröstete Nüsse. Und davon auch nur bis zu zehn Stück.
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Ein Apfel am Tag - und Du brauchst keinen Arzt" - so lautet das bekannte englische Sprichwort. Tatsächlich ist Obst dank seiner vielen Vitamine und Nährstoffe sehr gesund. Dennoch sollten Sie davon nicht zu viel essen - wegen des vielen natürlichen Fruchtzuckers. Stattdessen sollten Sie lieber zu zuckerarmen Früchten wie Beeren, Pflaumen, Grapefruit oder Orangen greifen.
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