Schlimmer Anblick

„Monstergesicht“: Wucherungen verunstalten Rentnerin – der Grund ist verstörend

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Krebsforschung: Auch bei anderen Erkrankungen entarten Zellen und es entstehen Tumore - doch ist eine solche Krankheit auch verantwortlich für das Leid folgender Patientin?

Ein Passant erschrickt, als er die alte Dame auf der Straße sieht und filmt sie: Die Aufnahmen schockieren - weil ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt ist.

Man kann die Augen und den Mund nur erahnen: Die Wucherungen im Gesicht der 68-jährigen Librada Patam sind so enorm, dass ihr Kopf nicht mehr menschlich aussieht. Die Wucherungen platzen auch immer wieder auf und eitern. Und damit nicht genug: Die Menschen aus ihrem Heimatort in der Provinz Cavite auf den Philippinen halten sich von ihr fern und glauben, sie sei verflucht. Dabei steckt eine ganz andere Ursache hinter Patams Beschwerden.

Stammen die Tumore vom Pickel ausdrücken?

Die Rentnerin selbst geht davon aus, dass ihr Gesicht wegen einer Infektion entstellt ist, wie das britische News-Portal „The Sun“ berichtet. Vor rund sechs Jahren hatte sie sich einen Pickel im Gesicht ausgedrückt. Doch Mediziner sind anderer Auffassung: Sie schätzen, dass die seltene Krankheit Neurofibromatose die Wucherungen in Patams Gesicht verursacht.

Die genetische Erkrankung hat unkontrolliertes Zellwachstum zur Folge: Gutartige Tumore entstehen, die aufplatzen und nässen können.

Neurofibromatose: Für eine Behandlung fehlt das Geld

Als Passanten Patam angesprochen und gefragt hatten, welche Krankheit sie habe, erzählte sie, dass ein Schamane davon ausgeht, dass sie von einer Hexe verflucht worden war. Für einen Arzt hätte sie kein Geld. Einmal sei sie der „Sun“ zufolge beim Arzt gewesen, doch die dort verordneten Medikamente hatten keine Wirkung gezeigt. 

Patam lebt auf der Straße mit ihrem Hund. Kelly Lee, der die 68-Jährige dort gefilmt hatte, sagte der „Sun“: „Sie schläft mit dem Hund auf dem Boden, der Boden ist manchmal voll mit dem Zeug, das aus ihren Wunden kommt. Ich wünschte nur, dass sie bald behandelt werden würde.“

Mehr zum Thema: Mann bekommt zweimal neues Gesicht - jetzt sieht er so aus.

Entstehung und Behandlung von Neurofibromatose

Bei Neurofibromatose entwickeln sich gutartige Tumore an der Haut, im Nervengewebe oder im Gehirn. Neurofibromatose wird auch Recklinghausen-Krankheit genannt - nach dem gleichnamigen Arzt, der die Krankheit erstmals 1882 beschrieb. Ursache der Wucherungen sind bestimmte Gendefekte, die häufig vererbt werden. Aber Neurofibromatose wird nicht nur vererbt: Sie kann auch durch eine Mutation des Erbguts entstehen.

Die Ursache der Krankheit kann nicht therapiert werden, aber die Symptome. So können die Wucherungen (Neurofibrome) operativ entfernt werden. Entarten Neurofibrome und werden bösartig - was eher selten vorkommt - muss eine Bestrahlung und Chemotherapie eingeleitet werden.

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jg

Bei seltenen Erkrankungen Hilfe suchen

Cordelia ist eine von vier Millionen Patienten in Deutschland mit einer seltenen Erkrankung - in ihrem Fall ein CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia ist eine von vier Millionen Patienten in Deutschland mit einer seltenen Erkrankung - in ihrem Fall ein CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko mit ihrer Mutter Esther und Zwillingsschwester Catherine (r). Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko mit ihrer Mutter Esther und Zwillingsschwester Catherine (r). Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
"My kid is a fighter!" - "Mein Kind ist ein Kämpfer", steht auf dem Auto von Esther Woko. Ihre Tochter Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst
"My kid is a fighter!" - "Mein Kind ist ein Kämpfer", steht auf dem Auto von Esther Woko. Ihre Tochter Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Miriam Schlangen leitet die Geschäftsstelle Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Foto: Angelique Tuszakowski/Mukoviszidose e.V.
Miriam Schlangen leitet die Geschäftsstelle Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Foto: Angelique Tuszakowski/Mukoviszidose e.V. © Angelique Tuszakowski
Stephan Kruip ist Vorsitzender des Vereins Mukoviszidose. Foto: Fabian Helmich/Mukoviszidose e.V.
Stephan Kruip ist Vorsitzender des Vereins Mukoviszidose. Foto: Fabian Helmich/Mukoviszidose e.V. © Fabian Helmich
Mirjam Mann ist Geschäftsführerin des Vereins Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE). Foto: ACHSE e.V.
Mirjam Mann ist Geschäftsführerin des Vereins Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE). Foto: ACHSE e.V. © ACHSE e.V.
Cordelia Woko (vorn) beim Malen mit ihrer Schwester Cecilia. Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko (vorn) beim Malen mit ihrer Schwester Cecilia. Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst

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