Neue Studie

Russen-Impfung Sputnik V „scheint sicher zu sein“ – So wirksam stufen Forscher den umstrittenen Impfstoff ein

Sputnik V wurde in Russland bereits zugelassen, als er noch nicht alle klinischen Tests bestanden hatte. Eine Studie beleuchtet, wie wirksam die Impfung vor Corona schützt.

  • Sputnik V ist der weltweit erste zugelassene Corona-Impfstoff: Bereits am 11. August 2020 hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Notfallzulassung des Präparats medienwirksam verkündet.
  • Notfallzulassung deshalb, weil der in Russland entwickelte und produzierte Impfstoff noch nicht die klinische Phase III* abgeschlossen hat. In dieser werden mehrere tausend bis mehrere zehntausend Freiwillige geimpft, um herauszufinden, wie wirksam und verträglich eine Impfung tatsächlich ist.
  • Aktuell wird Sputnik V in der klinischen Phase III geprüft. Russische Wissenschaftler veröffentlichten jetzt eine Zwischenanalyse.

Sputnik V wird nicht nur in Russland verimpft. In 15 Ländern soll der russische Impfstoff der Welt zufolge bereits zum Einsatz kommen – obwohl er sich noch nicht in allen klinischen Tests bewiesen hat. Auch in Deutschland wird die Diskussion darüber lauter, mehr Impfstoffe zuzulassen, um den Bürgern zeitigere Impftermine zu ermöglichen. Jedoch herrschen in der Europäischen Union strenge Regeln vor, wann ein Impfstoff verimpft werden darf. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Phase III kann ein Präparat für die breite Masse zugelassen werden.

Diese Phase ist im Fall des Vektorimpfstoffs Sputnik V zwar noch nicht abgeschlossen, aber es gibt erste Berichte über die Wirksamkeit des Produkts in Phase III. So kamen russische Wissenschaftler im Fachblatt The Lancet zu dem Ergebnis, dass Sputnik V eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent aufweist. Die Forscher hatten an 20.000 Freiwilligen geprüft, wie gut die Impfung gegen Corona schützt und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Sputnik V zu 91,6 Prozent wirksam, Biontech- und Moderna-Impfung zu 95 und 96 Prozent

Mit 91,6 Prozent Wirksamkeit bewegt sich Sputnik V auf dem Niveau der Wirksamkeit, die sich auch bei dem Biontech- und Moderna-Präparat gezeigt hatte. So wurde bei dem Biontech-Präparat eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent nachgewiesen und im Fall des Moderna-Impfstoffs eine Wirksamkeit von 96 Prozent, wie die Tagesschau unter Berufung auf die US-Arzneimittelbehörde FDA berichtete. 

Gemeint ist mit diesen Zahlen, dass bei Menschen in der geimpften Gruppe je nach Präparat 91,6, 95 oder 96 Prozent weniger Corona-Erkrankungen pro 100 Studienteilnehmern auftraten als in der nicht geimpften Gruppe. 

Lesen Sie auch: Tod kurz nach Corona-Impfung: Daran verstarben die Menschen wirklich.

Impfung mit Sputnik V: Diese Nebenwirkungen sind möglich 

Die Forscher vom National Research Centre for Epidemiology and Microbiology, das am russischen Ministerium für Gesundheit angesiedelt ist, berichten der Welt zufolge außerdem über schwerwiegende Nebenwirkungen in nur wenigen Fällen. Diese seien allerdings nicht auf die Impfung zurückzuführen, hieß es. In den meisten Fällen hatten die Freiwilligen nach der Impfung nur über milde Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome berichtet. 

Außerdem heißt es in der im Lancet veröffentlichten Studie: „Während der Studie wurden vier Todesfälle gemeldet (drei von 16.427 Teilnehmern in der Impfstoffgruppe und einer von 5.435 Teilnehmern in der Placebogruppe), von denen keiner als im Zusammenhang mit dem Impfstoff stehend angesehen wurde“.  Die Studie sei aber noch nicht abgeschlossen, insgesamt sollen dem Welt-Bericht zufolge 40.000 Freiwillige geimpft werden. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/was-steckt-hinter-dem-russischen-impfstoff-119526/; https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00191-4/fulltext

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Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Rubriklistenbild: © Ruben Paratore/dpa

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