lebensgefährlich

Superkeime: Tote in Europa, weil Gegenmittel für MRSA & Co. fehlen - so schützen Sie sich

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Eine Petrischale mit MRSA-Keimen aufgenommen im Universitätsklinikum Regensburg - Superkeime können lebensgefährliche Infektionen zur Folge haben.

Neue Zahlen beweisen: Multiresistente Keime werden immer gefährlicher und führen zu jährlich 33.000 Todesfällen in Europa - an diesem Ort sind sie am gefährlichsten.

Bakterien sind an sich nichts Schlechtes, unser Körper braucht sie sogar, um etwa die Magen-Darm-Flora oder die natürliche Schutzbarriere der Haut aufrecht zu erhalten. Doch es gibt auch Keime, die uns gefährlich werden: sogenannte Superkeime, im Fachjargon multiresistente Erreger (MRE). 

MRSA als gefährlichster Erreger - die meisten Antibiotika wirken nicht

Nur wenige Antibiotika - die wichtigsten Gegenmittel gegen MRE - zeigen Wirkung gegen die Keime, weil diese Antibiotika-Resistenzen entwickelt haben. Der wohl bekannteste Superkeim ist der MRSA - der methicillinresistente Staphylococcus aureus, auch Krankenhauskeim genannt. Bei diesem Erreger wirken die meisten Antibiotika nicht, wie das Portal der Bundesärztekammer und der kassenärztlichen Bundesvereinigung Patienten-Information.de berichtet.

Meldungen über Todesfälle durch MRSA-Infektionen in Kliniken schürten in den letzten Jahren Angst - doch was viele nicht wissen: Für gesunde Menschen ist der Kontakt mit multiresistenten Erregern völlig ungefährlich. Ihr Immunsystem wird mit den Krankheitserregern leicht fertig. Problematisch wird es, wenn sich ein kranker Mensch im Krankenhaus oder Pflegeheim mit MRE infiziert - bei geschwächtem Abwehrsystem hat ein multiresistenter Keim leichtes Spiel und kann lebensbedrohliche Lungen- und Herzentzündungen und tödliche Blutvergiftung zur Folge haben.

Mehr über die gefährlichen multiresistenten Erreger im Video:

Therapie bei Superkeim-Infektion: Forscher suchen nach Alternativen für Antibiotika

Die wichtigste Waffe gegen bakterielle Infektionen sind derzeit Antibiotika - da viele Antibiotika bei resistenten Erregern nicht greifen, kommt es jedoch immer wieder zu Todesfällen. Deshalb suchen Mediziner nach neuen antibakteriellen Wirkstoffen, unter anderem ein deutsch-französisches Forscher-Team, wie das Portal Wissenschaft.de berichtete. Die Forscher waren erfolgreich und fanden ein sogenanntes Lipopeptid-Antibiotika, das Wirkung gegen multiresistente Bakterien und auch den MRSA-Keim zeigt. Bis es als neues Medikament eingesetzt wird, sind allerdings noch weitere Untersuchungen erforderlich.

Zur Studie

Wer sich und andere vor multiresistenten Erregern schützen will, sollte vor allem auf regelmäßiges Händewaschen achten. So macht man es den Keimen schwer, sich weiter zu verbreiten.

Mehr zum Thema: Diesen Fehler machen fast alle beim Hände waschen.

Das könnte Sie auch interessieren: Banane schälen - wer diese eine Sache beachtet, schützt sich vor krebserregenden Stoffen.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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