Sehr umstritten

Ohne Glyphosat? - So umgehen Verbraucher das Unkrautgift

+
Verbraucher kommen auch im Supermarkt mit Glyphosat in Berührung - hier allerdings indirekt. Foto: Marcel Kusch/dpa

An Glyphosat gibt es viel Kritik. Einerseits ist der Unkrautvernichter sehr wirksam, andererseits steht er im Verdacht, Krebs zu erregen. Verbraucher sollten daher wissen, wo sie mit ihm in Berührung kommen.

Hamburg/Dessau-Roßlau (dpa/tmn) - Wirksam ist es, aber womöglich auch krebserregend: Um Glyphosat streiten die Experten. Verbraucher kommen mit dem Unkrautgift vor allem an zwei Stellen in Berührung: direkt im eigenen Garten und indirekt im Supermarkt. An beiden Stellen ist ein Verzicht möglich.

- Nahrungsmittel: Glyphosat ist in der Landwirtschaft weit verbreitet und findet sich deshalb auch in Nahrungsmitteln - und zwar nicht nur in denen, die direkt vom Feld kommen. "Glyphosat kann über das Futtermittel zum Beispiel auch ins Fleisch gelangen", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch in anderen Produkten wie Bier wurde nach Angaben der Verbraucherschützer schon Glyphosat entdeckt.

"Relativ sicher ist man nur da, wo gar keine Herbizide zum Einsatz kommen", sagt Schwartau - also bei Bio-Produkten. Hundertprozentig ist diese Sicherheit aber auch nicht. Denn Wind oder Gewässer können das Unkrautgift vom Nachbarfeld zum Bio-Bauern tragen.

Es ist aber gut möglich, dass es dafür in Zukunft weniger Gelegenheit gibt: "Ich kann mir schon vorstellen, dass auch viele konventionelle Bauern auf Glyphosat verzichten, um auf sich aufmerksam zu machen", sagt Schwartau. "So wie das jetzt schon bei der Gentechnik ist."

- Pflanzenschutzmittel: Auch für den Hausgarten gibt es Produkte, in denen Glyphosat steckt. Natur- und Verbraucherschützer raten grundsätzlich, auf solche Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Zumal sich Unkraut nicht so leicht ausbreiten kann, wenn Hobbygärtner regelmäßig den Boden hacken oder jäten. Eine umweltfreundliche Methode ist auch das Mulchen oder Pflanzen von Bodendeckern. Beides bedeckt die Erde so dicht, dass Unkraut kein Raum zum Gedeihen bleibt.

Außerdem sind heimische Pflanzen, deren Wachstumsbedingungen auch zum Standort passen, grundsätzlich stärker und können Konkurrenten - wie Unkrautpflanzen es sind - eher unterdrücken.

Wer dennoch zu Unkrautvernichtungsmittel greifen möchte, findet aber auch Alternativen zu Produkten mit Glyphosat. "Verhältnismäßig umweltverträglich" sind laut Umweltbundesamt die natürlichen Wirkstoffe Essig- und Pelargonsäure. Sie gelten als weniger schädlich.

Informationen der Verbraucherzentrale Hamburg

Hinweise und Tipps zum Gärtnern ohne Glyphosat vom Umweltbundesamt

Das könnte Sie auch interessieren

Geld

Die fünf besten "Die Höhle der Löwen"-Deals aus allen vier Staffeln 

Die fünf besten "Die Höhle der Löwen"-Deals aus allen vier Staffeln 
Welt

Trockenheit in Deutschland steuert auf Ausnahmewert zu

Trockenheit in Deutschland steuert auf Ausnahmewert zu
Boulevard

Harry und Meghan barfuß am Strand

Harry und Meghan barfuß am Strand
Politik

Trump droht im Wahlkampf mit Schließung der Grenze zu Mexiko

Trump droht im Wahlkampf mit Schließung der Grenze zu Mexiko

Meistgelesene Artikel

"Die Höhle der Löwen": Alle reißen sich um "Pook" - am Ende ballt einer sogar die Faust

"Die Höhle der Löwen": Alle reißen sich um "Pook" - am Ende ballt einer sogar die Faust

An diesem Zahlen-Rätsel für Grundschüler scheitern selbst Eltern - Sie auch?

An diesem Zahlen-Rätsel für Grundschüler scheitern selbst Eltern - Sie auch?

Kleiner und weniger: Diese Pläne machen Tiefkühlpizza-Fans wütend

Kleiner und weniger: Diese Pläne machen Tiefkühlpizza-Fans wütend

Sehen Sie auf diesem Bild ein Paar im Urlaub - oder doch etwas Unanständiges?

Sehen Sie auf diesem Bild ein Paar im Urlaub - oder doch etwas Unanständiges?

Kommentare