Vogel-Land Niedersachsen

Vogelbeobachtung ist nicht nur etwas für Nerds

Ein Star läuft mit Insekten im Schnabel über eine Wiese am Hafen. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Ein Star läuft mit Insekten im Schnabel über eine Wiese am Hafen. Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Austernfischer sucht auf einer Wiese nach Insekten. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Ein Austernfischer sucht auf einer Wiese nach Insekten. Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Fernglas hängt an einem Schild, das auf ein Naturschutzgebiet hinweist. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Ein Fernglas hängt an einem Schild, das auf ein Naturschutzgebiet hinweist. Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Storch frisst Insekten auf einer Wiese. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Ein Storch frisst Insekten auf einer Wiese. Foto: Sina Schuldt/dpa
Zwei Haubentaucher balzen. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Zwei Haubentaucher balzen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Draußen sein, Natur erleben, Vögel in freier Natur beobachten - das reizt viele Menschen als Freizeitbeschäftigung. Statistiken darüber gibt es nicht, aber langjährige Naturschützer sagen: Das Interesse hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen.

Hannover (dpa/lni) - Mit 74 EU-Vogelschutzgebieten ist Niedersachsen ein Vogel-Land, das auch Hobby-Ornithologen zahlreiche Möglichkeiten zu Beobachtungen gibt. "Es kommen nicht nur Nerds", sagt Imke Schweneker vom Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) in der Diepholzer Moorniederung.

Diese Region ist vor allem als Rastplatz für Kraniche bekannt und gehört zu den drei bedeutendsten Kranich-Regionen Deutschlands. Vor allem im Herbst kämen viele Interessierte aus Nordrhein-Westfalen oder den Niederlanden in die Moorgebiete in der Nähe des Dümmers.

Seit 30 Jahren bietet Jörg Grützmann vom Naturschutzbund (Nabu) Oldenburg Führungen durch die Bornhorster Huntewiesen in den Wintermonaten an. "Das Gebiet ist eines unserer Sahnegebiete im Oldenburger Land", sagt der 66 Jahre alte ehrenamtliche Naturschützer.

Gerade bei den Oldenburgern sei das Schutzgebiet, das ein Lebensraum unter anderem für den Weißstorch, den Kiebitz, die Feldlerche oder die Löffelente ist, sehr beliebt. Bei den Vogelbeobachtern gebe es diejenigen, die einfach nur die Natur erleben möchten und sich freuen, einfach einen Schwarm Wildgänse zu sehen. Es gebe aber auch die Spezialisten, die jedes Wochenende ins Gelände ziehen, um gezielt Vögel zu zählen.

Diese so genannten Birder teilen ihre Beobachtungen auf einer speziellen Webseite. "Ihre Arbeit ist auch wissenschaftlich sehr wichtig", sagt Grützmann. Denn so stellen sie fest, wie viele Vögel welcher Arten wo genau vorkommen. Der Nachwuchs komme meist von der Uni, die in Oldenburg etwa Biologie studieren.

Naturschutzverbände wie der Nabu bieten in vielen Regionen geführte Exkursionen an, sagt Philip Foth, Sprecher des Landesverbandes in Hannover. Es gebe allerdings keine zentrale Statistik über die Nachfrage nach solchen Exkursionen.

"Vor allem an der Küste haben wir eine hohe Nachfrage, gerade bei den Themen Vogelzug oder Wildgänsen." Teilweise kämen Gäste aus anderen Bundesländern, um an Exkursionen teilzunehmen. Die Gäste reize, Hotspots für die Tierbeobachtung gezeigt zu bekommen, sich die Arten erklären zu lassen, die man alleine vielleicht gar nicht erkennen würde. Generell steige auch das Interesse an der Natur und dem Naturerlebnis.

Das beobachtet auch Grützmann. Er hat vor mehr als 50 Jahren als 14-Jähriger mit der Vogelbeobachtung begonnen. "Als wir anfingen, sind wir gehänselt worden in der Schule." Aber seit einigen Jahren habe das Interesse gerade auch von jungen Menschen an der Natur wieder zugenommen. "Das hat sich sehr positiv entwickelt."

© dpa-infocom, dpa:200807-99-77444/2

Nabu-Schutzgebiete in Niedersachsen

BUND Diepholzer Moorniederung

Webseite für Vogelbeobachter

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