Ob mit Zelt oder ohne

Wildcampen in Deutschland: Ist es erlaubt?

Nur auf offiziellen Campingplätzen
+
Kanuwandern macht Freude – unterwegs sollte man sein Lager aber nur auf offiziellen Campingplätzen aufschlagen.

Die Pandemie hat dem Wildcampen einen zweifelhaften Boom beschert. Viele zieht es in die Natur, ob mit Zelt oder ohne. Doch das ist nicht selten verboten.

Raus in die Natur, an einem schönen Fleckchen sein Zelt aufschlagen, das kleine Glück in der Nähe suchen statt draußen in der weiten Welt. Ein verlockender Gedanke, denkt sich zumindest so mancher Urlauber.

Egoismus auf Kosten der Umwelt, finden viele Naturschützer. Wildcampen ist in Deutschland häufig nicht erlaubt – gerade in Corona-Zeiten wird das aber gerne missachtet.

Wie ist überhaupt die Rechtslage?

Während in Skandinavien jeder sein Nachtlager in der freien Natur aufschlagen darf, ist das hierzulande in dieser Großzügigkeit nicht gestattet. Die genauen Regelungen unterscheiden sich aber von Bundesland zu Bundesland. In Baden-Württemberg zum Beispiel darf man gar nicht in der Natur zelten. In Schleswig-Holstein wiederum ist eine Nacht erlaubt, aber nicht mitten im Wald. Dieser ist fast immer tabu. Auch in Brandenburg wird eine einzelne Nacht geduldet. Die Höhe der Bußgelder unterscheidet sich ebenfalls je nach Land.

Ist das Wildcampen nicht ausdrücklich erlaubt, ist es wahrscheinlich verboten, gibt Swen Walentowski vom Rechtsportal anwaltauskunft.de als Richtschnur aus. An besonders schönen Orten gilt das ohnehin: „In Nationalparks ist Wildcampen grundsätzlich verboten.“ Das gleiche gilt auch für Naturschutzgebiete und viele andere geschützte Naturräume – worunter oft auch idyllische Flussufer fallen, die Kanufahrern als Nachtlager reizvoll erscheinen mögen.

Gefühl von Freiheit: In Ländern wie Schottland ist Wildcampen erlaubt – in Deutschland sind die Regeln viel strenger.

Erfahren Sie hier: Camping-Urlaub 2021 geplant? Rechtzeitig buchen ist ratsam.

Wer kann mir eine konkrete Auskunft geben?

Naturfreunde informieren sich am besten beim Umweltamt, beim Naturschutzamt oder beim örtlichen Forstamt. Auch die örtlichen Touristeninformationen kennen die lokalen Regeln.

Und wie sieht es mit dem Biwakieren aus?

Das Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt kennt der Gesetzgeber so nicht. Ist es also eine schlaue Notlösung, um rechtlichen Ärger zu vermeiden? „Ich neige zu der Auffassung, dass das Biwakieren unter das Campen fällt, auch wenn der Gesetzgeber das so nicht gedacht hat“, lautet Swen Walentowskis Einschätzung.

Es kommt auf den Einzelfall an: Gerät jemand etwa im Gebirge in eine Notlage und kommt nicht mehr vom Berg, dann ist Biwakieren erlaubt. Anders sieht es aus, wenn Wanderer Isomatte, Schlafsack und sonstige Ausrüstung bewusst mitnehmen – nur eben kein Zelt.

Halten sich die Menschen an die Regeln?

Viele tun das nicht, jedenfalls sind es genug, um die Natur zu stören. Das zeigt exemplarisch der Nationalpark Sächsische Schweiz. Dort ist das sogenannte Boofen – das freie Übernachten – nur in Zusammenhang mit der Ausübung des Klettersports erlaubt. Insgesamt gibt es 58 Stellen, an denen Kletterer draußen übernachten können. Die Ranger des Parks kontrollieren diese Plätze und fragen durchaus nach.

Es gibt bloß einen Haken: Die Regel, freies Übernachten tatsächlich nur für Kletterer zu erlauben, ist praktisch schwer durchsetzbar, wie Hanspeter Mayr zu berichten weiß. „Unsere Ranger haben schon alle Ausreden gehört“, sagt der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.

Wildcampen ist in Deutschland häufig nicht unbedingt ausdrücklich verboten – aber eben auch nicht erlaubt.

Wildcampen in Deutschland: Wie groß ist das Problem?

In den Nationalparks in Deutschland sind Wildcamper und Besucher, die sich einfach in die Natur schlagen, durchaus ein großes Problem. Im Nationalpark Sächsische Schweiz hat man in den Jahren 2017 bis 2019 zwischen 20.000 und 35.000 Menschen gezählt, die in den Boofen übernachtet haben - ob legal oder illegal. „Das sind 80 Menschen pro Nacht, eineinhalb Hotels“, sagt Hanspeter Mayr. „Und von denen geht jeder morgens und abends mal auf Toilette.“

Auch interessant: In welchen Ländern Europas ist Camping trotz Corona-Pandemie möglich?

Aber ist vorsichtiges Biwakieren nicht unproblematisch?

Diesem Eindruck widerspricht Hanspeter Mayr energisch: „Wenn Leute sagen, dass sie doch gar nicht stören, dann muss ich sagen: Doch, es ist so aufgrund der überragenden Sinnesleistungen vieler Tierarten.“ Laut Mayr kann die reine Anwesenheit von Menschen dazu führen, dass sich bestimmte Tiere für oder gegen einen Lebensraum entscheiden.

Fazit: Es ist ein Trugschluss zu glauben, wer nur leise sei und seinen Müll wieder mitnehme, hinterlasse keine Spuren in der Natur.

Sein Zelt im Wald aufschlagen, womöglich noch in einem Naturschutzgebiet – das ist in Deutschland verboten.

Hilft es, wenn ich im Wohnmobil oder Auto übernachte?

Auch diese Urlauber machen in sensiblen Naturräumen wie dem Elbsandsteingebirge Probleme. „Es gibt hier keine Bäche, weil das Wasser schnell versickert“, erklärt Hanspeter Mayr. Also zieht es Menschen mit Wohnmobil oder dem eigenen Auto an den Fluss, eigentlich von der Wassergüte ein Topgewässer in Sachsen. Nicht im vergangenen Sommer: „Da kamen uns die Schaumkronen entgegen“, sagt Mayr.

Ohnehin ist die rechtliche Lage eindeutig: In Deutschland kann man mit dem Camper laut ADAC nur außerhalb von Camping- oder Stellplätzen übernachten, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen*. Die einzelne Nacht sollte dabei auf zehn Stunden begrenzt sein, Campingstühle darf man nicht aufstellen. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. In geschützten Naturräumen sind die Regeln besonders streng.

Wildcampen: Welche Alternativen habe ich?

In geschützten Gebieten gibt es manchmal spezielle Naturlager- oder Trekkingplätze, wo man sein Zelt legal aufschlagen kann. Teils gibt es Toilettenhäuschen und eine kleine Feuerstelle. Solche Lagerplätze wurden etwa im Sauerland und in der Eifel ausgewiesen. Im Schwarzwald stehen mehrere Plätze von Mai bis Oktober zur Verfügung. In Schleswig-Holstein heißen sie Übernachtungsplätze. Wichtig ist, sich frühzeitig über die Verfügbarkeit zu informieren. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Lesen Sie auch: Camping in Bayern 2021: Was sind die aktuellen Regeln?

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Politik

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels
Politik

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht
Politik

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“
Politik

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Kommentare