Bfs: Kosten über 1,5 Milliarden Euro

Atomlobby soll für Asse zahlen

Niedersachsen - WOLFENBÜTTEL (dpa) · Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will die Atomindustrie an den Milliarden-Kosten für die Schließung des maroden Atommülllagers Asse beteiligen. Wie teuer das Vorhaben wird, ist aber noch unklar.

Rechtlich könne man die Energieversorger zu einer Kostenbeteiligung wohl nicht unmittelbar verpflichten, sagte BfS-Präsident Wolfram König gestern. „Aber es gibt zumindest eine moralische Pflicht.“ Doch das erste Unternehmen wiegelt bereits ab: Der Energiekonzern EnBW will sich nicht an den Milliarden-Kosten beteiligen. „Der Atommüll ist eindeutig in das Eigentum des Asse-Betreibers übergegangen“, sagte gestern eine Unternehmenssprecherin in Karlsruhe. Daher gebe es für die EnBW keine Verpflichtungen mehr.

Genaue Schätzungen über die möglichen Kosten gibt es laut König derzeit noch nicht. Die Risiken bei der geplanten Rückholung der rund 126 000 Fässer aus dem alten Salzbergwerk bei Wolfenbüttel seien schwer zu kalkulieren. Für die Schließung des DDR-Atommülllagers Morsleben rechne seine Behörde mit 1,5 Milliarden Euro Kosten. Die Sanierung der Asse werde wohl teurer, sagte der BfS-Präsident.

Während der Atommüll in Morsleben unter Tage bleibt und die Schächte mit einem Spezialbeton verfüllt werden, sollen die knapp 126 000 Fässer in der Asse aus dem alten Salzbergwerk wieder rückgeholt werden.

„Es gibt bislang keine belastbaren Schätzungen“, betonte König. Noch wüsste niemand, in welchem Zustand die Fässer sind, noch nicht einmal der genaue Inhalt sei sicher. Zudem könnte ein Notfall eintreten, der Schacht könnte zum Beispiel absaufen und weitere Wasserzutritte die Arbeiten erschweren oder unmöglich machen. Das BfS erarbeitet derzeit einen Notfall-Plan.

Union und FDP haben sich in ihrem Koalitionsvertrag auf Bundesebene zu einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten bereiterklärt. Über die genauen Bedingungen soll in den nächsten Monaten verhandelt werden. Landes-Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) fordert eine Beteiligung der Länder an den Gesprächen.

Quelle: kreiszeitung.de

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