Gilt für private und berufliche Fahrten

Maskenpflicht im Auto: Chaos um harte Corona-Regel in Niedersachsen

In vielen Bundesländern gilt derzeit eine verschärfte Maskenpflicht im Auto. Das gilt nun für Autofahrer und Mitfahrer in Niedersachsen.

Update vom 31. März, 14 Uhr: Bis zum 18. April gilt in den Landkreis Wesermarsch, Leer und Emsland sowie in der Stadt Osnabrück eine „Allgemeinverfügung zum Tragen einer medizinischen Maske bei der gemeinsamen Nutzung von privaten Kraftfahrzeugen durch Personen aus verschiedenen Haushalten, einschließlich beruflicher Fahrgemeinschaften“.  Das Tragen einer Maske gilt nicht für Personen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung (ärztliches Attest oder vergleichbare amtliche Bescheinigung notwendig) und für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres.

Auch die Region Hannover verfügt, dass bei mehreren Insassen in einem Fahrzeug, die nicht zu einem Haushalt gehören, alle außer dem Fahrer bzw. der Fahrerin einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. 

Maskenpflicht im Auto: Region Hannover zieht nach

Update vom 30. März, 19 Uhr: Aufgrund stark steigender Infektionszahlen gilt ab sofort in Wildeshausen die Maskenpflicht im Auto wenn mehr als ein Hausstand mitfährt.

Meldung vom 29. März: Hannover - Wegen der wieder stark ansteigenden Infektionszahlen hatten Bund und Länder den Lockdown in der vergangenen Woche bis zum 18. April 2021 grundsätzlich verlängert. Immer mehr Bundesländer beschließen eine Maskenpflicht im Auto. Während die Regelung in Stadtstaaten wie Bremen oder Hamburg relativ einfach ist, wird es in Flächenbundesländern wie Niedersachsen kompliziert.

Maskenpflicht im Auto in Niedersachsen - bei Inzidenz über 100

Nach der aktuellen Coronavirus-Schutzverordnung muss im Auto seit einigen Tagen eine medizinische Maske getragen werden, wenn mehr als ein Hausstand mitfährt. Ob diese Maßnahme greift, entscheiden die Landkreise. Dazu muss die 7-Tages-Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen liegen. Wer allein im Auto sitzt, muss auch keinen Mund-Nase-Schutz tragen. Dennoch, wer sich wohler damit fühlt, kann eine Alltagsmaske oder einen Schal zum Schutz tragen. Wichtig ist nur, dass das Gesicht erkennbar bleibt.

LandNiedersachsen
MinisteriumSoziales, Gesundheit und Gleichstellung
Beschäftigte400
MinisterinDaniela Behrens (SPD)

Im Landkreis Diepholz wird es keine pauschale Maskenpflicht beim Autofahren geben. Laut Pressesprecherin Mareike Rein wird der Kristenstab das Infektionsgeschehen analysieren. Meint: Wenn die Inzidenz bei über 100 liegt, wird auf die Gründe geschaut. Eine Frage lautet: Ist es lokal eingrenzbar? Als Beispiel nennt sie Corona-Fälle in einer Wohnunterkunft von Arbeitern in einem Geflügelbetrieb. Ist die Eingrenzung nicht möglich, könnte eine Maskenpflicht verhängt werden.

Die Maske im Auto: Am Innenspiegel darf sie nicht hängen. Aber in einigen Landkreisen ist sie verpflichtend zu tragen, wenn Personen aus zwei Haushalten im Auto sitzen.

Auch der Landkreis Verden würde schauen, ob es Hotspots gibt. Die Maskenpflicht würde eingeführt werden, wenn es Sinn ergibt. Aktuell (29.3.) Hat der Landkreis eine Inzidenz von 81,7. Laut Pressesprecher Ulf Neumann sind aber auch alle anderen Maßnahmen zu prüfen.

Trotz Maskenpflicht im Auto: Gesichtszüge müssen erkennbar sein

Die „Erkennbarkeit des Verkehrsteilnehmers“ müsse bei Blitzern gewährleistet sein, sagte Wöller. Die Verhüllung und Verdeckung wesentlicher Gesichtsmerkmale sei nicht erlaubt. Bei Mund-Nasen-Schutz müssten die Augen und „generelle Gesichtszüge“ noch zu sehen sein. Sonnenbrillen und Mützen würden zur Unkenntlichkeit beitragen. Nach Angaben des Innenministers sind die Bußgeldstellen auf eine Einzelfallprüfung hingewiesen. 

Die neuen Regeln sehen vor, dass nur noch eine haushaltsfremde Person im Fahrzeug mitgeführt werden kann. Dennoch gilt zu beachten, dass es hierzu bereits ein Gerichtsurteil des Amtsgerichts Stuttgart (8.9.2020, 4 OWi 177 Js 68534/29) gibt. Demnach ist ein privates Kraftfahrzeug nicht mit dem öffentlichen Raum gleichzusetzen. Dadurch können die Bundesländer entscheiden, wie sie diesen Einzelfall handhaben wollen. Für Autofahrer in Hamburg und Bayern ist interessant zu wissen, dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens auch im privaten Raum gelten und somit auch im Auto. Der Mindestabstand sollte bei Fahrten mit erlaubten Personen weitestgehend eingehalten werden. Die Maskenpflicht im Auto gilt seit Montag auch in Hamburg, wie 24hamburg.de berichtet.

Maskenpflicht im Auto: Was gilt für Pendler und Fahrschüler?

In der niedersächsischen Coronaverordnung heißt es: Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist auch von jeder Person in einer Arbeits- oder Betriebsstätte einschließlich einer beruflichen Fahrgemeinschaft zu tragen. Die Landesregierung will damit Infektionen in Fahrgemeinschaften, etwa bei Handwerkern, eindämmen. Experten raten daher unabhängig davon, ob generell eine Maske zu tragen.

Für Fahrschüler und Lehrer bleibt das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes während der praktischen Fahrprüfung sowie bei den Fahrstunden verpflichtend. Weiterhin rät der ADAC davon ab, die Maske an den Innenspiegel zu hängen, da hierdurch die Sicht beeinträchtigt werden kann. Um das Unfallrisiko zu minimieren und für ein freies Sichtfeld zu sorgen, sollten Sie Masken im Handschuhfach oder an anderen Ablageorten verstauen.

Ausgangssperren in Niedersachsen richten sich nach dem Inzidenzwert

Ausgangssperren zwischen 21 und 6 Uhr müssen künftig in Kommunen als ein Mittel zur Eindämmung des Infektionsgeschehens diskutiert werden, sobald der Inzidenzwert lokal oder regional die Marke von 100 übersteigt. Aber einem Wert von 150 werden Ausgangssperren zur Pflicht – solange es keine alternativen Lösungen gibt, die eine Verringerung von Infektionszahlen erwarten lassen. Zudem müsse nicht immer ein ganzer Landkreis mit einer Ausgangssperre belegt werden, mitunter könne es ausreichen, einzelne Hotspots mit derartigen Regeln zu belegen.

Immer mehr Hochinzidenzregionen in Niedersachsen

Niedersachsen wird zunehmend zu einer Hochinzidenzregion mit einer weiter steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen. In 16 der 45 Landkreise und großen Städte lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über 100, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Mittwoch mit. Im Landesdurchschnitt stieg die Sieben-Tages-Inzidenz auf 100 nach 96,8 am Vortag. 1583 Neuinfektionen wurden registriert.

Mit Material der dpa. *kreiszeitung.de, nordbuzz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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