Nun auch Bremen

Adventsbeleuchtung statt Weihnachtsmärkte: Coronavirus verhindert Glühwein und Zimtsterne

Zwischen dem ersten Advent und Weihnachten findet an vielen Orten ein Weihnachtsmarkt statt. In diesem Jahr wird die Liste der Weihnachtsmärkte sehr kurz sein – das Coronavirus ist schuld. Doch es gibt Alternativen.

  • Ein bunter Strauß an Weihnachtsmarkt-Absagen droht in Niedersachsen.
  • Weihnachten könnte ein „Superspreading-Event“ werden.
  • Bremen sagt Weihnachtsmarkt ab.

Update 13. November: Die meisten Weihnachtsmärkte in Niedersachsen sind abgesagt worden - doch viele Städte geben sich deswegen besonders Mühe, mit stimmungsvoller Beleuchtung für Adventsstimmung zu Sorgen.

Dazu gehört etwa Oldenburg. „Die Weihnachtsbeleuchtung trägt auch in normalen Jahren schon maßgeblich zur festlichen Atmosphäre in der Innenstadt bei, aber natürlich ist sie in diesem Jahr noch wichtiger als sonst“, sagte Friederike Töbelmann von Oldenburg Tourismus und Marketing. Klar sei dennoch: „Es wird eine andere Stimmung als wir sie gewöhnt sind.“ Ohne die vielen Besucher, die der Lambertimarkt anziehe, werde es vermutlich ruhiger in der Innenstadt. In Oldenburg sollen Lichterketten und -bilder, geschmückte Fassaden, Schaufenster und Weihnachtsbäume für festliche Stimmung sorgen.

Die Landeshauptstadt Hannover setzt ebenfalls auf Lichterglanz etwa durch beleuchtete Bäume, Gebäude, Leuchtbälle und Lichtervorhänge in der Innenstadt. „Es ist klar, dass der Weihnachtsmarkt, wie wir ihn kennen und wie er dieses Jahr nicht stattfinden kann, nicht ersetzt werden kann. Dennoch ist es das Ziel, ein wenig weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen“, sagte Stadtsprecher Dennis Dix.

In diesem Jahr setzen viele Städte und Gemeinden auf eine stimmungsvolle Beleuchtung.

Auch die Hansestadt Bremen misst der Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu, wie die Sprecherin des Wirtschaftsressorts, Kristin Viezens, sagte. „Die bestehende Winter- und Weihnachtsbeleuchtung wird erweitert“, berichtete sie. Demnach sollen an vielen Orten der Innenstadt und in den einzelnen Quartieren neue Lichterketten und Weihnachtsbeleuchtung gespannt sowie zahlreiche Weihnachtsbäume aufgestellt werden.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund erwartet, dass die Menschen auch zur Weihnachtszeit ihre Kontakte weitgehend reduzieren, um sich und andere nicht zu gefährden. „Dieses Weihnachtsfest wird ein besonders stilles und ruhiges Fest werden müssen, da die Infektionslage immer noch sehr bedrohlich ist“, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek. „Da Weihnachten aber gerade eine Zeit der Ruhe und Besinnung ist, dürfte dies der Stimmung eigentlich nicht abträglich sein.“ 

Wegen Corona: Weihnachtsmärkte sind bis Ende November verboten

Update 30. Oktober, 16.30 Uhr: Niedersachsen hat Weihnachtsmärkte bis Ende November verboten. Das geht aus der am Freitag vorgelegten neuen Corona-Verordnung des Landes hervor. Dort heißt es unter dem Punkt Betriebsverbote, dass Weihnachtsmärkte, Jahrmärkte und Spezialmärkte und ähnliche Veranstaltungen untersagt sind. Eine Ausnahme gibt es für Wochenmärkte. Etliche Städte in Niedersachsen hatten ihre Weihnachtsmärkte ungeachtet neuer Corona-Regeln ohnehin schon abgesagt. Noch offen ist, ob das Verbot im Monat Dezember beibehalten wird.

Update 30. Oktober, 10 Uhr: Für die Weihnachtsmärkte in Niedersachsen sieht es nach Stephan Weils Einschätzung nicht gut aus. „Aber wir haben jetzt diese Maßnahmen, damit wir zumindest im Dezember bessere Zahlen haben und ein entspanntes Weihnachtsfest miteinander haben können und guten Mutes ins neue Jahr rutschen können“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Radiosender ffn.

Zur Planung der noch möglichen Weihnachtsmärkte erwarten die Kommunen noch ein Rahmenhygienekonzept vom Landeswirtschaftsministerium. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund rechnet damit, dass es deutlich weniger Weihnachtsmärkte geben wird.

Update 29. Oktober: Der Bremer Weihnachtsmarkt hätte am 23. November starten sollen. Doch in diesem Jahr wird es keinen geben. Das sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Bis Ende November sind bekanntlich alle Veranstaltungen mit Publikumsverkehr untersagt. Darunter fällt auch der Bremer Weihnachtsmarkt und der Schlachtezauber.

Meldung vom 26. Oktober: Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen von Tag zu Tag in Niedersachsen. Nun stehen die teils ehrenamtlichen Organisatoren vor der großen Frage: Was machen wir mit den Weihnachtsmärkten? Um eine Chance auf eine Genehmigung zu bekommen, haben sie lokale (Hygiene)-Konzepte entwickelt. In den vergangenen Tagen haben die ersten Veranstalter die Gesamtlage bewertet und sind zu der nüchternen Erkenntnis gekommen: Wir müssen absagen. Ein Überblick:

Landeshauptstadt NiedersachsenHannover
Bevölkerungsdichte168 Einwohner / Quadratkilometer
Websitewww.niedersachsen.de
LandtagspräsidentinGabriele Andretta

Landkreis Diepholz: Der Bassumer Advent und der Hüttenzauber sind abgesagt. „Wir möchten für die Adventszeit einen zeitlich begrenzten Stadtladen im Alten Amtshof eröffnen“, erklärt Wirtschaftsförderin Alena Grützmacher die Alternative. „Dort sollen Hobbykünstler die Möglichkeit bekommen, ihre Produkte zu präsentieren und natürlich auch zu verkaufen.“ 150 Quadratmeter warten im Alten Amtshof, rechts neben der Bäckerei Meyer auf Socken. Mützen, leckere Marmeladen, kleine Geschenk- und Dekoartikel. Geöffnet hat der Stadtladen vom 27. November bis Ende 2020, montags bis freitags, jeweils von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Samstag öffnet er von 9 bis 14 Uhr. (juk)

In der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sind die Weihnachtsmärkte in Schwarme (20.12.) und Asendorf (13.12.) von den Veranstaltern abgesagt worden.

In Abstimmung mit den zuständigen Behörden hat sich der Vorstand der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz als Veranstalter dazu entschlossen, den ursprünglich für Sonntag, 8. November, geplanten Gänsetag abzusagen. Die Fördergemeinschaft beobachte die derzeitige Entwicklung weiter mit Sorge und werde in den nächsten Tagen über eine mögliche Durchführung des Weihnachtsmarktes beraten. (oti)

Weihnachtsmärkte in vielen Orten in Niedersachsen frühzeitig abgesagt

„Wir verzichten schweren Herzens auf unseren schönen Weihnachtsmarkt, aber wir glauben, dass das die einzig richtige Entscheidung ist“, sagt Dietmar Emshoff, Vorsitzender der „Lemförderer“. Man habe sich zu einer Absage zum jetzigen Zeitpunkt entschieden, weil man nicht glaube, den Lichterzauber unter den gegebenen Umständen durchführen zu können. (due)

Der Weyher Weyhnachtsmarkt auf dem Kirchweyher Marktplatz ist für dieses Jahr abgesagt. Trotz Hygienekonzept zieht Heinz-Hermann Kuhlmann vom Marktplatz-Verein die Notbremse. Sie sei aber sowohl mit den Schaustellern als auch mit der Gemeinde abgestimmt. Die Schausteller wollen – sofern es möglich ist – ersatzweise auf ihren Grundstücken eigene Angebote präsentieren. Allein die Ausführung des mit dem Gesundheitsamt und der Gemeinde Weyhe ausgearbeiteten Sicherheitskonzepts koste mindestens rund 15.000 Euro, rechnet Heinz-Hermann Kuhlmann vor. Es müsste der Marktplatz für den anvisierten Zeitraum vom 25. November bis 30. Dezember mit Bauzäunen versehen werden. (Schritt)

Glühwein ohne Weihnachtsmarkt: Dieses Jahr gelten eben die Corona-Regeln.

Auch in Barnstorf muss der Weihnachtsmarkt abgesagt werden, denn er sollte am 28. und 29. November stattfinden. Die Organisatoren hatten bislang mit einer Absage gezögert, um abzuwarten, wie sich das Pandemiegeschehen entwickelt und vielleicht doch noch einen Markt anbieten zu können - dann kam es zum „Lockdown Light“. (sr)

Landkreis Nienburg: In Hoya wurde die Zwergenweihnacht schon frühzeitig abgesagt.

Landkreis Oldenburg: Die Weih­nachts­märk­te in Groß Ip­pe­n­er, Harpstedt und Dün­sen sind abgesagt. Be­grün­dung: Die Ab­stands- und Hy­gie­ne­vor­ga­ben lie­ßen sich nicht ein­hal­ten; die Co­ro­na-In­fek­ti­ons­la­ge macht ei­ne sol­che Ver­an­stal­tung mit vie­len Men­schen auf en­gem Raum schier un­mög­lich.

Auch in Wildeshausen gibt es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt. Der Wirt des „Alten Amtshauses“ hatte bis zuletzt gehofft, in der Kreisstadt einen Weihnachtsmarkt veranstalten zu können. Doch durch die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind alle Planungen hinfällig geworden. (dr)

Landkreis Rotenburg: Der Nikolausmarkt in Rotenburg wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Dennoch wollen die Gewerbetreibenden die Weihnachtszeit nicht ohne eine Aktion verstreichen lassen und haben sich etwas überlegt: Es wird während der Adventszeit eine Reihe von Ständen mit unterschiedlichen Angeboten entlang der Großen Straße geben, verrät Cornelia Gewiehs, Vorsitzende der IG City-Marketing. (Beims)

Landkreis Verden: Der Verdener Weihnachtmarkt in gewohnter Form fällt in diesem Jahr aus. Wer nun aber denkt, der Verein Veranstaltungen für Verden hätte nichts mehr zu tun, irrt sich gewaltig. Denn Kunsthandwerk, Bratwurst, Glühwein, Lebkuchen und mehr soll es in den Wochen vor Weihnachten (16. November bis 23. Dezember) dennoch in der Innenstadt geben. Vereinsvorsitzender Hüseyin Tavan und Patrick Düsselbach, Leiter Markt- und Verkehrswesen im Rathaus wollen die Buden und Stände locker in der Fußgängerzone verteilen. Dafür haben sich bereits vor Ort getroffen, „um zu schauen, was machbar ist“. 

Von der Ausbreitung der Corona-Pandemie hängt auch eine lieb gewonnenen Veranstaltung zu Beginn der Adventszeit ab: der Weihnachtszauber der Verdener Kaufmannschaft. Im Gegensatz zum Weihnachtsmarkt braucht es dafür weniger langfristige Vorbereitung. Deshalb bleibt Vorsitzender Harald Nienaber gelassen: „Wir müssen abwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und dann angemessen handeln.“ Eine geschmückte Innenstadt solle es wohl geben, alles weitere werde sich zeigen. (wen)

Wie die Rethemer Werbegemeinschaft mitteilte, fallen der alljährliche Laternelauf sowie der beliebte Weihnachtsmarkt am Burghof der Corona-Pandemie zum Opfer.

Bremen: Ob es in Bremen in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt geben wird, ist bislang ebenfalls unklar. Die Entscheidung dazu trifft der Senat wahrscheinlich in dieser Woche, so der Sprecher des Wirtschaftsressorts, Kai Stührenberg. Jüngst seien verschiedene Konzepte erarbeitet worden. Bei der Entscheidung für einen Weihnachtsmarkt müsste dieser demnach auf einer größeren Fläche als sonst und mit Abstandsregeln für die Besucher organisiert werden. Kai Stührenberg zufolge beginnt der Aufbau der verschiedenen Weihnachtsmärkte im Bremer Stadtgebiet üblicherweise Anfang November. Auch wenn die Buden dieselben wären wie in den Vorjahren - ein Weihnachtsmarkt unter Corona-Auflagen hätte Kai Stührenberg zufolge sicher eine andere Anmutung.

Osnabrück: Aufgrund der aktuellen Infektionslage hat der Krisenstab der Stadt Osnabrück in Abstimmung mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert entschieden, den historischen Weihnachtsmarkt abzusagen. „Nach reiflicher Abwägung sehen wir wegen der rasant steigenden Zahlen keine andere Möglichkeit als eine Absage“, sagt Stadträtin Katharina Pötter, die den Krisenstab leitet. Die Entscheidung musste spätestens jetzt getroffen werden – und sie wurde in enger Abstimmung mit Schaustellern und Marktbeschickern gefällt. Geplant war, dass der Weihnachtsmarkt am 13. November beginnt, in der kommenden Woche hätte der Aufbau stattfinden müssen. Zuvor hätten die entsprechenden Verträge geschlossen werden müssen.

„Den Weihnachtsmarkt jetzt abzusagen, ist die einzig richtige und vernünftige Entscheidung“, sagt deshalb auch Bernhard Kracke, der Vorsitzende des Schausteller-Verbandes Weser-Ems. „Das ist natürlich ein Schlag, aber viel schlimmer wäre es gewesen, wenn wir den Weihnachtsmarkt aufgebaut und zu einem späteren Zeitpunkt abgebrochen hätten.“

Gefahr: Weihnachten als „Superspreading-Event“

Wenig Optimismus verbreitet auch die Landesregierung. „Ich werde immer skeptischer, was an Weihnachten gehen wird und was nicht“, äußerte der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabes, Heiger Scholz (SPD), gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Sollte es nicht gelingen, die Corona- Pandemie vorher zu bremsen, könne Weihnachten ein sogenanntes „Superspreading-Event“ werden: „Ich würde im Moment nicht darauf wetten, dass es überall große Weihnachtsmärkte gibt oder Weihnachtsgottesdienste“, so Heiger Scholz, Staatssekretär des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. awt/dpa

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Bildagentur PantherMedia / Wolfgang Spitzbart

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