Grünes Licht für Flughafen bei Enschede

Enschede/Zwolle - Die Niederlande haben trotz einiger Bedenken die Weichen für einen Regionalflughafen unweit der deutschen Grenze bei der Stadt Enschede gestellt.

Nachdem das Parlament der Provinz Overijssel in Zwolle das umstrittene Projekt im Dezember noch abgelehnt hatte, stimmte am späten Mittwochabend bei einem erneuten Votum eine Mehrheit dafür. Die Pläne für den Flughafen Twente waren zuvor überarbeitet worden. Sie wurden nun von den Christdemokraten, den Rechtsliberalen und Teilen der Sozialdemokraten im Provinzparlament unterstützt.

Nun wird erwartet, dass auch der niederländische Staat dem Vorhaben zustimmt und ein Investor zum Ausbau und Betrieb des ehemaligen Militärflughafens an der Grenze zu Niedersachsen und Westfalen gefunden wird. Staatliche Subventionen sind nicht vorgesehen.

Nach Angaben der Flughafenplaner gibt es mehrere Interessenten am Betrieb des Airports. Dazu gehört nach eigenen Angaben die türkische Investorengruppe YDA, die zwei Flughäfen in der Türkei besitzt und an drei weiteren beteiligt ist. „Wir wollen zunächst 200 bis 250 Millionen Euro investieren, sagte YDA-Chef Hüseyin Arslan der Zeitung „Twentsche Courant“.

Bedingung sei aber, dass ein Teil des Charterflugverkehrs von Schiphol nach Enschede verlagert werde. „Ohne diese Garantie gibt kein Investor dem Flughafen eine Chance.“ Außerdem soll es Steuervergünstigungen für ab Enschede startende Fluglinien geben. Vor wenigen Tagen vereinbarten die Provinz und die Stadt Enschede die Übernahme des Flughafengeländes vom Staat für knapp 30 Millionen Euro. Unterdessen kündigte die niederländische Luftwaffe an, ihren ehemaligen Stützpunkt bei einem Weiterbetrieb als Zivilflughafen erneut gelegentlich nutzen zu wollen. Als Alternative war auch die Nutzung des Geländes für Pflegeeinrichtungen untersucht worden.

In Deutschland stößt das Projekt wegen seiner Nähe zum Flughafen Münster/Osnabrück und befürchteten Fluglärms auf Kritik. So würde der niedersächsische Kurort Bad Bentheim direkt in der Einflugschneise des Airports liegen. Der Bürgermeister der Stadt, Volker Pannen (SPD), kritisierte, dass in dem Beschluss des Regionalparlaments Fragen zur Gesundheit der Bevölkerung nicht beantwortet, sondern an die niederländische Regierung weitergereicht würden. Seine Kommune habe einen niederländischen Anwalt beauftragt, Klagemöglichkeiten zu prüfen.

Er gehe nicht davon aus, dass es einen Investor für den Flughafen geben werde, sagte der Landrat des Kreises Grafschaft Bentheim, Friedrich Kethorn (CDU). „Die Niederländer haben gesagt, öffentliche Gelder sollen da nicht hineinfließen, der Betrieb eines zivilen Flughafens muss sich von sich aus tragen.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass sich unter solchen Umständen ein Privatbetreiber finden lasse.

Gelassenheit herrscht auch bei den Verantwortlichen des Flughafens Münster/Osnabrück angesichts eines möglichen Konkurrenten in der Nähe. „Selbst wenn Twente wirklich kommen sollte, haben wir als langjährig etablierter Flughafen mit einem hervorragend ausgebauten Flugplan und einem festen Markt einen großen Vorteil gegenüber einem neuen Airport, der erst in einigen Jahren und dann bei Null starten will“, sagte Geschäftsführer Gerd Stöwer. Er sei außerdem sicher, dass in der Angelegenheit noch lange nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Quelle: kreiszeitung.de

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