Maddie McCann – Leiden der Eltern geht weiter

Fall Maddie McCann: Weiteres Verfahren gegen Beschuldigten Christian B. wegen Belästigung eines Kindes

Im Jahr 2007 verschwindet die damals dreijährige Maddie McCann aus einer Ferienanlage in Portugal. Die Polizei, das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermitteln auf Hochtouren im Fall Maddie – zusammen mit britischen und portugiesischen Behörden. Ein Verdächtiger ist seit 2013 Christian B., doch bisher sitzt er noch wegen anderer Taten im Gefängnis. Jetzt wird ein separates Verfahren gegen ihn eröffnet wegen eines neuen Missbrauchs-Falls. 

  • Polizei Niedersachsen hat neue heiße Spur im Fall Maddie.
  • Spur führt die Ermittler des BKAs in Schrebergärten in Hannover und Braunschweig.
  • Weiteres Verfahren gegen Beschuldigten Christian B. eröffnet. Weiteres Mädchen belästigt?

Updatet vom Sonntag, 6. September 2020, 16:55 Uhr: Braunschweig – Gegen den Tatverdächtigen im Fall Maddie McCann, Christian B., soll ein neues, separates Verfahren eröffnet. Das berichtet der „Focus“ und beruft sich auf Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Christian B. soll vorgeworfen werden, wenige Wochen vor dem Verschwinden von Maddie McCann ein weiteres Kind belästigt zu haben.

VermisstenfallMadeleine McCann
OrtLu, Portugal
Startdatum3. Mai 2007

Neues Verfahren gegen Christian B.: Verdächtiger im Fall Maddie McCann soll weiteres Mädchen belästigt haben

Konkret soll er im April 2007 vor einem zehnjährigen Mädchen masturbiert haben, schreibt das Nachrichtenportal. Erst im Laufe der aktuellen Ermittlungen habe das Opfer den Mut gefunden, den Vorfall zu melden. Der soll sich etwa zehn Kilometer von Praia da Luz entfernt befinden. Also nicht weit weg vom Tatort der Maddie McCann.

Fall Maddie McCann: Ist die heiße Spur versiegt? 

Update vom 22. August 2020: Braunschweig – Es herrscht Informationschaos im Fall der verschwundenen Maddie McCann. Während die britische Daily Mail berichtet, er sei wegen Kindesmissbrauchs zu fünfzehn Monaten verurteilt worden, schreibt der Fokus laut Staatsanwaltschaft bestünde kein dringender Tatverdacht. Die Informationen scheinen zunächst konträr, ergeben bei naher Betrachtung allerdings sehr viel Sinn. Im Jahr 2013 hat der Verdächtige Christian B. die fünfjährige Tochter seiner Ex-Freundin in einem öffentlichen Park misshandelt. Fotos von der Tat fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung, wegen der Anschuldigung häuslicher Gewalt, auf seinem Laptop und seiner Digitalkamera.

Die Polizei durchsuchte Christian B.s Kleingarten in Hannover. Maddies Eltern Kate und Gerry McCann hoffen auf baldige Gewissheit über das Leben ihrer entführten Tochter. (24hamburg.de-Montage)

Er sitzt bereits wegen Drogenhandels in Haft und ist in Braunschweig 2019 wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin im Jahr 2005 in Portugal verurteilt worden. Gegen das Vergewaltigungs-Urteil läuft derzeit ein Berufungsverfahren. Im Fall Maddie kann die Polizei ihn noch nicht eindeutig zur Tatzeit am Tatort zuordnen und fahndet daher weiterhin nach Hinweisen.

Den Zeugenaufruf mit allen Details gibt es auf der Website des BKA. Es wird derzeit zwar wegen Mordverdachts im Fall Maddie McCann gegen ihn ermittelt, eine Anklage gibt es hier aber noch nicht. Zudem ist unklar welche Erkenntnisse die Ausgrabungen in seinen Kleingärten in Braunschweig und Hannover brachten. Haftende für Christian B. ist derzeit der 7. Januar 2021. Nach aktuellem Stand muss er im Anschluss die nächste Haftstrafe für eine weitere Tat verbüßen.

Am 23. August 2020 gibt es von der Boulevardsendung „Explosive Weekend" auf RTL eine Sonderausgabe über das verschwundene Mädchen Madeleine McCann.

Maddie McCann: Polizei durchsucht Kleingärten – Verdächtiger Christian B. weiter im Auge der Ermittler

Update vom 31. Juli 2020, 14 Uhr: Braunschweig – Nach dem Fund des zweiten Kleingartens vom Hauptverdächtigen Christian B. (43) im Fall Maddie McCann halten die Ermittler sich bedeckt, während die Ergebnisse der Grabungen in Hannover und Braunschweig noch ausgewertet werden.

Stadt:Braunschweig
Fläche: 192,1 km²
Höhe: 75 m
Bevölkerung: 248.292 (2019)

Allerdings macht der mutmaßliche Entführer selbst nun mit einem Antrags-Wirr-Warr von sich reden. Christian B., der momentan eine siebenjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels absitzt und eigentlich noch bis zum 7. Januar 2021 in der JVA Kiel ausharren muss, stellte zunächst einen Antrag auf vorzeitige Entlassung. Am 28. Juli allerdings – am ersten Tag der Grabungen in seinem Kleingarten in Hannover! – zog er ihn zurück.

Jetzt, wo die Beamten auch noch seine Kleingarten-Parzelle in Braunschweig entdeckt haben (siehe unten für mehr Details), stellt er ihn aber erneut. Christian B. wirkt hin- und hergerissen – aus Angst vor den aktuellen Ermittlungen? Allerdings nimmt Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp aus Flensburg ihm jetzt ohnehin die Hoffnung auf vorzeitige Entlassung: „B. kommt als Bewährungsversager nicht für eine vorzeitige Entlassung infrage“, sagt sie der „Bild".

Fall Maddie führt nach Braunschweig: Polizei findet nächsten Kleingarten von Christian B. – Vermieter packt aus

Update vom 30. Juli 2020, 15 Uhr: Braunschweig – Nachdem die Ermittler zwei Tage einen Kleingarten zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter durchsucht und durchgraben haben, gibt es jetzt eine neue Spur. Der Verdächtige im Fall Maddie McCann hatte zuletzt auch zwischen Oktober 2013 und April 2016 einen Kleingarten in Braunschweig angemietet. Jürgen Krumstroh, Vorsitzender des Gartenvereins Kennelblick, sagte der „Bild“ (hinter Bezahlschranke): „Er war eigentlich unauffällig. Ein, zwei Mal hat er auch ein Bier mitgetrunken.

Eine neue Spur im Fall Maddie führt in einen Kleingarten nach Braunschweig.

Aber sein Abgang war seltsam. Er gab mir morgens die Kündigung und dann war er weg.“ Als Krumstroh Anfang Juni sein Fahndungsfoto seines Ex-Pächters sah, traf es ihn wie ein Schlag: „Er war immer freundlich und hat seine Gartenarbeit gemacht. Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe.“ Obwohl Krumstroh mit Polizeidurchsuchungen in seiner Anlage zu rechnen hat, hoffe er, dass bald Hinweise gefunden werden. Der Vorsitzende der Kleingartenanlage zu „Bild“: „Hoffentlich findet die Polizei bald etwas, um ihn zu überführen.“

Fall Maddie: Schockierender Fund nach Ausgrabungen – Polizei entdeckt Geheimverlies

Update vom 29. Juli 2020, 13:30 Uhr: Hannover – Die Ermittler sind einen Schritt weiter gekommen im Fall Maddie McCann. Seit Dienstag, 28. Juli 2020 graben die Beamten mit Baggern und Raupen Erde aus dem Boden einer Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter. Am Mittwoch, 29. Juli 2020, werden die Grabungen fortgesetzt. Der Fund bis jetzt: laut „Bild“ sind die Ermittler auf ein unterirdisches Geheimverlies gestoßen, das einst zu der Parzelle gehört haben könnte. Der verdächtige Christian B., der momentan noch wegen Vergewaltigung und Drogenhandel im Knast sitzt, lebte nur fünf Kilometer von der Kleingartenanlage entfernt. Einen konkreten Ergebnisstand veröffentlicht die Polizei bislang nicht. Die Grabungen dauern an.

Wurde Maddie McCann in einem Schrebergarten in Hannover verbuddelt? Ermittler durchsuchen die Parzelle mit Baggern. (24hamburg.de-Montage)

Fall Maddie: Polizei durchsucht Kleingarten-Parzelle in Hannover – Bagger im Einsatz

Hannover – Seit den frühen Morgenstunden des Dienstags, 28. Juli 2020, suchen Bundeskriminalamt (BKA) und Polizei Niedersachsen in einer Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter nach Hinweisen. Beängstigend: Die Ermittler sind mit Baggern unterwegs, die in dem Schrebergarten in der Erde wühlen. Gibt es Hinweise darauf, dass die kleine Maddie dort begraben wurde? Alles deutet darauf hin. Der Einsatz steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den Verdächtigen Christian B., verkündet die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Stadt:Hannover
Fläche: 204 km²
Bevölkerung: 532.163 (2016)
Bürgermeister: Belit Onay

Fall Maddie: Polizei Niedersachsen sucht in Schrebergarten in Hannover nach Hinweisen

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig: „Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit unseren Ermittlungen im Fall Maddie McCann.“ Was allerdings genau dort gesucht wird, ist nicht bekannt. Auch welche Verbindung der Tatverdächtige, der momentan wegen Drogendelikten und schwerer Vergewaltigung an einer 72-Jährigen eine siebenjährige Haftstrafe absitzt, zu der Kleingartenanlage hat, ist unklar. Die Suche soll am Mittwoch, 29. Juli 2020 fortgesetzt werden.

Fall Maddie führt nach Hannover: So geriet Deutscher Christian B. ins Visier der Emittler

Am 3. Mai 2007 sitzen Maddies Eltern in einer Tapas Bar in der Hotelanlage im portugiesischen Praia da Luz, als das Unglück seinen Lauf nimmt. Gegen 22 Uhr will Maddies Mutter im Hotelzimmer nach dem Rechten sehen. Und dann der Schock: Das Fenster steht offen, das Kind ist weg!

Zum Zeitpunkt der Entführung ist Christian B. erst dreißig Jahre alt, hält sich in der Zeitspanne zwischen den Jahren 1995 und 2007 vermehrt in der Region auf. Und: Sowohl in Deutschland als auch in Portugal wird er mehrmals straffällig. Schon damals hat er 17 Vorstrafen, unter anderem wegen Kindesmissbrauchs! Nach jahrelangen Ermittlungen gibt die Staatsanwaltschaft Braunschweig erst im Juni 2020 bekannt, dass sie wegen Verdacht des Mordes an Maddie McCann gegen den 43-jährigen Christian B. ermitteln. 24hamburg.de berichtet auch darüber, was ein Zellengenosse des verdächtigten Christian B. über ihn zum Fall Maddie gesagt hat. Christian B. selbst äußert sicht nicht zum Fall Maddie.

Erst am Wochenende hatte die Polizei in Hannover allerhand zu tun, als sie Jungs im Alter von elf und zwölf Jahren dabei erwischten, wie sie eine Schule komplett zerstörten. Ein anderer, äußerst rätselhafter Mordfall* ereignete sich am 27. Juli in Niedersachsen. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich, Steve Parsons/dpa

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