Gender-sensibles Smartphone

Neues Emoji für schwangere Männer heizt Gender-Debatte an

Die Gender-Debatte ist auf den Smartphones dieser Welt angekommen. Nicht-binäre Menschen und Transgender-Männer sollen ein eigenes Schwangerschafts-Emoji bekommen.

Egal ob verschlafenes Gesicht, Clownskopf, Zwinker-Smiley oder Daumen hoch: Emojis machen Nachrichten so viel cooler, verständlicher und menschlicher, transportieren Gefühle und stehen symbolisch für abertausende Dinge. Im September dieses Jahres ist es dann endlich wieder so weit: Mit den neuen Updates soll es auch neue Emojis geben – darunter auch schwangere Männer.

Website:Emojipedia
Entwickelt von:Jeremy Burge
Einführungsdatum:2013

Schwangere Männer sollen als Emojis die Smartphones bereichern: mehr Toleranz für Transgender und nicht-binäre Menschen

Nachdem Apple angekündigt hatte, das neue iPhone Betriebssystem mit Funktionen zum gendern gendersensibel zu machen, hat die englischsprachige Plattform „Emojipedia“ vorgeschlagen, einen schwangeren Mann als Emojis auf die Tastaturen aller Smartphones dieser Welt zu holen. Aber warum ein schwangerer Mann? „Emojipedia“ zielt dabei nicht etwa auf jene Männer ab, die am Couvade-Syndrom leiden: Die klagen ebenfalls über Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen, wenn ihre Partnerinnen schwanger sind – sie kämpfen zumindest psychisch eben mit all jenen Symptomen, die eine Schwangerschaft zur echten Herausforderung machen.

Stattdessen will sich „Emojipedia“ für mehr Diversität einsetzen. Das war unlängst auch die Motivation für die die Lufthansa das „Willkommen an Bord, Damen und Herren aus der Flugbegrüßung zu streichen. Tatsächlich können trans-oder intersexuelle Männer, oder nicht-binäre Personen schwanger werden: Denn sie haben alle biologischen weiblichen Voraussetzungen dafür, auch wenn sie sich nicht oder nicht eindeutig dem weiblichen Geschlecht zuschreiben (lassen) wollen. Nicht zuletzt hatte aus eben diesem Grund die sächsische SPD aus eben diesem Grund eine SPD Mülleimer für menstruierende Männer gefordert, damit „menstruierende nicht-binäre Personen“ bei „der Entsorgung von Hygieneprodukten“ nicht diskriminiert werden. 

Transgender-Männer und nicht-binäre Menschen sollen ein eigenes Schwangerschafts-Emoji bekommen. (24hamburg.de-Montage)

Die neuen Emojis sollen nun jedenfalls einen schwangeren Mann mit Bart und Oberweite, der eine Hand auf den Baby-Bauch legt und eine „schwangeren Person“ ohne Bart und mit einem anderen Kurzhaarschnitt zeigen. Zudem sollen verschiedene Handgesten durch unterschiedliche Hautfarben ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Auch bei diesem Thema kochen die Debatten regelmäßig hoch: Die Einen fordern wegen diskriminierender Sprache eine Umbenennung aller Mohren-Apotheken – den anderen ist es schon zu viel, wenn unter anderem der HVV den umstrittenen Begriff „schwarzfahren“ ersetzt. Zusätzlich soll ein Koralle-Emoji auf den Klimawandel aufmerksam machen.

Schwangerer-Mann-Emoji spaltet Netz: Setzt sich das neue Emoticon durch?

Während im Netz zahlreiche Twitter-User „Emojipedia“ wie die Bundeswehr für die Umbenennung der „Einmannpackung“ für ihren Einsatz für mehr Toleranz von queeren Menschen feiert, glauben viele an eine Fehlnutzung des Emojis: „Das Schwangere-Mann-Emoji wird vor allem von Typen verwendet werden, die damit sagen wollen, dass sie zu viel gegessen haben“, so etwa ein User.

Ob der schwangere Mann also schon bald unser Smartphone bereichert, bleibt abzuwarten. Denn die Unicode-Kriterien, die die Aufnahme eines neuen Emojis festlegen, sehen eigentlich vor, dass die Figur und/oder deren Symbolwert weltweit häufig verbreitet sein müsse. Was sich im Anbetracht der Feindseligkeit gegenüber queren Menschen als schwierig herausstellen könnte. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/picture alliance/dpa & Screenshot/Emojipedia

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