Frühlingserwachen in den Herrenhäuser Gärten

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Die Planungen für den Wiederaufbau des Schlosses gehen in die Endrunde. In knapp anderthalb Wochen will eine Jury entscheiden, welcher Planer den besten Entwurf für den Wiederaufbau der Residenz gemacht hat. 15 Architekturbüros durften Vorschläge einreichen, am 30. März 2010 kürt die Jury den Sieger. 

Von Sigrun Stock und Kathrin Streckenbach - Eines der bekanntesten Wahrzeichen Hannovers rüstet sich für die Saison - und bastelt an seiner Zukunft. In den Herrenhäuser Gärten ist in diesen Tagen wieder eine ganze Heerschar von Gärtnern unterwegs, um die Bäume akkurat zu schneiden, den Rasen zu vertikutieren und die letzten Spuren des Winters zu beseitigen.

Gleichzeitig gehen die Planungen für den Wiederaufbau des Schlosses in den Herrenhäuser Gärten in die Endrunde. In knapp anderthalb Wochen will eine Jury entscheiden, welcher Planer den besten Entwurf für den Wiederaufbau der Residenz gemacht hat. Insgesamt 15 Architekturbüros durften Vorschläge einreichen, am 30. März kürt die Jury den Sieger. Schon jetzt seien die ersten Bagger im Ehrenhof mit Vorarbeiten zum Schlossbau beschäftigt, sagt eine Sprecherin der Herrenhäuser Gärten am Donnerstag.

Die Volkswagenstiftung will das Schloss für 20 Millionen Euro wieder neu errichten, es soll ein Museum und ein Tagungszentrum beherbergen. Gedacht ist an einen modernen Bau hinter einer historisch rekonstruierten Fassade. „Wir wollen das Ergebnis des Wettbewerbs am 16. April vorstellen“, kündigte eine Mitarbeiterin der Volkswagenstiftung an. Das alte königliche Schloss neben den weltberühmten Herrenhäuser Gärten war 1943 dem Bombenhagel der Alliierten zum Opfer gefallen.

Frühestens 2012 soll die Residenz stehen - sie wird den Herrenhäuser Gärten einen weiteren Schub geben. Schon jetzt freut sich Ronald Clark, Direktor der Gärten, über stetig wachsende Besucherzahlen. 465 000 Besucher flanierten 2009 durch die Anlagen - 30 000 mehr als im Vorjahr. Sie sahen sich nicht nur den Barockgarten an, sondern strömten auch in die zahlreichen Kulturveranstaltungen in Herrenhausen. Musicals, Theateraufführungen, das beliebte „Kleine Fest im Großen Garten“ und nicht zuletzt der Feuerwerkswettbewerb ziehen Publikum aus ganz Deutschland und dem Ausland an. Und dann ist da noch der Garten selber - ein Barockgarten in seiner reinsten Form. Gärtnern liegt bei den Deutschen im Trend, davon zeugt der Boom von Zeitschriften wie „Landlust“ oder die steigende Zahl von Gartenfestivals wie dem im Georgengarten in Hannover, das jedes Jahr tausende Besucher anlockt. Und die Lust auf Frühling macht sich auch in Herrenhausen bemerkbar: Nicht nur an den ersten Frühblühern, sondern auch an den steigenden Besucherzahlen.

„Man merkt, dass die Leute raus wollen“, sagt Gartendirektor Clark. Nach dem kalten Winter freut sich der studierte Gartenbauer und Landschaftspfleger über jeden kleinen Farbtupfer. Und die Blüten sprießen inzwischen zahlreich aus dem Boden: Schneeglöckchen und Wildkrokusse blühen bereits, die Triebe der Christrosen, Narzissen und Tulpen kommen aus der Erde und die Zaubernuss - ein Strauch aus Asien - strahlt schon jetzt in gelber und orangener Farbe.

Es sei erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit die ersten Pflanzen sich ihren Weg bahnten, sagt Ronald Clark. Die rund 90 Gärtner des Betriebes schneiden Bäume, Stauden und Gräser zurück und sind dabei „auf Zehenspitzen in den Beeten unterwegs“, um die kleinen Pflänzchen nicht zu beschädigen. Auch die ersten Wildbienen und Hummeln hat der Direktor bereits gesehen.

Als nächstes steht in den Barockgärten die Pflege des Rasens an: Zunächst werden die Grünflächen vertikutiert, anschließend gräbt eine Maschine kleine Löcher in den Garten, damit das Gras mehr Luft bekommt.

Quelle: kreiszeitung.de

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