Regionalzüge sollen häufiger fahren

Das Zugangebot im niedersächsischen Nahverkehr könnte bis 2017 um acht Prozent ausgebaut werden

Hannover - Die Investitionen in regionale Bahnstrecken in Niedersachsen tragen Früchte: Weil die Zahl der Fahrgäste stark gestiegen ist, möchte das Land das Zugangebot bis 2017 um acht Prozent ausbauen, kündigte Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) am Donnerstag an.

Profitieren sollen vor allem der Nordwesten sowie Nebenstrecken, auf denen zumeist stündlich Züge pendeln sollen. Mehr Zugbegleiter sollen in den Bahnen für Sicherheit sorgen. Anders als andere Bundesländer will Niedersachsen indes nicht in den Neustart stillgelegter Strecken investieren. Vorrang habe die Sicherung des bestehenden Netzes mit einigen ohnehin schwach genutzten Linien.

Rund 1,5 Milliarden Euro flossen seit 1996 in neue Züge und Gleise sowie die Modernisierung von Bahnstationen in Niedersachsen. Das kam bei den Reisenden gut an, erklärte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Auf den meisten Strecken nahm die Zahl der Pendler deutlich zu, teils sogar um mehr als das Doppelte. Zugleich hielt der Wettbewerb auf der Schiene Einzug. Mehr als die Hälfte der Verbindungen wurde bereits ausgeschrieben, jeder zweite Regionalzug wird inzwischen von einer Privatbahn gefahren. Wie Bode erklärte, solle die Vertaktung der Bahnen in Niedersachsen weiter verbessert werden. Zwischen Regionalzügen aber auch den Bahnen und Bussen müsse es überall schnelles Umsteigen geben.

Ob Niedersachsen im Nahverkehr allerdings seinen ambitionierten Kurs einhalten kann, hängt auch von der Höhe der jährlichen Bundeszuschüsse ab, deren Höhe 2014 erneut zur Debatte steht. Derzeit erhält Niedersachsen jährlich 600 Millionen Euro der sogenannten Regionalisierungsmittel. Daraus werden Investitionen in Strecken, Stationen und Züge bezahlt sowie der Verkehr der Bahnen bezuschusst, der im Regionalverkehr trotz aller Fahrgastzuwächse ein Verlustgeschäft bleibt.

In ungewollten Zugzwang gerät Niedersachsen außerdem durch Kürzungen der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Wegen der Streichung von Intercity-Halten zwischen Hannover und Göttingen musste das Land bereits zusätzliche Regionalzüge als Ersatz einsetzen. Dasselbe droht bei der Anbindung der Nordseeküste. Befürchtet wird die Einstellung der nach Emden und Norddeich laufenden Intercity-Linie, die nach Bahnangaben außerhalb der Urlaubszeit nur mäßig besetzt ist. Über die Fernverkehrszüge zur Küste sei man mit der Bahn im Gespräch, sagte LNVG-Chef Hans-Joachim Menn. „Wir können das nicht eins zu eins durch Regionalverkehr ersetzen.“

Von den Verbesserungen im Nahverkehr noch abgekoppelt sieht Bode den Großraum Braunschweig. „Das ist bedauerlich, dass es da noch nicht zu Verbesserungen gekommen ist.“ Grund ist, dass für die Region eine separate Nahverkehrsgesellschaft zuständig ist, die mit dem ihr zugewiesenen Geld weniger erfolgreich gewirtschaftet hat. Die Pläne für eine Regio-Stadtbahn in Braunschweig treten seit Jahren auf der Stelle. Bode hofft demnächst aber auf einen Durchbruch.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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