Salz ist knapp: Kalter Winter bringt Winterdienste an ihre Grenzen

Der langanhaltende, eiskalte und schneereiche Winter zeigt den Winterdiensten deutlich ihre Grenzen auf. Die Streusalzlager neigen sich dem Ende, die Beschäftigten fahren seit Wochen rund um die Uhr Sonderschichten. Trotzdem ist es auf vielen vor allem kleineren Straßen weiterhin gefährlich glatt.

Insgesamt ist auf Niedersachsens Straßen in den vergangenen Wochen bereits halb so viel Streusalz zum Einsatz gekommen wie im gesamten vergangenen Winter. „Aktuell sind es 58 000 Tonnen“, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Mittwoch in Hannover.

Winterdienst im Dauereinsatz

Der langanhaltende, eiskalte und schneereiche Winter zeigt den Winterdiensten deutlich ihre Grenzen auf. Die Streusalzlager neigen sich dem Ende, die Beschäftigten fahren seit Wochen rund um die Uhr Sonderschichten. © dpa
Der langanhaltende, eiskalte und schneereiche Winter zeigt den Winterdiensten deutlich ihre Grenzen auf. Die Streusalzlager neigen sich dem Ende, die Beschäftigten fahren seit Wochen rund um die Uhr Sonderschichten. © dpa
Der rekordverdächtige Schneefall in Niedersachsen und Bremen lässt den Winterdiensten kaum eine Verschnaufpause. "Unsere Jungs hatten in den letzten Tagen sehr kurze Nächte und richtig viel zu tun", sagte eine Sprecherin des Winterdienstes aha in Hannover. © dpa
Der rekordverdächtige Schneefall in Niedersachsen und Bremen lässt den Winterdiensten kaum eine Verschnaufpause. "Unsere Jungs hatten in den letzten Tagen sehr kurze Nächte und richtig viel zu tun", sagte eine Sprecherin des Winterdienstes aha in Hannover. © dpa
Der rekordverdächtige Schneefall in Niedersachsen und Bremen lässt den Winterdiensten kaum eine Verschnaufpause. "Unsere Jungs hatten in den letzten Tagen sehr kurze Nächte und richtig viel zu tun", sagte eine Sprecherin des Winterdienstes aha in Hannover. © dpa
Der größte europäische Salzhersteller Esco (European Salt Company) mit Sitz in Hannover, ein Unternehmen der K+S-Gruppe, baut mittlerweile rund um die Uhr das Material ab - auch am Wochenende und an Feiertagen. © K+S Aktiengesellschaft
Der größte europäische Salzhersteller Esco (European Salt Company) mit Sitz in Hannover, ein Unternehmen der K+S-Gruppe, baut mittlerweile rund um die Uhr das Material ab - auch am Wochenende und an Feiertagen. © K+S Aktiengesellschaft
Streusalz, auch Auftausalz genannt, gilt als das wirksamste und wirtschaftlichste Mittel, um Straßen und Autobahnen schnee- und eisfrei zu halten. Einigen Winterdiensten geht mittlerweile das Streusalz aus. © dpa
Streusalz, auch Auftausalz genannt, gilt als das wirksamste und wirtschaftlichste Mittel, um Straßen und Autobahnen schnee- und eisfrei zu halten. Einigen Winterdiensten geht mittlerweile das Streusalz aus. © dpa
Mit einem Radlader wird Streusalz in einem Lager der Autobahnmeisterei „Börde“ am Kreuz der Bundesautobahnen 2 und 14 bei Hohenwarsleben (Landkreis Börde) bewegt. © dpa
Mit einem Radlader wird Streusalz in einem Lager der Autobahnmeisterei „Börde“ am Kreuz der Bundesautobahnen 2 und 14 bei Hohenwarsleben (Landkreis Börde) bewegt. © dpa
Streusalz wird in einem Lager der Autobahnmeisterei „Börde“ am Kreuz der Bundesautobahnen 2 und 14 bei Hohenwarsleben (Landkreis Börde) angeliefert. Der Winterdienst ist derzeit ständig im Einsatz, um für befahrbare Straßen zu sorgen. In einigen Städten und Gemeinden geht das Streusalz bereits zur Neige. © dpa

Gegenwärtig werde das Streusalz zwar knapp, dies habe jedoch nicht zu Verkehrsproblemen geführt. „Alle Autobahnen sind frei, auch alle Spuren sind frei.“  Die beiden Salz-Lieferanten des Landes, Esco und Nordsalz, versorgen weiterhin vornehmlich die Autobahnmeistereien. Für die Kommunen verzögere sich derzeit aufgrund der erhöhten Nachfrage die Lieferzeit, sagte ein Esco-Sprecher.

Trotz der Streusalz-Knappheit und der dementsprechend vielerorts rutschig glatten Straßen hält sich die Zahl der Verkehrsunfälle auch in den niedersächsischen Gemeinden und Städten bislang im Rahmen. „Es passiert nichts Dramatisches auf den Straßen“, sagten Polizeisprecher übereinstimmend.

In Osnabrück reiche das Auftauchsalz noch für zwei eingeschränkte Winterdienst-Nachtfahrten, sagte ein Stadtsprecher. „Wir haben schon jetzt - nach nur 14 Tagen - das Doppelte unseres normalen Jahresverbrauches auf die Straßen gestreut.“ Die Stadt will in den kommenden Tagen das Glatteis auf den Straßen zunehmend mit Splitt bekämpfen. „Das Problem ist nur, dass die Steinchen liegen bleiben und später wieder weggeräumt werden müssen.“

Der verstärkte Einsatz von Streusalz ist laut Umweltministerium unbedenklich. Es sei ökologisch unproblematisch, „wenn für ein paar Tage im Jahr Salz gestreut wird“, sagte eine Sprecherin von Minister Hans-Heinrich Sander (FDP). Einige Kommunen wie etwa die Stadt Hannover streuen nur im Extremfall mit Salz, weil sie den Einsatz als schädlich erachten. „Das ist den Kommunen überlassen, wie sie damit umgehen“, sagte die Sprecherin.

Am Dienstag hatte Hannover das Streusalzverbot aufgehoben. Der Deutsche Wetterdienst kann indes keine Entwarnung geben. Im Gegenteil: „Es bleibt bei Dauerfrost und der eisige Winter setzt sich fort“, sagte Meteorologe Rüdiger Hartig. Schuld daran sei kalte Luft aus Skandinavien, die sich über Norddeutschland festgesetzt habe.

 Für die kommenden Tage sagt Hartig zudem leichte Schneefälle voraus. „Wir können auch Schneeverwehungen nicht ausschließen.“

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © dpa

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