Schlafende Ehefrau erschlagen: Angeklagter schweigt

Aus Scham vor der vierten Zwangsräumung soll der 61-Jährige seine Ehefrau erschlagen haben.

Hannover - Aus Scham vor einer erneuten Zwangsräumung aus der Wohnung hat ein 61-Jähriger in Hannover seine Ehefrau erschlagen. Gut fünf Monate nach der Tat muss sich der Kraftfahrer seit Dienstag wegen Mordes vor dem Landgericht Hannover verantworten.

Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte zu dem Vorwurf. Laut Anklage drohte dem Ehepaar wegen hoher Mietschulden zum vierten Mal die Zwangsräumung. Aus Angst, seiner Frau dies zuzumuten, habe er die auf dem Sofa schlafende 55-Jährige heimtückisch mit einer Glaskaraffe erschlagen, sagte die Staatsanwältin. Wenige Stunden nach der Tat sollte das Ehepaar und der jüngere der beiden Söhne, der noch bei den Eltern wohnte, die Wohnung verlassen.

Anschließend war der Mann zur Polizei gegangen und hatte sich gestellt. Unter Tränen habe er geschildert, dass er keinen anderen Ausweg gefunden habe, als seine Frau zu töten, berichtete am Dienstag die Polizistin, die den Kraftfahrer wenige Stunden nach der Tat vernommen hatte. Fast 40 Jahre sei das Paar verheiratet gewesen und niemals habe es Gewalt zwischen den Eheleuten gegeben, hatte der 61-Jährige versichert. Aber die erneute Schmach hätte die Ehefrau ihm nicht verziehen - „das wollte ich ihr ersparen.“

Mehrere Male hatte der Mann laut Staatsanwaltschaft auf sein arg- und wehrloses Opfer eingeschlagen. Nach der ersten Attacke habe ihn seine Frau noch gefragt, was er mit ihr mache, schilderte die Polizistin. Nachdem er sicher gewesen sei, dass seine Ehefrau tot ist, habe er sie zugedeckt, ihr die Haare zurechtgelegt und ein Kissen auf den Kopf gelegt. Schließlich sollte der Sohn seine Mutter am Morgen nicht so sehen.

Die Schulden seien ihm einfach über den Kopf gewachsen. Insgesamt beliefen sich die Verbindlichkeiten auf rund 20 000 Euro. Bei der Vermieterin stand er mit etwa 4500 Euro im Rückstand. Immer wieder habe der ältesten Sohn um Geld gebeten, bis dieser schließlich den Kontakt zum Vater abgebrochen hatte.

Der Verteidiger des 61-Jährigen beantragte am Dienstag ein psychiatrisches Gutachten. Sein Mandant habe zur Tatzeit wegen der enormen Drucksituation unter einer erheblichen Bewusstseinsstörung gelitten. Über diesen Antrag entschied das Gericht aber noch nicht. Die Verhandlung sollte an diesem Freitag (26.) fortgesetzt werden.

Quelle: kreiszeitung.de

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