„Sie haben gesagt, sie kümmern sich“

Tod einer Mutter in Lohne: Vermieter wirft Behörden Versagen vor

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Izzetin Ablak spricht im Fall einer jung gestorbenen Mutter von Behördenversagen.

Nach dem Tod einer 30-jährigen Mutter von zwei kleinen Kindern in Lohne wirft der Vermieter verschiedenen Behörden Versagen vor. „Ich habe das dem Jobcenter, dem Jugendamt und der Polizei gemeldet“, beklagt Izzettin Ablak (54) aus Dinklage.

Lohne/Dinklage -Von Matthias Niehues. „Sie haben gesagt, sie kümmern sich, aber sie waren bis zu ihrem Tod nicht da.“ Wenn sich die Behörden früher engagiert hätten, könnte die junge Mutter, die an den Folgen von Alkohol- und Drogenabhängigkeit gestorben sei, womöglich noch leben, lautet Ablaks Vorwurf.

Jugendamt erfährt am Todestag von Situation

Entgegen der Aussage des Vermieters will das Jugendamt erst am Todestag von der Situation erfahren haben. „Durch die Polizei und nicht durch Herrn Ablak“, teilt dazu Landkreis-Sprecher Jochen Steinkamp mit. Auch Lohnes Polizeichef Frank Soika war nach seinen Angaben nicht über die Familiensituation informiert. Das Amt für Familie und Soziales der Stadt Lohne erhielt am 6. August Informationen über die Inobhutnahme der Kinder, teilt Christian Tombrägel als Sprecher der Stadt mit. Erforderliche Maßnahmen seien durch den Landkreis ergriffen worden.

Ablak wollte abhängigen Eltern helfen

Nach Angaben von Izzetin Ablak ist er seit einem Jahr Pächter der Immobilie. Sein Ziel sei es, das Anwesen „wieder hochzubringen“. „Vorher war das hier eine Katastrophe“, sagt er. Der genehmigte Hotelbetrieb laufe jetzt eher wie ein Hostel. Vor etwa einem halben Jahr habe sich das polnische Paar mit den beiden in Deutschland geborenen Kindern gemeldet und dringend um eine Unterkunft gebeten. Ablak habe den alkohol- und drogenabhängigen Eltern helfen wollen, diese sogar immer wieder zum Jobcenter nach Vechta gefahren und dort die Situation geschildert.

„So macht man aus Opfern Täter“

Für die Beisetzung der Verstorbenen sei jetzt die Schwester aus Polen angereist. „Sie ist auf meine Kosten hier“, sagt Ablak. Das sei für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er fordert, dass gegen die Dealer ermittelt wird: „Ich will, dass die Leute, die ihnen harte Drogen verkauft haben, zur Verantwortung gezogen werden.“ 

Ablak steht in engem Austausch mit dem Besitzer des Gebäudes, Frank Kalvelage im schweizerischen Bern. Auch er behauptet, Ablak habe „die Polizei sowie mehrere Ämter schon vor geraumer Zeit auf Missstände hingewiesen und um Abhilfe und Unterstützung gebeten“. „Diese blieb bis heute aus“, sagt er. „Stattdessen äußert sich die Polizei im letzten Artikel abschätzig und beleidigend zum Gebäude, der Nutzung sowie Herrn Ablak. So macht man aus Opfern Täter.“

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Quelle: kreiszeitung.de

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