Weniger Gewalt in Niedersachsen

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Die Zahl der schweren Körperverletzungen ist im vergangenen Jahr um 14 Prozent gesunken.

Hannover - Schwere Gewalttaten in der Öffentlichkeit sind in Niedersachsen deutlich zurückgegangen.

2009 seien gut 7600 gefährliche und schwere Körperverletzungen auf Straßen, Plätzen und U-Bahnstationen verübt worden, rund 14 Prozent weniger als 2007, sagte Innenminister Schünemann (CDU) am Dienstag in Hannover bei der Vorstellung der Kriminalstatistik des Jahres 2009. Insbesondere diese zum Teil mit brutaler Gewalt verübten Straftaten sorgten bei der Menschen für erhebliche Ängste und Verunsicherung.

Insgesamt stagniert die Gesamtzahl der registrierten Straftaten wie im Vorjahr bei gut 590 000. Dafür sei die Aufklärungsquote um fast zwei Prozent auf knapp 60 Prozent gestiegen, betonte Schünemann. Dies sei im Bundesvergleich ein Spitzenrang. Damit gehöre Niedersachsen zu den sichersten Flächenländern in Deutschland. Vor allem Mörder und Totschläger haben kaum eine Chance, zu entkommen. Die niedersächsische Polizei registrierte im Vorjahr 276 versuchte und vollendete Tötungsdelikte. Lediglich zehn konnten nicht aufgeklärt werden.

Dagegen bereite der Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen den Ermittler weiterhin große Sorge. „Das bewusste exzessive Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen ist weiterhin erschreckend und als “Gewaltkatalysator“ zu werten“, betonte Schünemann. In jedem vierten Fall waren Minderjährige alkoholisiert, wenn sie in der Öffentlichkeit zuschlugen. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei mehr als 26 000 unter 18-Jährige kontrolliert. Dabei stand jeder zweite unter Alkoholeinfluss. Alkohol ist auch in 40 Prozent der Fälle ein Komplize häuslicher Gewalt. Hier registrierte die Polizei einen Anstieg von gut elf Prozent auf 11 500 Delikte.

Fast jede zehnte der aufgeklärten Straftaten 2009 ging auf das Konto von Minderjährigen - laut Ministerium der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Erfreulich sei insbesondere, dass die gefährlichen und schweren Körperverletzungen von jugendlichen Tätern im Vergleich zu 2007 um fast 20 Prozent zurückgingen.

Wie auch in den Vorjahren nahm in 2009 vor allem die Internet-Kriminalität zu. 80 Prozent der insgesamt mehr als 31 000 Fälle (2008: 25 885) seien Betrugsdelikte, betonte Schünemann. Aber auch die Zahl der Verbreitung von Kinderpornografie im weltweiten Netz nahm um 30 Prozent auf 376 Taten zu.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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