Wulff feiert mit Niedersachsen Geburtstag

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Ein Tänzchen am Geburtstag: Christian Wulff mit Mitgliedern eines ezidischen Kultur-Zentrums.

Celle - Ein Vergleich mit den Kennedys drängt sich doch ein wenig auf: Christian Wulff wäre der jüngste Bundespräsident Deutschlands - und erstmals hätte der Amtsinhaber kleine Kinder.

Zu seinem 51. Geburtstag am Samstag beim „Tag der Niedersachsen“ bekam der niedersächsische Ministerpräsident dann das berühmt gewordene Ständchen - und die Festgäste erhoben sich: „Happy Birthday, Mr. President“ hauchte Schlagersängerin Kristina Bach im weißen Paillettenkleid - ähnlich wie einst Marilyn Monroe für US-Präsident John F. Kennedy. Rund zehn Tage muss Wulff noch warten, bis klar ist, ob er der zehnte Bundespräsident wird und Schloss Bellevue bezieht.

Bei dem traditionellen Landesfest in Celle - dort treten Trachtengruppen genauso auf wie Popbands - zeigte sich der schwarz-gelbe Kandidat fürs höchste Staatsamt bürgernah. Er kam mit Ehefrau Bettina (36) und Söhnchen Linus. Der zweijährige Knirps fühlte sich auf dem Schoß seines Vaters sichtlich wohl, der mit Geschenken und Ständchen überhäuft wurde - klassisch waren Torten und Blumen dabei. „Ich feiere hier Niedersachsen, mein Geburtstag ist völlig unbedeutend“, meinte Wulff.

Der Niedersachsen-Tag war aber beinahe so etwas wie eine kleine Abschiedstour für den Ministerpräsidenten - zu dem Landesfest kamen Vereine und Bürger aus dem ganzen Bundesland zusammen. In seiner Rolle schien sich Wulff wohl zu fühlen - er präsentierte sich gewohnt präsidiabel und landesväterlich, schüttelte Hände und erzählte Anekdoten.

Die Bürger konnten einen lockeren Familiennachmittag mit den Wulffs erleben - er kam im edlen blauen Anzug, seine Frau Bettina, mögliche „First Lady“, zeigte sich - meist auch mit dem Kinderwagen - in einem sportlichen Outfit.

Für zu jung hält sich Wulff für das Bundespräsidentenamt keineswegs: „Ich finde es einen besonderen Reiz, wenn der nächste Bundespräsident auch mal aus der mittleren Generation kommt.“ Die Erfahrungen mit kleinen Kindern und mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die seine Frau früher als Alleinerziehende gemacht hat, zeigten, dass er mitten im Leben stehe.

Zudem zeigte er sich für die Wahl in der Bundesversammlung am 30. Juni „ganz, ganz zuversichtlich.“ Wulff hat rechnerisch eine klare Mehrheit, spannend dürfte es aber sein, ob er im ersten Wahlgang gewählt wird. Der von SPD und Grünen nominierte Kandidat, der Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, kann mit Stimmen aus den Reihen von Union und FDP rechnen.

Wenig erfreut reagierte Wulff auf die Querelen innerhalb der schwarz-gelben Regierungskoalition. „Respekt und Achtung“ forderte er im Umgang miteinander. „Die Performance der derzeit handelnden Bundesregierung muss besser werden. Man muss Fehler anderer ausputzen und nicht ausnutzen“, sagt er mitten im Gedränge zwischen den Besuchern auf der Celler Festmeile.

Bis zum 30. Juni will Wulff jetzt wie geplant seine Aufgaben als Ministerpräsident ausfüllen - am kommenden Dienstag startet seine Sommertour durch Niedersachsen bis hinauf an die Küste. In Celle herrschte am Samstag aber schon ein bisschen Abschiedsstimmung: Junge Rockmusiker spielten den alten Schlager „So schön war die Zeit“.

Quelle: kreiszeitung.de

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