1753 erbautes Gebäude öffnet nach langem Hin und Her morgen seine Türen

Ältestes Logier-Haus: Vom Sorgenkind zum Parkhotel

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Beim Tag der offenen Tür in 2011 zeigte der jetzige Bürgermeister Rehburg-Loccums, Martin Franke, das Hotel noch in seinem ursprünglichen Zustand.

Rehburg - Von Beate Ney-Janßen. 1753 als erstes Logier-Haus in Bad Rehburg gebaut, hat das „Hotel Tegtmeier“ seitdem eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Morgen wird es erneut als Hotel eröffnet und trägt dann den Namen „Parkhotel Bad Rehburg“.

In das ganze Örtchen habe sie sich schon bei ihrem ersten Besuch verliebt, sagt Antje Hoffmann. Das gepflegte Erscheinungsbild, die Kuranlage „Romantik Bad Rehburg“ und die Nähe zum Steinhuder Meer hätten ihren Teil dazu beigetragen. Auch das „Hotel Tegtmeier“ selbst mit dem riesigen Grundstück, das dazugehöre, habe es ihr angetan. Und so hätten ihr Mann Hubert und sie sich schließlich entschlossen, das neue Hotel zu betreiben.

Als Geschäftsführerin wird Antje Hoffmann ab morgen hinter dem Tresen an der Rezeption des Hotels stehen. Dafür bringt sie bereits einige Erfahrung mit. Bis 2009 hat das Ehepaar ein Hotel in Dresden geleitet, hat dann bei Osnabrück den Idingshof übernommen und 2011 zusätzlich noch die Ferienanlage Lobbe auf der Insel Rügen. Der Idingshof und die Ferienanlage müssen erst einmal eine Weile ohne das Ehepaar auskommen, denn nun ist es in Bad Rehburg, um das Parkhotel zu eröffnen.

28 Zimmer mit 66 Betten, eine Hotelbar, Frühstücksraum sowie ein kleiner Seminar- beziehungsweise Versammlungsraum sind das, was sie dann betreuen. Viele Anmeldungen seien schon eingegangen, Urlauber und Geschäftsleute fragten sehr gut nach.

Dass das ehemalige „Hotel Tegtmeier“ nun wieder in Betrieb genommen wird, lässt in der Stadt Rehburg-Loccum so manche aufatmen, denn lange Zeit war das unter Denkmalschutz stehende Gebäude eines der Sorgenkinder in der Region. 1753 als Logier-Haus in dem aufstrebenden Kurort Bad Rehburg gebaut, wechselte das Hotel einige Mal den Eigentümer.

Als Hotel wurde es über einen langen Zeitraum genutzt. Mit dem Niedergang des Kurortes wurde der Hotelbetrieb aber zunehmend schwieriger. Inmitten des Zweiten Weltkrieges bekam es erstmals eine andere Nutzung: 1943 wurde es zur Landesheilstätte für Lungenkranke, ging 1959 an das Land Niedersachsen und wurde als Landeskrankenhaus von der Fachabteilung Bad Rehburg genutzt. Kurz nach der Jahrtausendwende benötigte die Fachabteilung das Gebäude nicht mehr – seitdem stand es leer.

Mit diesem und zwei weiteren denkmalgeschützten Gebäuden mitten in Bad Rehburg, die das Land Niedersachsen einfach leerstehen ließ, tat sich die Kommune schwer, insbesondere da sich mit der Umnutzung der historischen Kuranlage zum Kulturzentrum das Renomée des Ortes deutlich verbessern sollte.

Den Plänen folgten

allerdings kaum Taten

Erste Früchte schienen die Bemühungen der Stadt um Nachnutzung im Jahr 2009 zu tragen. Damals erwarb ein Oldenburger Investor das dem Hotel gegenüberliegende Kurhaus Lohr und machte große Pläne. Das „Hotel Tegtmeier“ kaufte er wenig später. Den Plänen folgten allerdings kaum Taten.

Noch 2011 lud die Stadt zu einem Tag der offenen Tür in das „Hotel Tegtmeier“ ein, um der Bevölkerung erste Pläne vorzustellen. Zu diesem Zeitpunkt war der Investor allerdings schon fast aus dem Rennen. Das Architekturbüro Backhaus aus Oldenburg, das er beauftragt hatte, übernahm schließlich das Hotel, baute es innerhalb der folgenden drei Jahre aus und suchte und fand mit Antje Hoffmann eine Betreiberin.

Inzwischen ist der Maler fertig, die Küche ist eingebaut. Der gläserne Fahrstuhl gleitet die Stockwerke herauf und herunter gleiten und auch die Parkplätze hinter dem Haus sind angelegt. Dort schließt sich zudem ein 2,5 Hektar großes Grundstück an, für das noch weitere Pläne bestehen. Ein großer Zierteich ist ausgehoben, ein Bolzplatz existiert noch aus der vorhergehenden Nutzung und ein Wellness-Bereich könne dort später ausgebaut werden, sagt Hoffmann. Das Backstein-Gebäude hinter dem Hotel stehe für eine Erweiterung der Bettenkapazität zur Verfügung.

Was auf dem Grundstück allerdings verschwunden ist, sind einige ältere Gebäude. Etwa das kleine Häuschen, das zu Zeiten der Fachabteilung als Hühnerstall diente. Und auch die hölzerne Liegehalle, in der von 1934 an die Lungenkranken lagen, um zu kurieren, ist dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Zimmer sind bezugsfertig – als Symbiose zwischen dem historischen Charakter des Gebäudes und dem modernen Anspruch, das es nun erhebt. Manche Stuckrosette hängt an der Decke, geräumig und mit viel Komfort ausgestattet sind die Doppel- und Familienzimmer .

Wer nun selbst sehen möchte, wie das Parkhotel Bad Rehburg gestaltet ist, kann zur Eröffnungsparty kommen: Für morgen, 18 Uhr, sind Interessierte eingeladen.

Quelle: kreiszeitung.de

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