Der Abschied soll keiner sein

Stadt Hoya dankt Archivar Henry Meyer

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Bürgermeisterin Anne Wasner und Stadtdirektor Detlef Meyer bedankten sich bei Stadtarchivar Henry Meyer (Mitte) für dessen seit 1998 für Hoya geleistete Arbeit.

Hoya - Von Michael Wendt. Der Museumsverein bekommt eine Ausfallbürgschaft für ein Buchprojekt, die „Hafensänger & Puffmusiker“ einen Zuschuss zum Open-Air, die Ferienspaß-Teilnahme bleibt in der Regel kostenlos, und der Bebauungsplan „Nördlich der Lindenallee“ wird wie vorgesehen verabschiedet: Der Hoyaer Stadtrat winkte am Montagabend alle Beschlussvorlagen einstimmig durch.

Nur mit dem letzten Tagesordnungspunkt, „Verabschiedung von Archivar Henry Meyer“, tat er sich schwer. „So jemanden kann man nicht verabschieden, das wäre ein Fehler“, sagte Bürgermeisterin Anne Wasner (SPD), „man kann ihn nur entlasten“.

Seit 19 Jahren ehrenamtlich im Archiv

Henry Meyer hat ab 1998 ehrenamtlich das Archiv der Stadt verwaltet und gepflegt. Er hilft im Heimatmuseum tatkräftig mit und unterstützt bei Bedarf die Verwaltung. „Deshalb brauchen wir Henry Meyer auch weiterhin“, betonte Anne Wasner und überreichte ihm zum Abschied, der keine sein sollte, Wein, einen Restaurant-Gutschein, Hoyas Ehrenteller und zwei Rosen in den Farben der Stadt: Rot und Weiß.

Henry Meyer (79) stammt aus Hilgermissen, lebt aber seitdem im Krieg eine Brandbombe sein Elternhaus in Hilgermissen zerstörte in Hoya. „Er ist einer, der ein Herz für Hoya hat, der alle und alles kennt, Menschen und Häuser“, sagte Anne Wasner.

Ein Schritt hinter die neue Archivarin

Stadtdirektor Detlef Meyer machte sich dieses Wissen nach eigener Aussage vor allem in seinen ersten Amtsjahren zunutze, indem er sich bei seinem Namensvetter, mit dem er nicht verwandt ist, über Zusammenhänge erkundigte. „Ich bin dankbar, ihn jederzeit fragen zu können. Von der Verwaltung konsultieren wir ihn auch immer, wenn wir eine Anfrage zu Ahnenforschung haben“, sagte der Stadtdirektor. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin überreichte er Henry Meyer ein sehr persönlich formuliertes Dankschreiben.

Der (nicht) Verabschiedete betonte: „Ich habe die Arbeit immer gerne gemacht und mache gerne noch etwas weiter.“ Er habe aber keine Probleme damit, einen Schritt hinter die neue Archivarin Ulrike Taenzer zurückzutreten. Die Stadt hat die Verdenerin vor wenigen Monaten eingestellt – als hauptamtliche Leiterin des Heimatmuseums und als Stadtarchivarin.

Elf Zuhörer verfolgten am Montag die Sitzung im Saal des Rathauses, bei der die Ratsmitglieder allen von der Verwaltung vorgelegten Beschlüssen folgten.

Bebauungsplan

Der im Rat beschlossene Bebauungsplan (B-Plan) „Nördlich der Lindenallee“ ermöglicht es, auf Gartenflächen hinter den Gebäuden an der Schweckendiekstraße und der Lindenallee bis zu drei neue Wohnhäuser zu errichten. „Das ist genau der richtige Weg“, sagte Einzelkandidat Olaf Heye. „Verdichtung betreiben viele Kommunen. Das ist dem einen oder anderen Nachbarn vielleicht unangenehm, aber es entspricht dem Ziel, Bodenverluste [durch Bauprojekte an den Rändern der Stadt] auszugleichen.“

Ferienspaß-Aktion

Der Rat folgte der Empfehlung des Kultur- und Sozialausschusses (wir berichteten), und die Stadt verlangt weiterhin keine Teilnahmegebühr für die Ferienspaß-Aktionen.

Zuschuss Open Air

Außerdem stimmte der Rat einem Zuschuss in Höhe von 3000 Euro an den Eystruper Verein „Hafensänger & Puffmusiker“ zu, der ein Open Air am 19. August im Bürgerpark organisiert und die Erlöse sozialen Projekten in der Region zukommen lassen will. „Wir freuen uns über so viel Engagement. Die für das Open Air zu erbringende Leistung wäre ohne so viel Ehrenamt gar nicht zu schaffen“, lobte Alexander von Behr (CDU).

„Die ,Hafensänger‘ sind ein ganz toller Verein“, sagte Frauke Gieße-Claus (Bürgerforum). Es sei keine Frage, dass man die Veranstaltung unterstützt. Allerdings habe der Rat vor einigen Wochen der Fördergemeinschaft für ihre Feste keinen Zuschuss, sondern nur einen Defizitausgleich gewährt. Genau den hatte die Fördergemeinschaft auch beantragt, erwiderte Claudia Wübbeling (CDU). Frauke Gieße-Claus sah dennoch eine Ungleichbehandlung. „Wir sollten uns gemeinsam noch mal überlegen, wie wir mit Anträgen in Zukunft umgehen“, regte sie an.

Bürgschaft für Buch

Für ein Buchprojekt (siehe Artikel zum Museumstag rechts) erhält der Trägerverein des Heimatmuseums eine Ausfallbürgschaft von bis zu 2000 Euro. Paul-Christoph Preuß (SPD) nannte das Buch eine wichtige Komponente in der Geschichtsschreibung der Stadt.

Quelle: kreiszeitung.de

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