Abschussgenehmigung läuft am Sonntag erneut aus

Rodewalder Wolf bleibt abgetaucht

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Auf der Flucht: Der Rodewalder Wolfsrüde ist bereits seit über einem Monat nicht mehr gesehen worden. Das Archivfoto zeigt einen, in einem Wildpark lebenden Wolf.

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. In fünf Tagen läuft die Abschussgenehmigung für den Rodewalder Wolf erneut aus. Was passiert dann?

„Wir haben das Ziel, die Frist einzuhalten“, erklärt Sabine Schlemmer-Kaune, Pressesprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums, auf Blickpunkt-Nachfrage. Eine Verlängerung für die Genehmigung gebe es noch nicht. „Sobald das der Fall ist, werden wir das bekannt geben“, sagt Schlemmer-Kaune. Weitere Informationen kommuniziert das Ministerium aktuell nicht.

Dass Schützen den Wolf mit der Bezeichnung GW717m bis zum Auslaufen der Frist am kommenden Sonntag erlegen, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich. Seit dem 22. Februar liegt bereits eine Genehmigung „zur Entnahme“ des Wolfsrüden vor. Sie war bis zum Monatsende befristet und wurde dann bis Ende März verlängert. „Die Erwartung ist, dass die Tötung zügig erfolgt“, hieß es in einer Pressemitteilung vom 28. Februar. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken bestehe unverändert fort.

Seitdem ist der Wolf, dem Tierschützer den Namen „Roddi“ gaben, abgetaucht. Es gab seit Erteilung der Abschussgenehmigung weder Sichtungen noch Spuren weiterer Risse, die auf das Konto des Rodewalder Wolfes gehen. Im Gegensatz zu dem vor drei Jahren im Heidekreis geschossenen Wolf Kurti trägt Roddi kein Senderhalsband, das Ortung und Identifizierung erleichtern würde. Die Schützen müssen GW717m in Schussweite bekommen und ihn eindeutig identifizieren. Kein leichtes Unterfangen. Schließlich war der Wolfsrüde außer im Landkreis Nienburg in den zurückliegenden Monaten auch im Heidekreis und der Region Hannover unterwegs.

In Schleswig-Holstein wird sogar seit Ende Januar Jagd auf einen Wolf gemacht – bislang ebenfalls erfolglos. Auch GW924m im nördlichsten Bundesland trägt kein Halsband, die Gefahr einer Verwechslung ist dort aber geringer. In Niedersachsen soll es nach Angaben der Landesjägerschaft rund 250 Wölfe geben, in Schleswig-Holstein dagegen nur vier. In Niedersachsen sind 22 Rudel nachgewiesen, in Schleswig-Holstein noch keine.

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