Berliner Häuserschluchten im Wald bei Münchehagen

Münchehäger veröffentlicht Actionthriller „Stream“

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Action pur hat Derek Meister in die 379 Seiten von „Stream“ gepackt.

Münchehagen - Neues gibt es vom Autor Derek Meister. Vor wenigen Tagen ist sein Action-Thriller „Stream“ erschienen – eine rasante Geschichte, die durch Berlin und die Weiten des Internet führt.

Sein Schwiegervater zuckt manchmal beim Lesen zusammen – weil es schließlich der Mann seiner Tochter ist, der sich solche Dinge ausdenkt. Das kommt nicht von ungefähr, denn immer dann, wenn Derek Meister ein Buch jenseits der Kinder- und Jugendliteratur schreibt, ist es streckenweise durchaus blutig angelegt und nicht immer für zartbesaitete Gemüter leicht verdaulich.

Mit dieser Tradition bricht er auch bei seinem neusten Werk „Stream“ nicht. Der eine oder andere Tote säumt auch hier den Weg des Protagonisten und nicht jeder „Darling“, wie Meister die Sympathieträger in seinen Büchern nennt, wird das Ende von „Stream“ erleben. Wen es trifft, weshalb und wie – diese Fragen werden nur Leser des Buches beantwortet bekommen.

Ein typisches Buch von Derek Meister ist dieses jüngste Werk aber dennoch nicht. Was ist auch schon typisch für den Autor, der seit rund zehn Jahren in einem der alten Kapitänshäuser des beschaulichen Dorfes Münchehagen wohnt, wohin es ihn von Berlins Prenzlauer Berg verschlagen hat? Kinderbücher hat er schon geschrieben, eine Trilogie für Jugendliche veröffentlicht, hat teilweise gemeinsam mit seiner Frau Marion Bücher erdacht, dann wieder zurückgezogen in einem Wohnwagen an der Weser einsam über einem Manuskript gebrütet. Eine Serie mit mittelalterlichen Krimis gehört zu seinen Büchern, andere Tatorte hat er im Hier und Jetzt für einen Nordseestrand ersonnen. Und wenn er keine Bücher schreibt, dann arbeitet er an Vorlagen für Fernsehfilme – einige Abende zum Mitfiebern vor dem Fernseher hat er den Zuschauern in Deutschland schon beschert.

„Stream“ – das ist nun allerdings der erste Action-Thriller aus seiner Feder. Oder vielmehr seinem Smartphone. Denn das, was dort überwiegend in den Häuserschluchten Berlins spielt, was sich in Industrie-Brachen und auf Hinterhöfen, in feinen Villen und in Clubs ereignet – das hat er dieses Mal zuallererst seinem Diktiergerät anvertraut bei vielen Spaziergängen durch die Wälder rund um Münchehagen.

„Das hat manchen Spaziergänger vielleicht erschreckt“, sagt er, süffisant grinsend, „wenn ich im Wald ‚Töte sie alle!‘ gebrüllt habe.“ In Bewegung zu sein beim „Schreiben“, das sei aber genau richtig für dieses Buch gewesen. Schnell sollte die Handlung vorangehen, sich nicht in allzu vielen Beschreibungen verlieren, sondern einfach nur packend sein.

Das ist ihm gelungen mit der Erzählung von dem Berliner Frank Banta, der mit einer kleinen Truppe unterwegs ist, um der Cyber-Kriminalität den Kampf anzusagen. Nicht immer bewegt sich das Team dabei auf legalem Boden und nicht immer können die Jobs ausschließlich vom PC am heimischen Herd erledigt werden. Was sich während der Außeneinsätze ereignet, hat bestes Agenten-Potenzial und rettet manches Leben. Eines Tages jedoch wird Banta von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt und vor die Aufgabe gestellt, seine Frau Anna zu retten, die er seit fünf Jahren tot wähnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der noch dadurch erschwert wird, dass der Videostream, in dem er Anna gefunden hat, keinesfalls abreißen darf. Sonst ist Anna für immer verloren.

Für alle technischen Einzelheiten, sagt Meister, hat er sich Hilfe von einem Freund aus der Schulzeit geholt, der in der IT-Branche und im Programmieren firm ist – auch wenn er selbst zur Entspannung während der Schreibphasen gerne mal programmiere. Fast hätte er sich selbst für diesen Studiengang entschieden, dann aber doch lieber in Neubabelsberg das Drehbuchschreiben von der Pike auf studiert. Ganz gut so. Sonst gäbe es die kurzweilige Unterhaltung mit „Stream“ nicht. „Stream“ von Derek Meister ist im Verlag blanvalet erschienen, kostet 9,99 Euro und trägt die ISBN 978-3 7341-0562-3.

ade

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