Ehrenamtliche helfen beim Aufstellen 

Ältestes Wohnhaus der Stadt spendet Überreste an neue Schutzhütte 

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Mit einem Autokran hievt das THW das vorverzimmerte Fachwerk an Ort und Stelle. 

Hoya - Von Nala Harries. Die Arbeiten an der Umgestaltung des Bürgerparks in Hoya gehen weiter. Nachdem bereits vor Jahren Bäume gefällt wurden, steht nun die Fertigstellung der lange geplanten Schutzhütte im Fokus. Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde das Fundament dafür gelegt, nun arbeiten die Stadt, ihre Bürgervereine, die Bärenkappen und die Zimmerei Ludwig aus Hoyerhagen an dem weiteren Bau der Hütte. Am Montag und Dienstag stellten sie die Fachwerkkonstruktion auf, wobei das THW mit einem Kran half. Insgesamt zehn Ehrenamtliche waren auf der Baustelle beschäftigt.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die verwendeten Holzbalken ursprünglich zu einem 1604 erbauten Wohnhaus an der Deichstraße gehörten, das 2007 abgerissen wurde. Damals sicherten die Bürgervereine das Fachwerk. Nach einer aufwendigen Restauration, bei der die Zimmerei Ludwig die alten Balken reinigte und von Nägeln befreite, werden diese nun für den Aufbau der Hütte genutzt.

„Wir haben das Fachwerk verzimmert und nach einem neuen Grundriss wieder aufgebaut“, erklärt Zimmermeister Wolfgang Ludwig.

Dabei achtete seine Zimmerei besonders darauf, möglichst viel von dem Originalhaus zu erhalten. Insgesamt zwei Drittel der Schutzhütte bestehen aus dem alten Fachwerk, der Rest wurde mit neuen Balken ergänzt.

Balken gehören zu einer seltenen Art 

Aber nicht nur die alten Holzbalken wurden wiederverwendet, auch die Backsteine, mit denen der Boden der Hütte gepflastert werden soll, sind alt. Sie stammen vom Hof der Hoyaer Firma Lühmann.

Grund für die Verwendung der alten Balken ist, dass sie zu einer seltenen Art gehören, erklärt Thomas Stukenborg von der Bärenkappen-Kompanie und weist dabei auf die Größe und Dicke der Holzbalken hin. Darüber hinaus wurde einer der Originalbalken in die Obhut des 74-jährigen Hobbyschnitzers Herbert Harms gegeben, der in Hoya eine kleine Werkstatt betreibt. „Nachdem ich in Rente gegangen war, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Vorher war ich Raumausstatter, aber nun widme ich mich ganz der Schnitzerei“, erzählt der Harms. 

Er hatte der Stadt angeboten, in einen der alten Balken einen Spruch und ein Brauereiwappen zu schnitzen. Der Holzbalken wurde dann am Dienstag über der Tür der neuen Schützhütte angebracht. „Gott gebe Glück und Segen drein“ ist nun in dem alten Holz zu lesen. „Da das Haus an der Deichstraße früher ein Brauhaus gewesen ist, entschieden wir uns eben auch für einen Brauerspruch“, erklärt Harms. Eine Woche hatte er gebraucht, um die handgearbeiteten Verzierungen an Balken und Kopfbändern fertigzustellen.

Bisher 450 Stunden Arbeit in das Projekt investiert

Ob der Zeitplan für den Bau der Schutzhütte eingehalten werden kann, ist auch vom Wetter abhängig. Nach dem Aufstellen des Fachwerks, der Seitenlagen sowie der Errichtung des Dachstuhls folgt das Verlegen der Dachziegeln und die Installation von Strom- und Wasseranschlüssen.

Bisher wurden bereits circa 450 Stunden Arbeit in das Projekt investiert. „Die Schutzhütte wird voraussichtlich bis Mai dieses Jahres fertiggestellt sein“, erzählt Thomas Stukenborg.

Schutzhütte im Bürgerpark nimmt Form an

Für den Bau der Hütte erhält die Stadt als Bauherrin finanzielle Zuschüsse aus EU-Mitteln. „Hoya hat trotz der Förderung noch einen großen Anteil zu tragen, aber das wollen wir schließlich auch“, sagt Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner, die am Montag die Baustelle besuchte.

Aber nicht nur die Errichtung der Schutzhütte soll zur „Wiederbelebung“ des Bürgerparks beitragen, sondern auch das Anlegen von neuen Wegen und Beeten. Zudem soll ein Teil des Bodens im Park optimiert werden, damit zukünftig Regenwasser besser ablaufen kann. Das Ziel des Projekts ist es, eine große Fläche zu schaffen, auf der verschiedene Veranstaltungen wie Teile des Katharinenmarkts oder das Hoya Open Air stattfinden können. „Alles soll bis zur Eröffnung des Katharinenmarkts im September fertig sein“, sagt Stukenborg.

Quelle: kreiszeitung.de

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