Silvestertagung bietet neue Impulse

In der Akademie wird getanzt und meditiert

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Spaß muss sein – und den haben die Kinder unter den Teilnehmern gemeinsam mit Tanja-Marie Streller.

Loccum - Von Beate Ney-Janßen. „Es ist so, als ob wir hier für einige Tage auf eine Insel kommen.“ Die Insel heißt Loccum, genauer gesagt „Evangelische Akademie Loccum“. Die Tage sind genau umrissen – vom 28. Dezember bis zum 1. Januar.

Das ist seit weitaus mehr als zehn Jahren der Zeitraum, in dem die Akademie zu ihrer Silvestertagung einlädt. Und derjenige, der das sagt, ist auf dieser Insel noch dabei, Bekannte und Freunde zu begrüßen, von denen er viele genau ein Jahr zuvor getroffen hat – als er zuletzt die Silvestertagung besuchte.

So, wie der Mann aus Stadthagen, der gemeinsam mit seiner Frau angereist ist, empfinden es viele der 170 Teilnehmer, die erwartungsvoll das Foyer betreten. Bekanntes hoffen sie anzutreffen, aber auch neue Impulse zu bekommen. Wollen neue Freundschaften schließen und Dinge tun, die sie ansonsten nicht tun können – und so auf etwas andere Art das neue Jahr willkommen heißen.

Im Foyer steht Gabriele Arndt-Sandrock und begrüßt jeden Ankommenden. Sie leitet im neunten Jahr diese Tagung und hat zu diesem Zeitpunkt eine Begrüßungsrunde schon hinter sich, denn alle Teamleiter haben sich Stunden zuvor zur ersten Besprechung getroffen. Auch dort herrschte Wiedersehenstimmung, denn auch von ihnen sind viele bereits viele Jahre zu Silvester in Loccum. 

Ob es nun Olaf Pyras ist, der „Musik mit allen Mitteln“ machen will, Andreas Hartmann, der als Clown für seine Teilnehmer rote Nasen im Gepäck hat, Carmen Winter und Peter Claus, die sich schon lange heimisch fühlen, wenn sie zur Schreibwerkstatt einladen, oder Merle Clasen, die zum gemeinsamen Singen auffordert.

Insgesamt elf Workshops mit unterschiedlichen Inhalten werden in den folgenden Tagen angeboten. Meditation, biografisches Arbeiten, Spinnen, Tanzen, Schauspiel und Zeichnen gehören noch dazu. Für die Kinder bietet Tanja-Marie Streller einen eigenen Workshop mit Theater und Spiel an – so können Eltern sich entspannt auf ihre ausgewählten Themen konzentrieren.

Die Altersspanne unter den Loccumern auf Zeit reicht von der Jüngsten mit vier Jahren bis zu 80 Jahren und die Konstellationen, in denen sie dorthin kommen, von Familien über Paare bis zu Singles. Alle sind willkommen und kommen aus unterschiedlichen Gründen.

„Meine Familie und ich sind hier gewachsen“, sagt Volker Tewes. Tatsächlich ist er seit zehn Jahren immer dann an jenem Ort. Das Wachsen der Kinder ist an alten Loccum-Fotos nachvollziehbar und er, sagt Tewes, sei selbst damit gewachsen. Seine anfängliche Skepsis – Kreativ arbeiten und so ganz anders Silvester feiern? – hat er lange schon abgelegt. 

Alles hat er irgendwann ausprobiert, hat viel gelernt und irgendwann auch selbst leitende Rollen übernommen. Mal hat er meditative Übungen geleitet, in diesem Jahr die Silvesterfeier moderiert. Und die Kinder seien nicht nur größer geworden, sondern hätten in Loccum auch für ihr Leben viele Impulse bekommen.

Dazu gehört sicherlich auch die inhaltliche Arbeit, die Jahr für Jahr durch ein Thema vorgegeben wird. „Berufen, den eigenen Weg zu gehen“ hat Arndt-Sandrock dieses Mal zum Titel gewählt. Darauf haben die Teamleiter sich eingestellt, dazu gibt es aber beispielsweise auch einen Vortrag. Im Gottesdienst zu Silvester steht das Thema im Mittelpunkt und auch beim abendlichen Gang zum Kloster wird Bezug darauf genommen. 

Die Stimmung der Tagung wird bei diesem Gang besonders deutlich. Dann ziehen nämlich 170 Menschen mit brennenden Kerzen in den Händen von der Akademie auf dunklem Pfad zum Kloster. „Laudate omnes gentes“ klingt aus ebenso vielen Kehlen, wenn sie am Kreuzgang ankommen. Wegzehrung und auch ein Segen für den eigenen Weg gehören zu den Dingen, die jeder in der Stiftskirche bekommen kann.

Einen anderen eigenen Weg schlägt Gabriele Arndt-Sandrock nach dieser Silvestertagung ein. Sie arbeitet nun im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD als Pressesprecherin – und ist herzlich von den Teilnehmern verabschiedet worden. Die Tagungen zu Silvester sollen aber dennoch weitergehen, wenn auch mit anderer Leitung.

Quelle: kreiszeitung.de

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